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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1901-10-25 · 43 (25.10.1901) · p. Seite 680

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
43 (25.10.1901)
Date
1901-10-25
Page
Seite 680 (sequence 8)
Language
German
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Seite 680. Israelitische Wochenschrift. Nr. 43. II. Wenn ihnen dies Buch erschiene Recht öd, mich quälte es nicht viel. Sie sind gottlob! ja die bonne Hermine Zu diesem bösen Spiel. Herr, erhör mich unverweilet, Sei mir Hilfe, Schutz und Feste! Denn du bist gerecht, du führest Mich durch alle Not aufs Beste. III. In deinen Mienen meinen Herrn ich fand, Hermine sei darum von mir genannt — Wippchen. Auch in Prosa hat Stettenheim Sonnenthal gefeiert, so anläßlich des Banketts zu Ehren des berühmten Schauspielers im Berliner Kaiserhof vor 10 Jahren — 5. April 1891 —; zur Erklärung der Tischkarte sagte er witzig: „Sämtliche Kritiker Berlins, von A bis Z, nämlich von Adami bis Zabel, stehen aus Seiten Sonnenthals; darunter ist mancher ohne Furcht und Tadel, wie z. B. mein Freund Schlenther, der im Lob so vorsichtig ist, daß er fich nur einmal verlobt hat. Im Lobe Sonnenthals aber 'waren wir alle einig, wir wußten, daß er nicht der erste beste, sondern der Erste und Beste ist. . . Das öffentliche Lob ist wie der Welfensonds. Dann und wann gelangt es an jemand, der wirklich Anspruch darauf hat, denn viele Künstler sind nichts als Schwiegerväter der Muse, die das Lob mehr als Unterstützung, denn als Anerkennung einsangen. . . . Von den Dichtern der neuen Schule wird die Vererbung dargestellt, aber wenn sie alle Nebel vererben lassen, so läßt leider keiner merken, daß der Idealismus unserer Klassiker, der in ihren Augen doch auch als eine Krankheit gilt, gleichfalls vererbt worden sei. Würde einer der Jüngeren heute den „Faust" schreiben, gewiß, Gretchen würde niemals ungeleitet nach Haus gehen. Nathan der Weise würde durch die drei Ringe springen, anstatt ein so langes Gedicht von diesen zu deklamieren. Egmont würde seinem Klärchen spanisch Vorkommen, Ferdinand würde mit Luise in dem Mtller'schen Hinterhaus anstatt matter Limonade Sekt trinken und sein Vater würde an dem Flötenunterricht teilnehmen, so daß schließlich der Residenz eine Geschichte erzählt wird, nicht wie man Präsident, sondern wie man der alte Klingsberg wird. Wozu die Theater, die diese Literatur protegieren, einen Vorhang haben, das versteht man erst, wenn man die Stücke liest, die vorläufig noch nicht gegeben werden- Und in solcher Zeit ist es wahrhaft erfreulich, einen Künstler in einer einflußreichen Stellung zu wissen, der, wie Sonnenthal, das Ideal sesthält und uns die Klassiker immer wieder giebt." Uebersetzt von M. A. K. 31. Nachdruck verboten. Von David. Darf ich, Ewger, zu dir flüchten. Wird mich Schande nicht erreichen; Denn du bist gerecht, wirst ewig Nicht von meiner Seite weichen. Lösest mich aus Netz und Fallstrick Und befreiest meine Seele, Die ich deiner Vatertreue, Deiner ewgen Huld befehle. Tief verhaßt ist Götzendienst mir; Dir vertrau ich, zu dir bete Ich mit innigem Frohlocken, Du sahst meiner Seele Nöte. Hast mich nicht der Hand des Feindes Ueberliefert, hast die Füße Mir gestählt, so daß sie eilend Schreiten über Hindernisse. Sei mir gnädig, Herr, mir banget! Auge, Leib und Seele zagen, Kummervoll vergeht mein Leben, Meine Jahre unter Klagen. Sünde drücket mich zu Boden, Rafft hinweg die Kraft der Glieder; Höhnend siehts der Feind, die Freunde, Sie erkennen mich nicht wieder. Bin ein Schrecken meinen Nächsten, Als ein Toter schon betrachtet. Ausgelöst aus ihren Herzen Und den Scherben gleich geachtet. Ich vernehme, wie sie lästern. Wie sie Schreckensvolles sinnen, Wie-sie mein Verderben planen Und ihr Frevelwerk beginnen. Herr, ich bau auf deine Hilfe, Das Verderben kannst du wenden. Kannst mich vor den Feinden retten, Mein Geschick trägst du in Händen. Laß dein Antlitz gnädig leuchten Deinem Knecht! Zu Schanden werden Laß nicht mich, nein, meine Feinde, Tilge sie vom Licht der Erden! Mach den Lügenmund verstummen, Der in Trotz und Hochmut eifert, Der mit Schmähn und mit Verachtung Wider die Gerechten geifert! Unermeßlich ist die Gnade. Die du Gottessürchtgen schenkest, Die vor aller Menschen Augen Du mit deinem Schutz bedenkest. Schirmest sie mit deinem Lichte Vor der Menschen bösen Zungen, Vor der Menschen bösem Trachten Und vor ihren Lästerungen.

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