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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1901-12-27 · 52 (27.12.1901) · p. Seite 824

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
52 (27.12.1901)
Date
1901-12-27
Page
Seite 824 (sequence 8)
Language
German
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> 1 ' > Seite 824. Israelitische Wochenschrift. 9tr. 52. Gerechtigkeit schafft Frieden jedem Land, Du schaffe Recht, o König, den Geringen, Bedrücker soll dein Arm zu Boden zwingen, Zermalme sie mit eisenftarker Hand! So lang die Sonne wandelnd Zeiten jährt. So lang des Mondes Scheibe steht, ein Zeichen Am Firmament, so lange soll verbleichen In deiner Furcht, wer ungerecht verfährt. Wie Tau und Regenguß das Feld erfrischt. So sei dem Land zum Heil. In deinen Tagen Soll Frieden ewig blühn und Früchte tragen Gerechtem Volk, deß Leuchte nie erlischt. Vom Euphratstrom bis an das End der Welt, Vom Meer zum Meer soll deine Herrschaft reichen, Der Steppensohn soll knieend zu dir schleichen, Der fernste Westen sende Gut und Geld. In Demut sollen Könge dir sich nahn, Mit reicher Gabe freudig dir zu Huldgen, Dem Schirmer aller Armen und Unschuldgen, Von dem die Dürftgen Heil und Trost empfahn. Du lösest gern des Unterdrückten Frohn, Du duldest nicht, daß Unrecht ihm geschehe, Du heilest milde oder rächst sein Wehe — Sein Dankgebet, es ist dir reicher Lohn. An Korn und Wein sei üppig reich dein Land, Es woge bis zur Bergeshöh die Aehre, Der blühnden Städte Volk wie Gras sich mehre. Du selber sei des Segens Unterpfand. Wie Sonnenglanz erhelle deinen Namen Der Hüter Israels, deß Herrlichkeit Die ganze Erde füllt in Ewigkeit, Gepriesen sei der Wunderthäter — Amen! 73. Von Asaph. Für Israel und alle Herzensreinen Bist^du, o Herr, voll Güte; doch bereit Zum Straucheln war mein Fuß, weil ich mit Neid Aus Frevler sah des Glückes Sonne scheinen. Es flieht der Schmerz sie bis zum Tod. Vom Leide, Gemeinem Menschenlos sind sie befreit, Gewaltthat hüllt sic ein als täglich Kleid, Und eitler Hochmut ist ihr Halsgeschmeide. In Ueppigkeit getaucht und frechen Dünkel Ist voller Bosheit, Stolz und Hohn ihr Mund, Den Himmel lästern sie, der Erde Rund Erfüllt ihr Hochmut bis zum fernsten Winkel. Es drängt zu ihnen sich die Schar der Schwachen, Die unfern Gott zu meistern sich erfrecht: „Gott weiß wohl nicht, wie dieses Sündgeschlecht „Das Beste nimmt für seinen Frevlerrachen. „Was half es, daß ich rein mir Herz und Hände „Gehalten habe, Plage war mein Los, „Und Unheil lag in jedes Tages Schooß, „Zeit ist es, daß ich mich zu jenen wende." Doch ich will nicht mit jener Menge gehen Und bleibe treu dem Herrn. Und am Altar Im Heiligtume ward mir offenbar: Es kann der Frevler dauernd nicht bestehen. Der Sünder Dasein ruht aus schwankem Grunde, Ein Hauch — in Trümmer sinket ihre Welt.- In schreckensvoller Pein verweht, zerspellt. Ein Nichts sind sie, der Traum nur einer Stunde. Wie thöricht war ich, da ich sie beneidet Im Herzen um des hohlen Glückes Schein! Allgütger, du erbarmst dich liebend mein. Die Treue wird belohnt und glanzumkleidet. Du bist mein Trost im Himmel wie auf Erden; Mag Fleisch und Herz vergehn, du bist mein Teil, In Zeit und Ewigkeit mein einzig Heil, Wer dich verläßt, der wird vernichtet werden. Doch ich gewinn aus Gottes Nähe Stärke, Vertrauen, festen Glauben, Zuversicht, Er ist mein Hort und Schutz, ich zage nicht. Erzähle preisend seine hohen Werke. 74. Von Asaph. Warum, o Herr, hast du uns ganz verleugnet? Warum ist wider uns dein Zorn entbrannt? Du hast uns doch erlöst mit starker Hand Und uns vor Zeiten selbst dir zugeeignet! Du hast uns Zion zum Besitz gegeben, Die eigne Wohnstatt. Komm und schau dich um: Verwüstend tobt der Feind im Heiligtum, Wo schmählich Götzenbilder sich erheben. Wie in dem Wald des Schlägers Axt die Bäume Zu Boden wirst, so trifft des Feindes Beil Zerstörend alles Schnitzwerk, nichts ist heil. Entweiht und ausgebrannt des Tempels Räume. Der Heiden Schar will uns zumal erschlagen. Doch deine Hallen macht ihr Grimm vergehn, Nicht Altar ist und nicht Prophet zu sehn; Herr, Herr, wie lange sollen wir es tragen! Wie lange, Herr, soll unser Dränger höhnen. Wie lange deinen Heilgen Namen schmähn, Wie lange, weil du zauderst, Unheil sän? Du unser König, lasse dich versöhnen! Du halfst uns allezeit, wenn unser Leben Bedroht war, hast das Meer vor uns geteilt, Du hast den Feind mit jähem Tod ereilt. Den wilden Tieren ihn zum Raub gegeben.

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