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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1902-02-14 · Beilage der Israelitischen Wochenschrift Nr. 2 (1902) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
Beilage der Israelitischen Wochenschrift Nr. 2 (1902)
Date
1902-02-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Beilage der Israelitischen CUochcnscbrift Krrlin, 14. Kebruar 1902. Die Psalmen. Uebersetzt von M. A. K. Nachdruck verboten. 109. Von David. Zu Frevelwort und argem Trug Ist ausgethan ihr Mund, Sie schmähen mich mit Haß und Lug Und fehden ohne Grund. Für meine Liebe ernt ich Trutz, Ich habe nur Gebet. Sie neiden mich, der ohne Schutz Vor ihren Waffen steht. Dem Mitleidlosen gieb sie hin Und stell sie vor Gericht, Es Härte ihr Gebet den Sinn Deß, der sie schuldig spricht! Verkürze ihrer Tage Reihn, Sie mögen Unheil schaun, Laß ihre Kinder Waisen sein Und Witwen ihre Fraun! Schick ihre Kinder weit hinaus. Zu heischen Bettlerbrod, Und schenke, ist gestürzt ihr Haus, KeinMitleid ihrer Not! Es schlinge Trug ihr Hab und Gut, Was ihre Müh errafft; Nicht Gnade finde ihre Brut Noch milde Nachbarschaft. Ihr Nachwuchs werde weggewischt. Vertilgt ihr ganz Geschlecht, So "daß der Name selbst erlischt Für sie besteh kein Recht! Gott denke ihrer Väter Schuld Und ihrer Mütter Schmach, Der Herr versage ihnen Huld, Trag ihre Sünde nach — Weil Liebe nimmer sie geübt, Den Armen bis zum Tod Verfolgt, und wessen Herz betrübt, Gequält in seiner Not. Der Fluch, den gern sie ausgesät, Der komme über sie; Der Segen, den sie stets verschmäht, Begegne ihnen nie! Es hülle der Fluch als Kleid sie ein. Er gürte sie fest und stark. Er fließe wie Oel in ihr Gebein Und zehre an ihrem Mark! Das sei der Widersacher Los, Das meiner Verleumder Lohn; Sie haben zerfleischt erbarmungslos Mein Herz mit ihrem Hohn. Herr, stehe mir in Gnaden bei. Sei du mir hold und mild Und decke gegen Haßgeschrei Mich zu mit deinem Schild. Denn elend bin ich, wund und krank, Ein Schatten, ausgedorrt. Mich zehrt der Hunger auf, und wank Schleich ich des Weges fort. Ich bin zum Spott. Wer mich erblickt Sperrt aus verwundert den Mund. Herr hilf! und daß du Gnade geschickt, Mach allen Menschen kund! Was liegt an ihrem Fluche mir. Wenn du mir Segen schenkst. Zur Schande meines Feinds Panier Und mich zur Freude lenkst. Es hülle Schmach als Kleid sie ein. Ein wallend weit Gewand — Ich lobe, stimmet froh darein! Gott mit erhobner Hand. Er ist dem Armen Schutz in Not Und steht ihm helfend bei; Die Seele, der Verdammnis droht, Er spricht sie gnädig frei. 110. Von David. Den König zu begrüßen, Spricht Gott: „Zur Rechten setze dich! „Die Feinde alle mache ich „Zum Schemel deinen Füßen. „Die willge Volksgemeinde, „Sie zieht zur Schlacht in heilger Pracht; „Von Zion breit ich deine Macht „Inmitten deiner Feinde. „Ich will mich offenbaren, „Und aus der Morgenröte Schoß „Ringt deiner Jugend Tau sich los, „Gleich Melchizedeks Scharen.

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