Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 27 (5.7.1901)
- Date
- 1901-07-05
- Page
- Seite 428 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 428 Israelitische Wochenschrift. Nr. 27. ,Hebräisches Liebeslied", sein letztes vom März d. I. „Die Last der Liebe". Vor einigen Monaten ist noch ein zweites Lied von ihm erschienen: „O süße Nachtigall!" Bis kurz vor seinem Tod ist er täglich stundenlang am Schreibtisch und am Klavier thätig gewesen, sein Augenlicht und seine Geisteskräfte waren bis zuletzt ungetrübt. Er hinterläßt zwei verheiratete Töchter und zwei Söhne, von denen der ältere, Malcolm Charles Salaman, als Journalist und dramatischer Schriftsteller bekannt ist. London, 1. Juli. (Jahresbericht der Anglo-Jewish Association.) Der in der gestrigen Jahresversammlung der Anglo-Jewish Association zur Verteilung gelangte 30. Jahresbericht beginnt mit der Feststellung, daß die äußere Lage der Juden sich während des vergangenen Jahres in keinem Land der Welt wesentlich geändert habe. Die freundschaftlichen Beziehungen und die gemeinschaftliche Arbeit mit der Alliance Jsraelite Universelle und mit der I. C. A. haben ebenfalls keinerlei Veränderungen erfahren. Dagegen sind die der Gesellschaft gemachten Zuwendungen seit dem Tod einiger freigebiger Spender bedeutend geringer geworden, und es wird gebeten, der seit Jahren segensreich wirkenden Vereinigung häufiger zu gedenken. Die Anglo Jewish Association hat 35 Zweigvereine, davon 18 im Vereinigten Königreich, 15 in den Kolonien und fremden Ländern, einen in Indien und einen neubegründeten in Nagasaki in Japan. Die im Orient vom Verein mitunterhaltenen Schulen haben im Berichtsjahr 5067 Knaben, 3231 Mädchen und 887 kleine Kinder unterrichtet; der dafür von der A. I. A. gezahlte Zuschuß betrug über 3000 L. St. Die Einnahmen des letzten Jahres beliefert sich aus 6740 L. St. Davon lieferten die Beiträge 808 L.' St.; 557 L. St. kamen von den Zweigvereinen; 321 L. St. aus- Schenkungen; 632 L. St. aus einer Diner-Kollekte; 2745 L. St. Spenden für die notleidenden Juden in Rußland und Rumänien; 900 L. St. von den Herren N. M. Rothschild und Söhne für die Evelina Rothschild-Mädchenschule und 550 L. St. aus Legaten. Liberias, 20. Juni. (Jüdisches Krankenhaus.) Das hiesige jüdische Krankenhaus hat aus Mangel an Subsistenzmitteln geschlossen werden müssen. Herr Lazare Poliakoff in Petersburg hat seinerzeit das Krankenhaus bauen lassen und giebt jährlich 1000 srcs. Zuschuß; Lord Rothschild in London und die Herren Rothschild in Paris geben ebenfalls.4000 sres., doch das genügt nicht, und andere Einnahmen und Zuschüsse hat das Hospital bis jetzt nicht. Jetzt ist die Frau des leitenden Anstaltsarztes, Frau Bliden, nach London gereist, um dort Subskriptionen für das Krankenhaus zu erbitten, dessen Erhaltung von großer Notwendigkeit ist. Hoffentlich werden ihre Bemühungen Erfolg haben. Personalnachrichten und kleine Mitteilungen. Im Verein jüdischer Studenten wird am 9. d. (Dienstag) abends 8l/z Uhr im Vereinslokal, Lindenstraße 111, Herr stuä. jur. Blau über „Wirtschaftliche, soziale und politische Ursachen des Antisemitismus" Vortrag halten. Gäste sind willkommen. — Das Kuratorium der Pensions-, Witwen- und Waisenkasse des Verbands der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reich teilt uns mit, daß Gesuche, Schriftstücke u. s. w. während der Ferien, d. i. bis zum 13. August, an das Bureau des Deutschisraelitischen Gemeindebunds, Berlin W., Sigismundstraße 5, zu richten sind. — Der jüdische Deputierte der italienischen Kammer Signor Marco Donati ist in Terni gestorben und in seiner Vaterstadt Padua beerdigt worden, deren jüdischer Gemeinde er jahrelang als Präsident vorgestanden hat. — Der ausgezeichnete Jurist A. A. de Pinto im Haag hat das fünfundzwanzigjährige Jubiläum als Mitglied des obersten Gerichtshofs gefeiert. Vakanzen. Wehrda, Kreis Hünfeld. Elem.-L. und K., 1000 M. Geh., 120 M. Alterszul■, 130 M. Wohnungsentsch. Meld. an Dr. M. Cahn in Fulda. — Neustadt b. Pinne. K., Balk., Sch., 1000 M. Geh., 600—800 M. Nebeneink., fr. W. Meld. an Max Wolfsohn. — Greifenberg i. Pomm. Kultusb., 1200 M. Geh., 300 M. Nebeneink. Meld. an Julius Feldmann. — Ruß, Ostpr. Rel.-L., K., Sch., 1200 M. Geh., 600 M. gar. Nebeneink., fr. W. Meld. an Vorst. - Schockken, Posen. K. und Sch., 1200 M. Geh., 300 M. Nebeneink., 160 M. Wohnungszusch. Meld. an M. Markiewicz. — Hürben, bayer. Schwaben. Scham., Hilfsk. und Balk., 400 M. Geh. und fr. Holz. Meld. an Borst. — Ahrweiler. Rel.-L. und K., 800 M. Geh. Meld. an Vorst. — Pleß, O.-Schl. Rel.-L. und K., 1200 M. Geh., 300 M. Nebeneink. Meld. an Vorst. — Tiegenhos, Westpr. K., Balk., Sch., 900M. Geh. Meld. an Julius Goeritz. — Bälden bürg, W.-Pr. Rel.-L., K., Sch., 1350 M. Geh. Meld. an Albert Lefevre. — Obersitzko- K., Balk., Sch., 1000 M. Geh., fr. W., 400—600 M. Nebeneink- Meld. an H. Czollack. — Esch a. Alz. (Luxemburg). Lehrer u. K., 1500 Francs Geh. Meld. an L6on Cerf. — Schildberg. Rabb., 1800 M. Geh., 600 M. Nebeneink. Meld. an Elkan Lewy. — Egelsbach, Main-Neckarbahn. Rel.-L., K., Sch., 600 M. Geh., fr. W. Meld. an Laz. Simon. — Charlottenburg. Mus. geb. Vorbeter für hohe Feiert. Meld. an I. Raezinski, Berlinerstraße 68. — Wandsbek. Orth. Rabb. und Rel.-L., 2100 M. Geh. Meld. an I. Franck. — Spandau. Akadem. geb. Pred. und Rel.-L., 1800 M. Geh. Meld. an Selig Sternberg. — Berncastel. Rel.-L., K., Sch., 800 M. Geh., fr. W. Meld. an G. Thal in Cuns-Berncastel. — Brünn. Rabb. und Pred., akad. geb. Meld. an H. Epler. — Alt-Berun, O.-Schl. Rel.-L., K., Sch., Balk., Balt., 900 M. Geh., 600 M. Nebeneink. Meld. an Vorst. — Augsburg. K. für hohe Feiert. Meld. an Ludwig Bauer, Bahnhofstr. 16. — Lötzen, Ostpr. Rel.-L, K., Sch., 760 M. Geh., fr. W., 400—600 M.. Nebeneink. Meld. an Caspar Friedländer. — Bunde in Ostfriesland. Rel.-L., K., Sch., 900 M. Geh., fr. W., 200 M. für Unterr. in Nachbargem., 160 M. Nebeneink. Meld. an Moritz Nils. _ Feuillet'o n. Dus IahrMlicht. Erzählung von C. Berg. (Schluß.) Uebrigens war Malchen ein gutes Geschöpf, liebte ihren Mann aus Herzensgrund und spielte mit den beidesi kleinen Knaben wie ein großes Mädchen mit seinen Puppen; fütterte sie aufs Beste und putzte sie aufs Niedlichste heraus; wenn die beiden kleinen Kerlchen, wie zierliche Matrosen gekleidet, des Nachmittags an ihrer Hand spazieren gingen und um die Wette: „Mama, Mama!" riesen, da hatte die junge Frau an ihnen eine besonders stolze Freude. Ein Jahr daraus wurde Amalie Mutter eines Mädchens. Leider veränderte dieses freudige Ereignis die Situation sehr stark zu Ungunsten der beiden Knaben. Das Neugeborene