Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 14 (5.4.1901)
- Date
- 1901-04-05
- Page
- Seite 220 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 220. Israelitische Wochenschrift. Nr. 14. man allen Raufereien, mit und ohne „Komment", abhold sein und doch billigen kann, daß eine bedrängte Minderheit sich bestrebt zeigt, einer bedrängenden Mehrheit gegenüber mit den von dieser allein anerkannten und gewürdigten Mitteln sich Geltung zu verschaffen. Die Redaktion.) Berlin, 31. März. (Handwerker- und Künftler- Gesellschast.) Aus der vorwöchigen Generalversammlung der Gesellschaft jüdischer Handwerker und Künstler zur Unterstützung in Krankheitsfällen ist nachzutragen, daß die Gesellschaft, die 247 ordentliche und 694 außerordentliche Mitglieder zählt, im vorigen Jahr 12196 M. vereinnahmte und 9993 M. ausgab. Die Krankenkasse hat einen Bestand von 39 650 M.; die Witwenkasse mit 553 Mitgliedern und 8613 M. Einnahmen unterstützte 31 Witwen mit 8613 M. und besitzt ein Vermögen von 83 550 M. Das Krankengeld ist von 8 aus 10 M. wöchentlich erhöht worden. Neuerdings gewährt der Verein auch Invaliditäts-Unterstützung. In den Vorstand des Vereins sind die Herren Geheimrat Dr Pieck und A. Fränkel neu eingetreten. Berlin, 1. April. (Jubiläum). Heute feierte der Lehrer Herr Julius Heskel sein 50jähriges Lehrer-Jubiläum an der hiesigen Knabenschule der jüdischen Gemeinde. Herr Heskel bekleidet viele städtische und andere Ehrenämter. Er ist u.A. weit über 20 Jahre Vorsitzender des Bezirksvereins des Spandauer Stadtviertels u. s. w. Bei der körperlichen und geistigen Frische des Jubilars ist zu hoffen, daß dem sehr beliebten Bildner der Jugend ein freundlicher Lebensabend beschieden sein wird. Berlin, 1. April. (Dr. Max Ring.) Nach einem arbeits- und erfolgreichen Leben ist am Donnerstag der Schriftsteller Dr. Max Ring im Alter von 83 Jahren gestorben. Nachdem er in seiner schlesischen Heimat als Landarzt gewirkt und sich bei der Bekämpfung des Hungertyphus besonders verdient gemacht hatte, kam Dr. Max Ring in den vierziger Jahren nach Berlin und widmete sich vollständig literarischen Arbeiten. Er hat viele Romane, Novellen und Bühnenwerke geschrieben. Seine Beerdigung fand am Sonntag aus dem Friedhof in der Schönhauser Allee statt. Rabbiner Dr. Maybaum hielt die Trauerrede, der Schriftsteller Robert Schweichel ries dem dahingeschiedenen Freund warme Abschiedsworte nach. Berlin, 1. April. (Vorlesungsverzeichnis.) An der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums (Lindenstraße 48/50) werden im Sommer-Semester 1901 nachstehende Vorlesungen gehalten: Herr Dr. Baneth: 1) Talmud Babli stat.: Hullin Cap. VIII, 4 Stunden, Montags und Donnerstags 8—10 Uhr. 2) Talmud Babli cursorisch: Baba Mesba, Cap. VI, 4 Stunden, Sonntags und Mittwochs 8—10 Uhr. 3) Jore De'a (Tur und Schulchan 'Aruch LXI—LXIV, 2 Stunden, Montags und Donnerstags IO—11 Uhr. 4) Eben ha-'ezer Hil. Gittin (Fortsetz.), 1 Stunde, Donnerstags 11—12 Uhr. 5) Mischne Tora, III. Buch (Fortsetzung) 2 Stunden, Dienstags und Freitags 12—1 Uhr. 6) Einleitung in den Talmud, 1 Stunde, Montags 11—12 Uhr. Herr Dr. Maybaum: 1) Echa rabbatti, 1 Stunde, Dienstags 8—9 Uhr. 2) Homiletische Uebungen, 2 Stunden, Freitags 8—IO Uhr. Herr Dr. Schreiner: 1) Alte Pentateuchcommentare, 2 Stunden, Sonntags IO—12 Uhr. 2) Erklärung der 12 kleinen Propheten, 2 Stunden, Dienstags 9— IO und Mittwochs IO—11 Uhr. 3) Levi den Gerson, Milchamoth Adonai, 2 Stunden, Dienstags und Mittwochs 12—1 Uhr. 4) Systematische Religionsphilosophie, 3 Stunden, Dienstags, Mittwochs und Freitags 11—12 Uhr. 1 5) Geschichte der Juden, 2 Stunden, Dienstags und Freitags 10— 11 Uhr. Für Lehramtskandidaten und Lehrerinnen liest: Herr Dr. Baneth: 1) Rabbinische Texte (insbesondere Pirke Aboth) 2 Stunden, Donnerstags 5—7 Uhr. 2) Ueber den jüdischen Kalender, 1 Stunde, Montags 3—4 Uhr. Herr Dr. Maybaum: Methodik des jüdischen Religionsunterrichts, 1 Stunde, Montags 4—5 Uhr. Herr Dr. Schreiner: Systematische Religions-Lehre, 2 Stunden, Montags 6—7 Uhr. Die Eröffnung des Sommer-Semesters findet am 16. April um 11 Uhr vormittags statt. Alle Vorlesungen an der Anstalt sind unentgeltlich. Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie die rite immatriculirten Studierenden der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können aus Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen theilnehmen. Die Anmeldung erfolgt bei dem zeitigen Vorsitzenden des Lehrer-Kollegiums, Herrn Rabbiner Dr. S. Maybaum, in seiner Wohnung, Hinter der katholischen Kirche 1, täglich (mit Ausnahme der Sabbate und Festtage) von 11 bis 12 Uhr. Frankfurt a. M., 31. März. (Schulprüsung.) Gestern und heute hat hier die öffentliche Prüfung in der israelitischen Religionsschule stattgesunden und die besten Ergebnisse der Lehrthätigkeit dieser Anstalt an den Tag gelegt. Im abgclausenen Schuljahr sind 560 Zöglinge unterrichtet worden, davon IO in der Vorbereitungsklaffe für den rabbinischen Berus. An dem Talmudkursus mit 7 wöchentlichen Stunden haben sich 20 Schüler beteiligt. Den Vorstand bilden die Herren Rabbiner Dr. Horovitz, Pros. Dr. Joseph Werner, Alfred Geiger, Julius Carlebach, Aaron Meyer, L. Mainz und Jacob S. Posen. Dem Anftaltsbericht ist ein Abdruck der ergreifenden Gedächtnisreden beigegeben, die Herr Rabbiner Dr. Horovitz zur Würdigung des verstorbenen Barons Willy von Rothschild gehalten hat. Grätz, 31. März. (Rabbinerwechsel.) Herr Rabbiner Dr. Moritz Silberberg von hier hat sich entschlossen, einer Berufung nach Königsberg i. Pr. als Rabbiner des dortigen Adaß Jisroöl - Vereins zu folgen. Er hat hier segensreich und mit gern anerkannter eifervoller Hingebung gewirkt. Ihn begleiten die besten Wünsche in sein neues Domizil, namentlich der Wunsch, daß es ihm beschieden sei, in Königsberg den Gemeindefriedcn und die Einigkeit wiederherzustellen, deren Störung für die Urheber ein dauernder Vorwurf ist. Breslau, 31. März. (Von den Religionsschulen.) Der 58. Jahresbericht der Gemeinde-Religions-Unterrichtsanstalt