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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1901-10-25 · 43 (25.10.1901) · p. Seite 682

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
43 (25.10.1901)
Date
1901-10-25
Page
Seite 682 (sequence 10)
Language
German
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Seite 682. Israelitische Wochenschrift. Nr. 43. Auf meiner Aengfte Fragen Gab er in Huld Bescheid, Von Fürchten und von Beben Hat mich der Herr befreit. Wer auf ihn blickt, wird aufrecht. Und stolz, wer zu ihm schwört, Und wenn ihn Arme rufen, So hats der Herr gehört. Der Engel Heer umlagert Der Gottesfürchtgen Schar, Hilf ihr in allen Nöten Und schütz sie vor Gefahr. O seht, o seht, wie freundlich Der Herr herniederschaut! Der hat das Heil gewonnen. Der ganz aus ihn vertraut. Ehrsürchtet Gott, ihr Frommen, Ehrfürchtet unfern Herrn! Führt ihr ein heilig Leben, So bleibt euch Mangel fern. Der Reiche, gottverlassen. Trotz Fülle darben muß; Doch die den Herren suchen, Die haben Uebersluß. Ihr Menschenkinder, höret. Ich lehr euch Furcht des Herrn! Und habt ihr gute Tage Und frohes Leben gern. So hütet eure Zunge Vor Bösem und vor Trug, So wahret eure Lippen Vor Falschheit und vor Lug! Thut Gutes, wo ihr könnet — Ihr thut es nie zuviel — Der Friede sei euch Freude, Sei eures Strebens Ziel! Es ist des Herren Auge Den Frommen zugekehrt In Liebe, Huld und Milde, Gott hat ihr Flehn gehört. Doch auf die Frevler blicket Voll Zorn sein Angesicht, Er gehet mit den Sündern Gar strenge ins Gericht. Wer auf ihn blickt, wird aufrecht, Und stolz, wer zu ihm schwört, Wenn ihn Gerechte rufen, So hats der Herr gehört. Dem schwer bedrückten Herzen, Dem ist der Ewge nah. Den tiefgebeugten Seelen Hilst Gott - Hallelujah! Wenn noch so viele Plagen Der Frommen irdisch Teil — Gott schützet Leib und Seele, Macht hier und dort sie heil. Doch ihre argen Feinde, Ein gottlos frech Gezücht, Sie trifft mit Todeszorne Des Herren Strafgericht. Wir aber, seine Knechte, Wir bann auf seine Huld, Uns wird der Herr erlösen, Besrein von aller Schuld! Literarisches. Kinderpredigten. Von Dr. Hochfeld, Rabbiner in Frankfurt a. O. Verlag von M. Poppelauer in Berlin. Preis 2 M. Der Verfasser hält die Frage, ob die Kinderpredigt ein unterrichtlicher Vortrag sein soll oder sich mehr den Gesetzen der Homilie anzupassen habe, für noch nicht entschieden. Er möchte eine fruchtbare Diskussion hierüber herbeisühren, und bietet seine Kinderpredigten als Anknüpfungspunkt. Wir gestehen, daß wir aus den prinzipiellen Streit gar keinen Wert legen. Kinderpredigten können in dem einen wie in dem anderen Fall vortrefflich sein. Uns haben die vorliegenden Predigten sehr gut gefallen. Lehrbuch der Samaritanischeu Sprache und Literatur. Von I. Rosenberg. Verlag von A. Hartleben in Wien, Pest und Leipzig. Eine leichtsaßliche Darstellung der samaritanischen Sprache und Literatur ist längst Bedürfnis. Das alte und neue Testament, die Kirchenväter und der Talmud befassen sich oft und eingehend mit den Samaritanern, den Pentateuch besitzen die Samaritaner in einer älteren Rezension als unser massorethischer Kanon, in der samaritanischen Literatur hat sich die hebräische und aramäische Sprache ganz unabhängig und abweichend vom massorethischen Hebräisch entwickelt, Ursache genug, um die Religionslehrer, Theologen und Orientalisten für diese merkwürdige Sprache und Literatur zu interessieren. Und dennoch ist die Zahl derer, die sich mit diesem Literatur-— zweig befassen, verhältnismäßig gering, wohl nur deshalb, weil das Material, in seltenen und kostspieligen Werken und Zeitschriften zerstreut, schwer zugänglich ist. Im vorliegenden Werk ist für den Ansänger alles Nötige übersichtlich und leichtsaßlich dargestellt, und eine ausführliche Bibliographie wird den Lernenden in den Stand setzen, seine samaritanischen Kenntnisse zu erweitern. Der Verleger hat das Buch nett und gefällig ausgestattet, und der am Ende des Buches beigesügte Brief des gegenwärtigen Hohenpriesters der Samaritaner zu Nablus wird gewiß als eine interessante Beilage seitens des Lernenden freudig begrüßt werden.

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