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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1901-07-26 · 30 (26.7.1901) · p. Seite 478

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
30 (26.7.1901)
Date
1901-07-26
Page
Seite 478 (sequence 14)
Language
German
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Seite 478. Israelitische Wochenschrift. Nr. 30. uj ljcyen Lemberg. Dem Bericht hat der Rektor Prof. Dr. Adolf Schwarz eine Abhandlung voransgeschickt: Der hermeneutische Syllogismus in der talmudischen Litteratur, ein Beitrag zur Geschichte der Logik im Morgenland. Der gelehrte Aufsatz behandelt den Quol wachomer, seine Entwicklungsphasen und seine Syllogistik. Er kommt zu dem Schluß: „Die talmudische Dialektik will weder prunken noch täuschen; im Dienst der Wahrheit stehend vermeidet sie jedweden Schein, als wäre es ihr um die Besiegung eines Gegners und nicht um den Sieg der Wahrheit zu thun, und daß diese Wahrheit das letzte Wort behalte." Budapest, 21. Juli. (Ein jüdischer Arzt geadelt.) Der Honvedminister Baron Fejevary hat vor einiger Zeit aus den Rat des Königs Franz Joseph den hiesigen Arzt Dr. Emanuel Herzl konsultiert und sich bei ihm einer sehr schwierigen Operation unterworfen. Nachdem die Operation glänzend geglückt und Baron Fejevary wieder genesen ist, hat der König zur Belohnung dafür dem Dr. E. Herzl den Adel verliehen. Diese Auszeichnung hat um so größeren Wert, als hier seit langer Zeit kein Arzt geadelt worden ist. Paris, 21. Juli. (Jüdische Kolonisten in Mexiko.) Dr. L. von Blowitz ist aus Mexiko zurückgekehrt, wo er einige Wochen geweilt hat, um die Ansiedelung jüdischer Auswanderer zu betreiben. Am 10. Juni ist er vom Präsidenten Dias in Audienz empfangen worden und hat von deren Ergebnis folgende Mitteilung gemacht: Niemals bin ich mit größerer Artigkeit und größerem Entgegenkommen empfangen worden, als es durch den Präsidenten Dias geschah. Obgleich mein Plan ihm ganz neu war, faßte er die Sachlage sofort richtig aus und gab mir die Versicherung, er wolle Alles thun, was in seiner Macht liege, um die Kolonisation meiner Glaubensgenossen in diesem Land zu fördern. Die Hauptsache ist, ihnen besondere Eigentumsrechte unter dem allgemeinen Schutz der Gesetze zu sichern und sie als Bürger des Landes einzusetzen. Der Präsident betonte, es gebe genug kultivierbaren Boden im Land, und die Juden wären das geeignete Volk dafür. Nach einem Jahr würde er sie zu vollständigen Staatsbürgern machen, mit vollem Wahlrecht nach den Landesgesetzen. Freilich würden sie niemals zum Präsidenten oder Premierminister gewählt werden können, weil sie nicht geborene Landeskinder sind. Es wird erwartet, daß die Hauptpunkte für Kolonisation im Staat Coahuila gewählt werben, wo große Landstriche mit reichem zur Landwirtschaft geeigneten Boden zur Verfügung stehen. Petersburg, 19. Juli. (Wohnrecht für jüdische Arbeiter.) Bisher ist die Bestimmung, daß jüdische Arbeiter das Aufenthaltsrecht in Dörfern außerhalb des Ansiedelungsgebiets bis zur Beendigung ihrer Arbeiten genießen, von verschiedenen Behörden so ausgelegt worden, daß dieses Recht nur für die Arbeiter persönlich gilt, aber nicht auf ihre Familien ausgedehnt werden darf. Kürzlich ist vom Senat die Verordnung erlassen worden, daß die zeitweilige Aufenthaltserlaubnis für Arbeiter in Städten oder Städtchen oder Dörfern allemal auch für ihre Familien Geltung haben solle. Diese Bestimmung deckt sich mit den Civilgesetzen, nach denen jedes Familienoberhaupt das Recht hat, alle Familienmitglieder bei sich zu haben. Petersburg, 19. Juli. (Es bleibt beim Alten.) Der neue Unterrichtsminister Generaladjutant P. S. Wannowski hat bekanntlich eine Reform der Universitäten beabsichtigt, und manche russischen Juden haben die Hoffnung gehegt, daß die Zahl der jüdischen Studenten, die bisher nur 10 Prozent aller an einer Universität Studierenden betragen darf, erheblich erhöht werden würde. Wie nun verlautet, wird diese Hoffnung sich nicht erfüllen, denn General Wannowski hat an alle Kuratoren der Schuldistrikte die Weisung ergehen lassen, die bestehenden Vorschriften über die Zulassung von Juden zu den Universitäten strengstens durchzusühren. — Es ist immerhin möglich, daß jene Reform auch noch unter dem gegenwärtigen Regime kommt. Einstweilen aber würde man alle Ursache haben, einstweilen befriedigt zu sein, wenn der ehemalige Kriegsminifter und jetzige Unterrichtsminister durchsetzte, daß wirklich nur die geltenden Vorschriften in Anwendung kämen und nicht jeder Schubjack von Gouverneur oder Stadthaupt oder Polizeichef sich herausnehmen darf, die Vorschriften nach seinem Belieben zu deuten und dadurch die schmalen Rechte der Juden noch mehr zu kürzen. Gibraltar, 16. Juli. (Schließung der jüdischen Schule.) Die hiesige jüdische Schule hat geschloffen werden müssen, weil die Verwaltung nicht mehr in der Lage war, den Rektor und Lehrer Herrn I. Kossick zu besolden. Da die Schule bisher nach dem Urteil Sachverständiger viel Gutes geleistet, ist ihre schlechte Finanzlage sehr zu bedauern. Es ist zu wünschen, daß Mittel zu ihrer Aufbesserung gefunden werden. _ Personalnachrichten und kleine Mitteilungen. Im Stadtbezirk Stepnay in London hat die städtische Verwaltungsbehörde eine Warnung vor dem unvorsichtigen Fortwerfen von Obstresten in den Straßen in englischer Sprache und im Jargon veröffentlicht. Man erinnert sich, daß vor einiger Zeit einige Eisenbahnbetriebs-Bekanntmachungen im Ostend von London ebenfalls im Jargon erschienen sind. — Der Justizminister des Großherzogtums Hessen hat die Gefängnisdirektoren des Landes angewiesen, etwaige jüdische Gefangene nicht gegen ihren Willen am Sabbat und den jüdischen Festtagen zur Arbeit anzuhalten. — Der Direktor der David Sassoon-Schulen in Bombay, Herr Joseph Ezekiel, hat neuerdings sämtliche an jüdischen Feiertagen üblichen Gebete in die Marathi-Sprache übersetzt. Mit diesem Werk wird seine Uebersetzung der ganzen sephardischen Liturgie vervollständigt. Diese Uebersetzungen sind für den Gebrauch der Bene Israel-Gemeinden in Indien bestimmt. Vakanzen. Kosten, Prov. Posen. Zweiter K., Balk., Sch., IOOO M. Geh., fr. W. Meld. an Vorst. — Ludwigshafen a. Rh. Sem. gepr. Rel.-L. und K., 2300 M. Geh. Meld. an Moritz Wolfs. Bützow i. Meckl. Verh. Rel.-L., K., Sch. Meld. an I.Engel. - Hermeskeil, Reg.-Bez. Trier. Rel.-L. K., Sch., 600 M. Geh., fr. W., 200 M. Nebeneink. Meld. an Heinr. Heinemann. — Christ bürg, Westpr. K. und Sch., 1500 M. Geh., 200 M. gar. Nebeneink. Meld. an Vorst. — Christburg, Westpr. Vorb. für hohe Feiert., 100 M. und fr. Stat. Meld. an Vorst. — Landsberg a. W. K. und Sch., 1500 M. Geh., fr. W-, 300 M. Nebeneink. Meld. an Kantor Bellak. — Vandsburg. Rel.-L., K., Balk., Sch., 1000 M. Geh., 400 M. Nebeneink. Meld. an Arndt. — Rosenberg, O.-Schl. Hilfsk. und Balt. für hohe Feiert., 120 M. Meld. an Vorst. — Rummelsburg i. Pomm. Hilfsk. für hohe Feiert. Meld. an W. Blau. - Vietz a. d. Oftbahn. K., Balk., Balt. für hohe

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