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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1899-12-22 · 51 (22.12.1899) · p. Seite 809

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
51 (22.12.1899)
Date
1899-12-22
Page
Seite 809 (sequence 18)
Language
German
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Nr. 51. Israelitische Wochenschrift. Seite 809. ihrem Dust den Menschen erfreut, ist für ihn kaum aufgeblüht, schon abgeblüht; „wejistabel hechagab — hinnejadua bechagabim schedofkim baregel hem keen defekoth ascher hadefek ena makke ki im beichur gadol“, es ist bekannt, daß die Heuschrecke mit dem Fuße ähnlich klopft oder hämmert, wie die Pulsschläge, im Alter verlangsamt sich aber der Pulsschlag und wird schleppend, wie eine Last, das heißt, „wejistebel hechagab“, der Puls (ähnlich der Heuschrecke), „wird sich zur Last", „jisbol beazmo“, und schlägt nur mit großer Langsamkeit. Dies der Uebergang zum Gefühl fleischlicher Wollust, „wethafer haabijona — hu eber hasnischgal“. Gestört ist das Gelüstende, „ascher taab — haabijona“, was Fleischeslust hervorruft. Das Haus seine Welt, in welches der Alte eingeht, ist das 'Grab, dieses umringen jetzt die Klageführenden, Trauernden. 9. und 10. Koheleth vervollständigt das Bild von der Todesnähe: Nicht nur die Sinne vergehen, auch noch die Habsucht der Drang nach Silber und Gold, auch die Lust an Erwerb von Gütern und Schätzen, wonach der Mensch ruhelos gejagt und gelaufen, und um welches er sich rastlos abgemüht. Das legt er in die Worte: Gedenke des Schöpfers erst kurz, bevor Du reißt die Fessel des Silbers und des Goldes, — hakosef wehataawah el hamamon, das ist die Sehnsucht nach Lust, nach Mammon und gebrochen wird der Krug, „kad — tikwat hadelija, das bereits die Hoffnung des Schöpfers ist verloren. Solange der Mensch hofft, lebt er, wenn erst die Hoffnung und das Interesse an den Wertgegenständen verloren gegangen und das Rad sich zu bewegen aushört: Dann „weja5chob heafear al haarez keschehaja kescheroch ki lo nischar Ho kinjan bekinjanaw os hu bocher meazmo hamaweth“. Es kehrt zurück der Staub zur Erde, wenn der Mensch gewahrt, daß ihm von seinen Kräften und Güter nichts mehr zu eigen, denn er erwählt gleichsam das, was ihn überkommt, den Tod. Die Trennung der irdischen Hülle von der Seele, die zu Gott zurückkehrt, das heißt, wobei des Menschen Wille nichts mitspricht. „Siehe, wie groß ist die „koch hachemda“, die Kraft der Lebenslust und des Gütergenuffes, daran hängt nicht nur das Leben, daran nach der gewollte Tod". Genieße daher in der Zeit bis kurz bevor die Sinne schwinden, denn der Genuß in der Zeit des Begehrens, das ist das einzig Gute! Also Koheleth. Uebersetzung des Textes. 1. Nichtigkeit der Nichtigkeiten hat der bekannte Koheleth gesprochen, alles ist nichtig (was er sprach). 2. Aber je mehr Koheleth weise geworden, desto mehr lehrte er Erkenntnis dem Volke, indem er erwog und viele Sprüche abforschte. 3. Suchte (in den letzten Maschalsprüchen) Koheleth, (das höchste Gut) zu finden in Dingen des freien Willens. (Aber ich sage:) Geschrieben steht's (das höchste Gut) in der Gradheit der Worte der Wahrheit (in der heiligen Schrift). 4. Die Worte der Welsen (die in der Tradition zu jenen gefühlt wurden), sind wie Kreisstachel (zur Bahn der Tugend) und wie Schützwehren um die Pflanzungen. Das sind die Worte der Männer der Versammlungen. Sie sind allesamt gegeben von einem Hirten. (Forsche nur in ihnen). 5. Aber noch mehr als sie, warne Dich selber und lasse Dich erleuchten, zu machen viele Bücher ohne Ende, mag auch viel Forschen Ermüdung des Fleisches bewirken (es führt Dich eher zum wahren Gute als der Genuß). 6. Das Ende des Wortes, Alle wollen wir es hören: Gott sollst Du fürchten und seine Gebote sollst Du beobachten, denn dieses gilt für alle Menschen (Jung und Alt). 7. Denn alles, was geschieht, bringt Gott ins Gericht samt allem Verborgenen, mag es gut, mag es böse sein. Erklärung: 1. Ben David nähert sich dem „8of chabar“, dem Schluffe des Ganges, und daher beginnt er, ehe er daran geht, die letzgeäußerten Ansichten Koheleths über das Gute zu widerlegen, mit demselben Gemeinplatz, dem er dem ganzen Buche vorausgeschickt, daß nämlich alles, was Koheleth gesagt hat, „habe! habalim“, rahitas nehitetuin, sei, „hakkol habel“, nicht ein Wort, das sich über das Nichts erhöbe. Nur steht hier am Schluffe „Hakoheleth“, der Koheleth, das heißt, „hajedua wehamefursam“, der sich nun als Gotteslügner und Epikuräer bekannte und ausgerusene Koheleth, den ihr hier so oft vernommen, wenn es galt, sich von der Religion abtrünnig zu machen, seine Worte sind nichtig. Wenn sie aber nichtig, warum führte ich den Sohn Davids hier Euch vor? Nun, weil zur Erhärtung der Wahrheit auch der Zweifel gehört, weil durch die Gegensätze die Befestigung des Gültigen erfolgt, „machmath hahefchioth tihje hahawaja, bessibath hastirah jiwaled hakijum umizad hasechel jischthaddel lehappil sebarath hammenaged“, durch die Gegenüberstellung des Entgegengesetzten und der Widerlegung wird das Positive erhalten und durch Vernunft soll der Mensch die Meinung des Gegners zu Falle bringen. Darauf geht das Folgende: 2. Aber je mehr Koheleth „chacham“, weise geworden und jemehr er die Weisheit in den Dienst der Widerlegung der göttlichen Wahrheit stellt, „od josif daath wethoeleth leam“ desto mehr häuft sich die wahre Erkenntnis und der Nutzen des Volkes". „Dies ist von allen alten und neuen Philosophen so oft hervorgehoben worden: die Suche nach Wahrheit nimmt den Anfang mit dem Zweifel und dem Widerspruche. Hier streut Jbn Baruch das Gebot ein: Gott ist der Bilder des Lichtes und Schöpfer der Finsternis, was folgt hierauf? Er ist der Stifter des Friedens und darum schuf Er Alles, das heißt, sowohl das Licht als die ihn widerstreitende Finsternis. Verachte daher nicht den zweifelnden und widerstreitenden Koheleth, er hilft Dir Dich im Glauben befestigen: „od limmad“, je mehr er gegen die Wahrheit der Religion klügelt, desto mehr lehrt er Weisen, „wechikker — schaassah schehaemuna jihje Iah osnajim uschejach kern bethorah schejiesch ledibr thora thawech o thocho“, „er erwog und forschte", das heißt, er machte handgreiflich und führte zur Ergründung des Innern, das ist des Geistes der Gotteslehre und faßte ndch Meschalim ab, „lehasbir dibre emeth“, um klarer zu verstehen der Wahrheit Worte". Des

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