Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 39 (27.9.1901)
- Date
- 1901-09-27
- Page
- Seite 619 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 39 Israelitische Wochenschrift. Gerte 619. Herr, deinen Namen will ich loben, Gerechtigkeit ist deine Zier, Dich preisen in den Himmeln droben, Gerechtigkeit ist dein Panier! 8. Herr unser Gott, dir singet Des Himmels Saal, Von deinem Ruhm erklinget Die Erde' zumal. Loblieder erschallen Aus^ Kindermund, Der^Säuglinge Lallen Thut Preis dir kund. Der Feinde Toben, Es ist gelähmt; Die frech sich erhoben, Sie stehn beschämt. In strahlendem Scheine Mein Auge schaut Den Himmel, den deine Hände gebaut. Der Mond und die Sonne, Das Sternenzelt, Du hast sie zur Wonne Uns ausgestellt. * Was ist der Mensch, daß du sein achtest, Der^Menschensohn, daß du sein denkst Und ihn zum Herrn der Erde machtest, Daß du in Huld sein Schicksal lenkst? Bekleidest ihn mit Herrschgewalten, Hebst ihn zu deiner Höhe fast. Läßt ihn nach seinem Willen schalten In deiner Schöpfung Prunkpalast. * Was sich in Fluß und Meeren reget. Was aus den Feldern wächst und blüht. Was in den Wäldern sich beweget. Was fliegend durch die Lüfte zieht — Das Alles hast du ihm gegeben. Den erst dein Werdewort erschuf. — Herr, laß zu deinen Höhen schweben Den dankerfüllten Jubelrus. 9. Preisen will ich deine Thaten, Höchster, deine Wunder künden, Will mit Freude und Frohlocken Singen deines Namens Ruhme. Meine Feinde sind gewichen, Sind gestürzt vor deinem Antlitz. Herr, du führtest meine Sache, Thronend als gerechter Richter. Streng verwarntest du die Völker, Tilgtest aus der Frevler Reihen, Daß ihr Name ausgelöscht ist Im Gedächtnis aller Zeiten. Hingeschwunden sind die Feinde, Trümmer sind sie. Ausgerottet Sind die Städte, wo sie weilten, Ausgelöscht ist ihr Gedenken. Herr, dein Thron ist ausgerichtet; Ewig steht er. Und du richtest Mit Gerechtigkeit das Weltall, Mit Geradheit alle Völker. Herr, du bist den Unterdrückten Eine Feste in der Drangsal. Dir vertrauen, die dich kennen; Die dich suchen, ihnen hilfst du. * Singt dem Herrn, der thront aus Zion, Kündet seinen Ruhm den Völkern! * Er gedenkt vergoßnen Blutes, Denkt der Dulder, hört ihr Rufen, Sieht voll Zorn der Hasser Toben, Und ihn grämt der Dulder Elend, Löst sie aus des Todes Krallen. * Singt dem Herrn und seiner Hilfe, Singet in den Thoren Zions! * Hingesunken sind die Völker In die selbstgegrabene Grube; In dem Netz, das sie gespreitet, Ist ihr eigener Fuß gefangen. Herr, du hast dich offenbaret, Herrlich, in gerechtem Walten, Hast die Frevler in der eignen Hände Miffethat verstricket. In die Gruft die Frevler fahren Und die goltvergeffnen Völker. Nicht für immer ist vergessen Der Bedrängte, und des Armen Hoffnung ist nicht ewig eitel. Denn Gott rufet alle Völker, Stellt sie vor sein Richterantlitz. Menschensöhne, drum vor Hoffahrt Und vor Uebermut bewahrt euch. Daß nicht erst der Schrecken Gottes^ Eure Schwäche offenbare!