Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 2 (10.1.1902)
- Date
- 1902-01-10
- Page
- Seite 26 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- IRI
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Seite 26. Israelitische Wochenschrift. Nr. 2. . . Lassen Sie uns keinen, dem Gott das unoergängliche Siegel seines Ebenbildes aus die Stirn gedrückt hat, ausschließen aus dem Kreise menschlicher Berechtigung, lassen Sie uns keinem unserer Brüder darum ein Recht entziehen, weil er festhält an dem, was auch jedem von uns das Höchste ist, daß er Gott nach seiner Ueberzeugung dient!" Die Psalmen. Uebersetzt von M. A. K. Nachdruck verboten. 79. Von Asaph. Heiden sind ins Land gekommen, Herr, sie haben frech entweiht Salems heilge Herrlichkeit, Deinen Tempel eingenommen. Deiner Knechte Leichen liegen Für das Feldgetier zum Fraß, Um sie her ohn Unterlaß Beutewitternd Geier fliegen. Deiner Frommen Blut, in Bächen Floß es um die heilge Stadt, Die nicht Raum für Gräber hat — Wer wird die Erschlagnen rächen? Unfern Nachbarn sind zum Hohne Wir geworden und zum Spott — Willst du ewig, unser Gott, Zornvoll eisern auf dem Throne? Jene, die dich nicht erkennen, Laß verspüren deinen Grimm, Jene — mein Gebet vernimm — Die nicht deinen Namen nennen! Jakob haben sie verzehret, Seine Wohnung wüst gemacht — Nicht mehr sei hinfort gedacht Alter Schuld, sie sei verjähret! Komm entgegen mit Erbarmen Und vergieb uns unsere Schuld, Gott des Heils, erweise Huld Deinetwillen an uns Armen! „Sagt, wo ist ihr Gott?" So sprechen Heiden. Willst du, die ihr Blut Dir vergossen voller Mut, Nicht vor unfern Augen rächen? Laß sie leiden, was wir litten! Alle Not und alle Schmach, Herr, vergilt jetzt siebenfach Denen, die mit uns gestritten! Die Gefangnen, Herr, befreie, Stärke, die dem Tod geweiht, Daß dein Volk in Ewigkeit Dankerfüllt dich benedeie! 80. Von Asaph. Der du über Cherubim thronest, Israels Hirt, der uns sorglich geleitet Als seine Herde, komm uns zu Hilfe, Zeig deine Kraft uns wieder, dein Licht! Stelle uns her im vorigen Glanze, Lasse dein Antlitz über uns leuchten, Zürne nicht länger dem betenden Volke, Reiche uns ferner nicht Thränenbrot! Lässest uns Thränen in Strömen vergießen, Giebst uns unfern Nachbarn zum Spielball, Machst uns für unsre Feinde zum Spott. Stelle uns her im vorigen Glanze, Lasse dein Antlitz über uns leuchten, Schicke uns Hilfe, ewiger Gott! Als einen Weinstock ausgehoben Hast du uns aus der Egypter Lande, Hast die Völker vor uns vertrieben Und uns verpflanzt ins verheißne Land; Hast uns den Boden sorglich gereinigt, Bis wir gewurzelt, gefüllt das Land. Unser Weinstock deckte die Berge, Seine Zweige glichen den Zedern, Streckten die Ranken bis zu dem Meere, Streckten die Reiser zum Euphrat hin. Warum hast du niedergerissen Seine Zäune, daß ihn verwüsten, Die des Weges vorüberziehn, Daß ihn der Eber des Waldes zerstöret. Und ihn die Tiere des Feldes beweiden? Herr der Heere, kehre doch wieder, Schaue vom Himmel auf deinen Weinstock, Den deine Rechte gepflanzt, blick hernieder Aus das Volk, das du dir erwählt hast! Feuer hat den Weinstock versehret. Und das Beil seine Zweige zerstöret, Und dein Zorn hat dein Volk vernichtet. Leg deine Hand auf den Mann deiner Rechten, Aus den Menschensohn deiner Wahl! Nimmer auch wollen wir von dir weichen, Deinen Namen rufen wir an: Stelle uns her im vorigen Glanze, Lasse dein Antlitz über uns leuchten, Schicke uns Hilfe, ewiger Gott! 81. Von Asaph. Harfe, Saitenspiel und Psalter, Singet lieblich holde Weisen Für den Herrn, den Allerhalter, Ihr Posaunen sollt ihn preisen! Also wills üev Brauch der Väter, Will es Israels Gebot, Seit der Herr, der Wunderthäter, Aus Egypten uns entbot.