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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1899-12-22 · 51 (22.12.1899) · p. Seite 812

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
51 (22.12.1899)
Date
1899-12-22
Page
Seite 812 (sequence 21)
Language
German
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Seite 812. Israelitische Wochenschrift. Nr. 51. Falkenberg und Hirschfeld gewählt. Herr Dr. Adler dankten für das Vertrauen, das ihm der Verein seit Begründung entgegengebracht habe, sowie für die vielen Beweise der Anhänglichkeit und Zuneigung, deren er sich sterv zu erfreuen gehabt, und gab dem Wunsch Ausdruck, daß der Verein zu immer größerer Bedeutung im Leben der jüdischen Lehrer Berlins gelangen möge. Der neue Vorsitzende entwickelte, nachdem er der Thätigkeit des Herrn Dr. Adler rückhaltslos Anerkennung gezollt, die Gesichtspunkte, nach denen er den Verein zu leiten beabsichtige. — Zum Schluß wurde in eine Diskussion über die Thesen eingetreten, die Herr Kollege Hirschfeld im Anschluß an sein Referat über: „Auerbach, Biblische Erzählungen für die israelitische Jugend" aufgestellt hatte. Die Thesen wurden von der Versammlung in folgender Fassung angenommen: Die „Wissenschaftliche Vereinigung jüdischer Schulmänner zu Berlin" hält die Umarbeitung der „Biblischen Erzählungen" von Auerbach, wenn anders sie ihre hervorragende Stellung unter den Lehrmitteln für den Unterricht in der biblischen Geschichte behalten sollen, für dringend notwendig und empfiehlt für eine solche hinsichtlich der Auswahl, Sprache und äußeren Form die Berücksichtigung folgender Forderungen: 1. Gedrängtere Darbietung des Stoffes im allgemeinen, der Königsgeschichte im besonderen, dagegen stärkere Hervorhebung der religiösen Bedeutung der Schriftpropheten, vornehmlich der exilischen, Ausscheidung aller entbehrlichen Namen und Zahlangaben, Vermehrung und Verbesserung der Karten. 2. Größere Einfachheit der Sprache, insbesondere bei den für die Unterstufe bestimmten Erzählungen. 3. Häufigere Anwendung des Sperrdrucks für Kernstellen und wichtige Namen, sowie Angabe der hebräischen Form der letzteren unter dem Text: Vereinigung beider Bändchen zu einem. 4. Erwünscht ist die Zusammenstellung des Memorierstoffs in einem Buch, das auch das Wichtigste aus der Bibelkunde, der biblischen Geographie, dem Festkalender u. s. w. enthält — eventuell in verschiedenen Ausgaben für Volks¬ und höhere Schulen — sowie die Abfassung eines besonderen Büchleins mit ausgewählten Erzählungen für den Unterricht der Vorstufen. - Am 23. Dezember abends 874 Uhr wird eine außerordentliche Sitzung stattfinden, in der Herr Professor Dr. Tachau-Wolffenbüttel „über den jüdischen Religionsunterricht an höheren Schulen" Vortrag zu halten sich freundlichst bereit erklärt hat. Magdebnrg, 17. Dezember. (Vereinsbericht.) Die hiesige israelitische Beerdigungsgesellschast hat den Bericht für die drei Jahre 1896/99 erstattet. Die Mitgliederzahl ist erheblich -gestiegen. Die Einnahmen in den drei Berichtsjahren betrugen über 15 000 Mark, das Vermögen der Gesellschaft übersteigt 15 000 Mark. Die Gesellschaft hat mit einem Aufwand von über 9000 Mk. die Andachtshalle umbauen und ein Leichenhaus neu errichten lassen. An der Spitze der Gesellschaft stehen die Herren Max Weil, Jsaac Simon, Adolf Jacobi, Eugen Alenfeld, N. Abrahamowsky, Adolf Moses, Julius Krüger, W. Jablonsky, M. Rubens, Oberstabsarzt Rosenthal, W. Blumenthal, I. Lindenthal, G. Schnttmann. Jnowrazlaw, 17. Dezember. (Ehrung. Wahlen.) Die im Kreistag beschlossene Ehrung des Andenkens an den im Jahre 1879 verstorbenen Kaufmann Herrn Michael Levy hat nunmehr stattgesunden. An dem in der Bahnhofstraße 59 belegenen Haus des Sohnes des Verstorbenen, des Herrn Kommerzienrats Julius Levy, ist seit Freitag eine nach schönem Entwurf ausgeführte Bronze-Tafel mit folgender Inschrift angebracht: „Dem Andenken des Kaufmanns Michael Levy, geb. 12. August 1807, gest. 30. Januar 1879. In Anerkennung seiner selbstlosen Thätigkeit und seiner Verdienste um die Entwickelung der Industrie. Gewidmet vom Kreise Jnowrazlaw." Der Bürgerschaft unserer Stadt ist der in dieser Art anerkannte vortreffliche Mann noch in lebhafter Erinnerung, als ein Mann von hervorragender vielseitiger geistiger Begabung. Er hat Skizzen über Königstum, Volkswirtschaft, politische Macht und wissenschaftliche Abhandlungen verfaßt. So schrieb er z. B. in der Israelitischen Wochenschrift über: „Speisegesetze und Naturgesetze," und „das Salz." Er war ein bedeutender Numismatiker, seine Münzsammlung hatte hohen Wert. Sein weit umfassender Blick für die schlummernden der Erweckung bedürftigen industriellen Entwickelungskeime unserer Stadt, des Kreises und unserer Heimatsprovtnz, — die telegraphische Verbindung unserer Stadt mit der Außenwelt, den Bau der Eisenbahn Posen-Thorn und Posen-Bromberg, die Erschließung der hiesigen Salzquellen, alles dies hat sein schöpferischer Geist angeregt — läßt ihn unvergessen bleiben als einen Mann von steter Hilfsbereitschaft und edlem Sinn. — Bei der jüngst stattgehabten Wahl für die Handelskammer des Regierungsbezirks Bromberg sind fast einstimmig die Herren Kommerzienrat Julius Levy und Bankier S. Salomvnsohn wiedergewählt worden. Memel, 17. Dezember. (Aus dem Literaturverein.) In dem hiesigen Verein für jüdische Geschichte und Literatur hat am Donnerstag Herr Rabbiner Dr. Beermann aus Insterburg einen Vortrag über „Israels Erlösungshoffnung" gehalten. Die lebhafte Redeweise des von seinem Gegenstand innerlich ergriffenen Vortragenden fand herzlichen Anklang und rief lauten Beifall hervor. Der Vorsitzende des Vereins Herr Rabbiner Dr. Carlebach gab dem Dank der Hörer Ausdruck und zugleich der Hoffnung, den Kollegen aus Insterburg im kommenden Jahr wiederzusehen. Warschau, 17. Dezember. (Statistisches.) Die jüdische Gemeinde unserer Stadt ist die größte in ganz Europa. Unter 646 000 Einwohnern sind 232 000 Juden. Wir haben 20 jüdische Regierungsschulen, 22 jüdische Privatschulen und 396 Chedorim. Seit 1864 hat sich die jüdische Bevölkerung Warschaus vervierfacht. — Im Gouvernement Wilna leben 240 000 Juden, davon 79 000 allein in der Stadt Wilna. Hier ist die Armut unter den Juden sehr groß. Zum letzten Paffahfeste sind an 23 000 Personen Mazzos verteilt worden. St. Petersburg, 15. Dezember. (Etat der jüdischen Gemeinde.) Nach den in der letzten Vorstandssitzung der jüdischen Gemeinde vorgelegten Rechnungsabschlüssen betrug das Einkommen dieser Korporation im vergangenen Jahr 77 185 Rubel, von denen 70 822 Rubel zu folgenden Zwecken verausgabt worden sind: für die Synagoge 28 251 Rubel, für Dajanim und Beth Din 6365 Rubel, für jüdische Religionslehrer 1886 Rubel, für Schulsubventtonen 2100 Rubel, für Wohlthätigkeitspflege 7144 Rubel, und für den Friedhof

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