Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 31 (2.8.1901)
- Date
- 1901-08-02
- Page
- Seite 493 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 31. Israelitische Wochenschrift. Seite 493. verschiedene chirurgische Instrumente. Schließlich bildete sich ein neues Komitee mit Dr. Castro Bey als Präsidenten und dem Vorsitzenden des jüdische» Konjistoriums Dr. Jsaac Pascha als Vicepräsidenten, das sich die Aufgabe stellte, ein der Stadt und der jüdischen Gemeinde Konstantinopel würdiges jüdisches Krankenhaus zu erbauen. Die verstorbene Baronin Hirsch, Bankier Leon in Paris und andere wohlthätige Persönlichkeiten und Vereine spendeten erhebliche Beiträge, und so konnte endlich der schöne Neubau hergestellt werden, der 250 000 Frcs. gekostet hat und dessen innere Einrichtung allen Erfordernissen der modernen Krankenpflege gerecht wird. Das neue jüdische Krankenhaus ist jetzt die schönste jüdische Anstalt in Konstantinopel. Jerusalem, 22. Juli. (Wasserversorgung. — Auswanderung von Bauarbeitern. — Von den Kolonien. — Der neue Gouverneur.) Der durch den regenarmen Winter entstandenen Wassernot ist wenigstens in etwas abgeholsen worden. Aus Anregung und mit Mithilfe der hiesigen jüdischen Gemeinde ist ein zur Moses Montefiore-Testaments- Stistung gehöriges Gebäude in der Nähe des Jaffathors repariert und zu einer Cisterne umgebaut worden, die das von Bettir mit der Eisenbahn herangeschaffte Wasser auszunehmen bestimmt ist. Außerdem wird eben der von den Teichen des Salomon in die Stadt führende Aquädukt ausgebeffert, die bisherigen irdenen Rohre werden durch eiserne ersetzt. Die aus 4000 Psd. türkisch geschätzten Kosten dieses Werkes werden aus einem türkischen Wohlthätigkeitsfonds bestritten; der Beginn der Arbeit ist mit großer Feierlichkeit eingeleitet worden, der die türkischen Behörden und die mohamedanische Geistlichkeit beiwohnten. Von dieser Wasserleitung, die Ende August fertig gebaut sein soll, wird auch das jüdische Stadtviertel mit versorgt werden. Dank dieser Maßregeln ist der Preis des Wassers nicht gar so hoch gestiegen, wie befürchtet wurde; doch ist er immer noch eine große Ausgabe für die armen Leute, die sonst vor September kein Wasser zu kaufen brauchten. Eine weitere üble Folge des Wassermangels ist die teilweise Einstellung der Bauthätigkeit, die viele Handwerker brotlos gemacht hat. Eine beträchtliche Anzahl von Bauarbeitern ist bereits ausgewandert, andere sind nur durch den Mangel an Reisegeld von der Auswanderung abgehalten worden. Die I. C. A. hat zwar einer Reihe von Arbeitern zur Auswanderung verholsen, hat aber damit bei vielen hiesigen Einwohnern Anstoß erregt, die der Meinung sind, die I. C. A. hätte mit denselben Unterstützungsgeldern den Arbeitern das Hierbleiben ermöglichen können. — Die Frucht- und Weinernte in den jüdischen Kolonien läßt sich gut an. Der Wein wird so reichlich sein, daß die bis jetzt immer noch nicht erweiterten Kellereien in Rischon le Zion wieder nicht genügen werden und deshalb die Trauben zu außergewöhnlich billigen Preisen werden verkauft werden müssen. Die im Mai von hier an Baron Edmond von Rothschild nach Paris abgesandte Deputation hat gar keinen Erfolg gehabt. Die Leute hätten besser gethan, ihre Reise für den Verkauf ihrer Weine zu sruktifizieren. Baron Rothschild hat seine der Deputation erteilte Antwort drucken und an die hiesigen Kolonien verteilen lassen. Darin wird den Kolonisten vorgeworfen, sie hätten im Anfang zu gut gelebt und sich ' durchaus nicht um die Zukunft gekümmert. Daß die frühere Verwaltung ebenfalls Mißgriffe gemacht, wird zugestanden, immerhin sind ungeheure Summen mit geringem Erfolg ausgewendet worden. Späterhin sollen auch noch neue Landerwerbungen stattfinden. Trotz des etwas strengen Tons der Kritik hoffen die Kolonisten, daß Baron Edmond nicht aufhören wird, für sie zu sorgen, bis sie vollständige Selbständigkeit gewonnen haben. — Der bisherige Gouverneur von Jerusalem, Tewfik Bey, verläßt diesen Posten, um als Vali nach Salonichi zu gehen. Während der drei Jahre, die er hier im Amt gewesen, hat sich Tewfik Bey als gerecht und tolerant erwiesen und sein möglichstes gethan, die Behörden in Konstantinopel von der absoluten Ungesährlichkeit der jüdischen Einwanderer zu überzeugen. Sein Nachfolger ist Achmad Jewad Pascha; man sagt von ihm, daß er ein gerechter Mann und von jedem religiösen Vorurteil frei ist. Viktoria in Britisch-Kolumbia, im Juli. (Aus der jüdischen Gemeinde.) Seitdem vor fünf Jahren der damalige Rabbiner unserer Gemeinde Dr. Philo einem Ruf nach Cincinnati gefolgt ist, war die jüdische Gemeinde ohne geistliches Oberhaupt geblieben und hat diesen Mangel sehr schmerzlich empfunden. Jetzt ist es gelungen, in dem Rabbiner M. N. A. Cohen einen neuen Seelsorger für uns zu finden, der es hoffentlich verstehen wird, das Ansehen und die Bedeutung unserer Gemeinde und ihr religiöses Leben wieder zur früheren Höhe zu bringen, auch den durch das Fehlen eines Rabbis verringerten Zufluß von Juden wieder hierher zu leiten. Die jüdische Gemeinde von Viktoria ist 1862 begründet worden. Sie hat eine hübsche für ungefähr 400 Personen eingerichtete Synagoge mit daranschließendem Gemeinde- und Schulhaus. Am Sabbat und Sonntag wird unter der Leitung des Rabbiners Religionsunterricht erteilt. Ein jüdischer Frauenverein wirkt besonders wohlthätig in der Unterstützung von armen auf der Reise nach Klondyke und den nördlicheren Gebieten befindlichen Glaubensgenossen, die an ihren Bestimmungsort befördert werden. Die hiesigen Juden leben im herzlichsten Einvernehmen mit ihren christlichen Nachbarn. Sie sind allgemein beliebt, einige von ihnen sind Mitglieder der Handelskammer. Personalnachrichten und kleine Mitteilungen. Der englische Gesandte in Tanger, Sir Arthur Nicolson, hat mit seiner Gemahlin der Schulprüfung in der Schule der Alliance Jsraslite beigewohnt. Lady Nicolson übernahm die Verteilung der Preise an 32 Mädchen und 33 Knaben. Die Preise sind von Herrn Nathaniel L. Cohen in London gestiftet für die besten Leistungen in Religion, Hebräisch, Französisch und Englisch. — In Bad Neuenahr wird eine Synagoge gebaut, die im August eingeweiht werden soll. — Baron Henri von Rothschild in Paris hat den Armen der Stadt die 20 000 Frcs. geschenkt, die er in dem Beleidigungsprozeß von der „Libre Parole" als Schadenersatz erhalten hat. Vakanzen. Dortmund. Hilfsk. für hohe Feiert. (Chor u. Orgel.) Meid, an Vorst. — Castrop i. W. Hilfsk. für hohe Feiert. Meld. an Ph. Aronheim. — Marienburg i. Westpr. Hilfsk. für hohe Feiert.Meld. an H. Flatow. — Bärwalde i. Pom. K. von 1. 9. bis 15. 10. Meld. an Schufftan. — Harburg, Bayern. Rel.-L., K., Sch., 1250 M. Eink. und fr. W. Meld. an Gerson Stein. — Sprend-