Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 45 (8.11.1901)
- Date
- 1901-11-08
- Page
- Seite 710 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 710. Israelitische Wochenschrift. Nr. 46. Verständigung möglich ist und erfolgen wird. Ob die einzelne Organisation einen oder mehrere Delegierte zu wählen hat, ob einzelne Gemeinden selbständig Delegierte erwählen, oder mehrere kleine Korporationen zusammen ihren Vertreter bestimmen — all das wird durch gemeinsame Besprechung festgestellt werden. Eine Frage der Zweckmäßigkeit ist es, wie oft und an welchem Ort die Delegierten-Versammlung zusammenzutreten, in welchen Zeiträumen der Ausschuß ihr Bericht zu erstatten hat und Aehnliches mehr. Die Hauptsache ist und bleibt, daß eine Vertretung aller deutschen Juden geschaffen wird, die als solche beglaubigt ist, für alle deutschen Juden eine Schutzwehr gegen unberechtigte Angriffe bildet, Behörden, Verwaltungen und Privatpersonen gegenüber unsere Rechte wahrt und durch Rat und That Aufklärung schafft, wo Unverstand, Haß und Neid die Rechte der Juden zu verkümmern drohen. Was der Einzelne nicht erreichen kann, was die einzelnen Korporationen oder Organisationen nicht vermocht haben, das wird die Gesamtorganisation erreichen. Früher oder später muß es zu dieser Gesamtorganisation kommen, dazu drängen die Verhältnisse mit zwingender Notwendigkeit. Helft uns daher schon jetzt die Organisation zu schaffen, die um so wirksamer sein wird, je schneller sie ins Leben tritt!" Das, was hier vorgeschlagen wird, ist alles mögliche, nur kein „Judentag". Ob der Vorschlag selbst gut ist und ob er gut begründet worden, mag späterer Erörterung Vorbehalten bleiben. Nie psaliiitii. Uebersetzt von M. A. K. Nachdruck verboten. 36. Von David. Ich weiß, was der Frevler dichtet, Der Gottesfurcht verbannt: Aus Haß ist sein Auge gerichtet. Zur Sünde sein Herz gewandt. Er meidet das Gute, trüglich Ist bei ihm Wort und That, Er flieht, was recht und klüglich, Er sinnt und spinnt Verrat. Doch deiner Gnade weichet Der weite Himmelsraum, Und deine Treue reichet Bis an der Wolken Saum. Dein Recht steht ohne Wanken, Wie Berge, in Ewigkeit, Gleich Fluten ohne Schranken Ist deine Gerechtigkeit. Im Schatten deiner Flügel Sucht Schutz das Menschenkind; Wie sanft ist, Herr, dein Zügel, Wie ist deine Gnade lind! Du tränkst uns mit deiner Wonne, Du nährst uns mit deinem Gut, Dein Licht ist unsre Sonne, Du bist unsres Lebens Hut.! Laß deine Gnade scheinen Auf uns, die dich erkannt, Und alle Herzensreinen Umfasse dein Liebesband. Herr, laß mich nicht verjagen Durch Frevlers blutge Gewalt, Laß nicht meinen Nacken tragen Des Hochmuts Mißgestalt. Schon seh ich die Uebelthäter Hinstürzen; sie stehn nicht auf. Du hast, Gott unsrer Väter, Gehemmt der Frevler Lauf. 37. Von David. Nicht den Uebelthäter neide, Nicht den Bösen, denn ihn haut Wie das Gras der Sense Schneide, Und er welkt dahin wie Kraut. Auf den Herrn mit frohem Mute Hoffe! Wer sich redlich nährt In dem Land und thut das Gute, Dem wird, was das Herz begehrt. Laste nur den Ewgen walten! Was er thut, ist wohlgethan. Er erschließt durch Lichtgestalten Deines Rechtes sonnge Bahn. Harre still auf Gottes Willen, Und des Uebermütgen Glück Soll dich nicht mit Zorn erfüllen. Nicht verleiten Hand und Blick. Glücklich, wer des Herren harret, Doch der Frevler schnell verdirbt, Der Vernichtung Antlitz starret Ihm entgegen, wenn er stirbt. Seinen Armen hat beschieden Reiches Gut der ewge Gott; Sie genießen sieten Frieden, Eitel ist des Frevlers Spott. Ob er zähnefletschend drohet. Ob sein Bogen auch gespannt, Ob das Feuerzeichen lohet Und sein Schwert gezückt zur Hand — Nichtig ist's! Des Feindes Speere, Lenkt der Herr in Feindes Herz, Seinen Bogen, seine Wehre Bricht er, bricht des Panzers Erz. Besser karges Gut des Frommen, Als des Frevlers üppig Teil; Diese werden jach verkommen. Jener wartet ewges Heil.