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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1899-12-22 · 51 (22.12.1899) · p. Seite 808

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
51 (22.12.1899)
Date
1899-12-22
Page
Seite 808 (sequence 8)
Language
German
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Seite 808. Israelitische Wochenschrift. Nr. 81. müssen an den jüdischen Lehrer gestellt werden?" „im allgemeinen sein Einverständnis mit den Ausführungen des Kollegen Feiner-Hamburg erklärt hat". Gerade das Gegenteil war der Fall. Der Referent ist im Gegensatz zum Kollegen Feiner für die unbedingte Beibehaltung der jüdischen Lehrerseminarien. Das Mißverständnis in dem Protokoll ist wohl dadurch zu erklären, daß der Referent im Laufe seines Referats den Namen Feiner mehrmals erwähnt hat. Nach Schluß der Sitzung hielt ein gemeinsames Mittagmahl die Kollegen noch lange zusammen. Auch bei dieser Gelegenheit wurde von mehreren Rednern dem Bedauern über das Scheiden des Herrn Dr. Adler lebhaft Ausdruck gegeben. Herr Dr. Adler versicherte, daß er auch in der Ferne den Bestrebungen des Vereins dauernd sein Interesse zuwenden werde. Berlin, den 12. Dezember 1899. Dr. Fiegel i. V. Die jöfnng des Kohelchriilsels durch den Philosophen Baruch Jbn Baruch im 16. Jahrhundert. Von Dr. D. Leimdörfer, Prediger zu Hamburg. (Schluß.) 3. Und gedenke deines Schöpfers in den Tagen nicht deiner Jugend (Bachruth), sondern deiner Erwählung, „bechuroth“ — „bijeme schetibchar wetachschok bo mizad hateba wehu ködern schejamuth ki hosaken lo jitaweh schenitbatlu hachuschim min tokfom wetagburotham al hassechel weas jibchar weazmo sichron habore.“ Erwählungen, das heißt — in der Zeit, da du es selbst erwählst und gelüstest in Folge der Natur, das ist, bevor du stirbst. Jetzt kommt die Zeit des Gottesgedenkens. Denn der Greis hat kein Gelüste, denn die Sinne und ihr Vorwalten haben ihre Kraft eingebüßt und von ihrer Gewalt über die Vernunft verloren. Jetzt erwählt der schwache Greis von selbst die Erinnerung an Gott." „Jetzt sind die Jahre gekommen, von dem du sprichst: „en li bahem chefez „schlo tachpoz bechajim hasmanijim“; ich habe in ihnen kein Verlangen nach dem Weltleben." Jetzt kurz vor dem Tode, wann dich dein Herz selber dazu drängt und wenn es dieses a natura heischt und erwählt, aber auch nur jetzt, nicht früher gedenke deines Schöpfers, spricht Koheleth. Er schildert hier des Lebens Abendzeit, die der Nacht voraufgeht mit herrlichen Bildern und Gleichnissen, um die Jahre zu kennzeichnen, in denen „Chefez“, der Wille und die Lust am Weltleben verloren gehen, als wollte er genau die Zeit bezeichnen, in der das Gottesgedenken beginne. sll n inerkung : Jbn Baruch, der genau dem Massoretischen Text ohne jede Exegese hier folgt und sich stricte an das hebräische Wort „bechurotechu“ festklammert, unterscheidet sich hier von fast allen Erklärern, die in ihrer ethischen Pädagogik schon den Jüngern den Gottesgedanken zur Pflicht machen, die aber nur das für sich geltend machen könnten, daß während oben zwei Sätze früher hecha plene mit zwei Waw — „deine Erwählungen" geschrieben steht, hier aber an „deine Jugend" gemahnt. Die Punktation ^giebt freilich Jbn Baruch Recht. L. 4—7. Hier wird das Ableben in Maschelform beschrieben. „Ehe Sonne, Licht, Mond und Sterne sich verfinstern und die Wolken zurückkehren nach dem Regen" wird hier säst wörtlich genommen, nur meint Jbn Barnch, „die Verfinsterung an sich findet nicht statt „ela behemschach el haadam“, nur in Beziehung zum Menschen im hohen Alter" erscheinen die Gestirne finster, an sich haben sie nichts verloren. Das selbst nach dem Regen die Sonne nicht scheint, sondern alles bewölkt erscheint, weil die „Wolken wiederkehren", damit ist die trübe Stimmung des Greises gezeichnet ad lo- bis nicht, das heißt nicht nur „bevor" sondern kurz bevor bis solche Verfinsterung rc. nicht völlig zur That geworden, sollst du an Gott denken. — Er nennt die Sinne die „Wächter des Hauses", denn sie behüten das Haus, den Körper, daß er nicht zu Schaden komme. Die Augen lassen Gefahren sehen, die Ohren hören; der Geruch eines Aases schädigt den ganzen Körper, der Tastsinn faßt die Waffe gegen den Feind, der Gaumen kostet die zu- und abträgliche Nahrung". „Wejitawethu ansche hachajil“, es krümmen sich die Männer der Kraft — „hemchamischa kochoth hamischtadlim bekijum habajith“, die fünf Sinneskräste, die sonst das Seelengehäuse zu erhalten sich bestreben, erlahmen". Sie werden dann einzeln bildlich dargestellt: Die „Mahnenden", das sind die Zähne, die die Speisen zermahlen, um der Verdauung willen, hören auf. „Lo jeerab lo lechem“, es schmeckt die Speise nicht mehr". „Finster werden die Sehenden durch die Luken", „neged chusch haretth“, das bezieht sich aus die Sehorgane, welche erblinden. Es schließen sich die Thore nach Außen, das heißt die Ohren, „bischfal kol hatachana“, in dem schwach wird auch die Stimme der Mühle, das ist die eigene Rede des Greises. Das Gehör und die Sprache erscheinen hier verbunden. Diese geschwächte Stimme hört sich an wie das Piepsen oder Krächzen des Vogels. Daher die Worte: „wejakum lekol hazippor“, er erhebt sich, nämlich der Laut der Mühle, die Sprache des Mundes, wird höchstens so hoch (erbeben), daß er dem Vogelton gleichkommt. Oder er will sagen: Ki hasaken lecholchatho jihje muschkab al mittatho welo jakum ki im lekol hazippor ki gerom jinham kenahamath kol zippor, der Alte in seiner Schwäche liegt ans seinem Bette und erhebt sich höchstens, wenn er mit seiner Kehle Laute von sich giebt, wie der Vogel, wenn er ächzend und krächzend und piepsend sich räuspert, das klingt: „kemo rethikath majim baesch“, wie das Geprassel des Wasserstrahls in der Feuersglut. „Wejischachu kol benoth haschir — schlo jischma semiroth wejischpalo erkom beenaw“, es ertönen gebeugt und niedrig die Echo's des Liedes, das ist „die Tochter des Gesanges" und niedrigen Wertes sind sie in seinen Augen". Geruch und Gefühl folgen im nächsten Satze. 8. „Gam migaboha jiran“, auch vor dem Hohen fürchten sie — botho seman hateba jachpoz wejibchar hajirah mehael hagaboha „wechatchatim baderech“, jihje lo chitla bederech ascher hu holech el beth olamo schehu karob el hamawethM. In dieser Zeit wählt die Natur und verlangt nach Gottesfurcht und Beängstigungen tauchen auf, denn er fühlt den Gang auf dem letzten Wege, die Nähe des Todes". Was ist ihm jetzt Geruch und Gefühl? Wejanez haschaked „schlo jariach bepircbe schkedim“, die Mandelblüte, die zuerst mit

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