Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 39 (27.9.1901)
- Date
- 1901-09-27
- Page
- Seite 617 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- IRI
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Nr. 39. Israelitische Wochenschrift. Seite 617. Die Psalmen. Uebersetzt von M. A. K. Nachdruck verboten. 1. Heil dem Manne, Der die Gottesleugner meidet, Nicht den Weg der Sünder wandelt, Nicht sitzt, wo die Spötter sitzen, Der sich freut an Gottes Lehre, An ihr hanget Tag und Nacht! Ewig frisch belaubtem Baume, Desien Aeste schwer von Früchten, Dessen Wurzeln reich bewässert, Gleicht der Mann; was er beginnet, Das gerät ihm. Heil dem Manne! Doch der Gottesleugner, nimmer Kann er vor Gericht bestehen. Und der Sünder zur Gemeinde Der Gerechten nimmer kommen. Flüchtig, ohne Halt und Dauer Sind sie. Hebt der Wind sich, stieben Sie wie leere Spreu von hinnen. Der Gerechten Pfaden winket Gütig unseres Gottes Auge, Doch der Frevler Spur vergehet. 2. Was toben die Heiden? in heimlichem Rat Was sinnen die Träger der Kronen? — Sie wollen in srevliger Missethat Des Herrn Gesalbten entthronen. Drob lacht im Himmel der ewige Gott, Und zornvoll schreckt er die Thoren: „Kurzsichtige Frevler! ihr werdet zum Spott, „Eures Anschlags Müh ist verloren. „Den König, den ich liebevoll „Gesalbt zum Herrn der Nationen, „Auf meinem heiligen Berge soll „Unangetastet er wohnen. „Ihm gab ich die Völker und alles Land, „Mach ihn zu des Erdballs Erben; „Mit eisernem Zepter schlägt seine Hand „Zu Trümmer euch und Scherben. „Ihr eitlen Fürsten, wahnumgarnt, „Ich nahe in Ungewittern; „Dem König huldigt — ihr seid gewarnt — „Dient mir in Furcht und Zittern! „In Demut küßt des Königs Hand, „Daß euch sein Zorn nicht verzehre!" Herr, deiner Gnade Unterpfand -Ist Heil und Schutz und Wehre. 3. Zahllos sind, die nach mir jagen, Zahllos meiner Feinde Reihn; Meine Seele, hör ich klagen, Will der Ewge nicht befrein. Herr, mich tröstet bessrer Glaube: Du bist meiner Ehre Schild, Du erhebst mich aus dem Staube, Linderst meine Wunden mild. Bis zu deinem Heiligtume Dringt mein inniges Gebet, Das zu deinem ewgen Ruhme Schutz und Rettung mir erfleht. Sichren Schlaf und neue Stärke Schenkst du mir. Voll Zuversicht Geh ich frisch zum Kriegeswerke. Herr, du hilfst — ich zage nicht. Tausend nicht und nicht Zehntausend Fürcht ich, ob auch unbewehrt; Mich schützt Gottes Arm, der sausend Und zerschmetternd niedersährt. Herr, mein Helfer — meine Seele Hast du wunderbar befreit; Herr, mein Helfer — dir befehle Ich mein Volk in Ewigkeit. 4. Erhör mich, wenn ich zu dir bete, Set gnädig, Herr, und steh zu mir! Wenn ich in Drangsal vor dich trete, Sei du mir Hilfe und Panier! Wie lange wollt ihr mir zum Trutze, Ihr Menschenkinder, lügend schmähn? Ich stehe unter Gottes Schutze, Er hört mein Rusen, hört mein Flehn. Erbangt ihr nicht? Laßt ab von Sünde! Ihr Menschenkinder, überlegt! Und eures Opfers Duft verkünde. Daß ihr aufrichtig Reue hegt. Vertraut dem Herrn! Er läßt aufs Neue Sein Antlitz leuchten, euch zum Trost. Mich freut im Herzen eure Reue Weit inniger als Korn und Most. Nun ruht aus meinem Haupt die Krone Mir wieder fest, die Gott verliehn! Ihm dank ich, daß ich sicher wohne, In Frieden meinen Weg kann ziehn.