Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 1899 (1899)
- Issue
- Wissenschaftliche Beilage Nr. 12 (12.1899)
- Date
- 1899-12-01
- Page
- Seite 95 (sequence 7)
- Language
- German
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1 s / — 95 - peullath hachomer jamuth beraab“, denn ohne materielle Arbeit muß der Mensch Hungers sterben". Zur Seligkeit gehört auch praktisches Wirken, unabhängig von Erfolgen, die allerdings bei Gott allein liegen, und die wir nicht vorher wissen können, wie uns unbekannt bleibt des Windes Wendung, ״derech haruach“, wie wir ferner nicht wissen, wie sich das Kind im Mutterleibe entfaltet, ob es männlich oder weiblich, lebensfähig oder nicht sein wird: ebenso wissen wir nicht ״eth maasseh haelohim“ (maasseh heißt auch Ertrag, Frucht Vollendung der That) die That Gottes, der Alles vollendet 15. Die Kraftanstrengung muß eine stete sein: in der Jugend und im Alter, ״baboker — bisman habachruth eth kebischoth jizro ״welaereb" — lisman hasikna schehurgal kol hajamim el haderech haschalem“. Des Morgens, das heißt zur Zeit des Obwaltens aber auch Beherrschens der Triebe und am Abend, das heißt zur Zeit, da die Gewohnheiten aller Tage sich gefestet, um dem Wege der Vollendung zuzusteuern. Das Unterlassen des Einen wie des Andern ist deshalb vom Nebel, weil dem Menschen das Wissen des Gesamtwertes seiner Einzelthätigkeiten abgeht. 16. und 17. Aber mehr als alles Gesagte über die Tugend führt die göttliche Weisheit zur Glückseligkeit, ״hachochma hu haor hassechel“, ״die Weisheit ist das Licht des Verstandes". Dieses Licht weist für alle Seelenthätigfeiten die Gesetze an. Es ist aber unmöglich, daß es sich hier um das irdische Licht handeln könnte, denn das irdische Licht ist nicht gut für die Augen. Hier aber ist die Rede vom Gegenteil: ״wetob laenajim liroth eth haschemesch", gut ist es für die Augen, die Sonne zu sehen. Das kann sich nur beziehen auf die Sonne, die nie untergeht, auf Gott, von dem der Psalmist richtig sagt: ״beorcha nireh oru, in Deinem Lichte sehen wir Licht. Unser Licht der Vernunft muß sich herleiten von der unvergänglichen Sonne des ewigen Gottes, das heißt von der Vernunft aller Vernunft, ״hu methikath hataanug“, das ist die Süßigkeit der Seelenlust, sich sonnen im Lichte Gottes, das ist ״Sonnenschau" und ״Lichtessüßigfeit", (mathok haor), die den Menschen stets zur Freude gereichen muß, ״mag er viele Jahre hienieden leben, gut oder schlecht, einerlei, in allen diesen Jahren, ״bechullam jismach", wird er sich freuen, ״kol kamma schemaskin chochma uitospheth״,- je älter er wird, desto mehr nimmt dieses Weisheitslicht zu und damit die Freude". ״Abal otho scheba hebel beseh haolam jiskor hajamim scheaberu schehem jeme choschech scheen bahem hasagau, aber der Mensch, der mit Nichtigkeit kam und wirkt in dieser Welt, wird, je weiter er in den Jahren ist, sich nicht freuen, sondern die vergangenen Jahre als finstere Tage ansehen, weil er nichts für das ״süße Licht" gethan und es auch nicht erreicht. Es wäre daher hier am Platze: ״Wejiiskor eth jeme hachoschech“ vollständig von dem Vordersatz zu trennen, denn er bezieht sich auf den Ungläubigen: ״Sollte, je weiter er in die Jahre kommt, der der gekommen war zur Nichtigkeit, denn anderer als nur finsterer Tage gedenken?" — Allein es dünkt uns richtiger — ohne daß sich der Sinn des Satzes nach Jbn Baruch ändert — nicht an eine Trennung der Personen, sondern bloß an eine Scheidung der Gedanken, bei einem Subjekte nach dem Wortlaut des Verses zu denken und! ״wejiskor" auf denselben ״adam" wie ״jismaeh" zu beziehen, nämlich so: ״denn wenn der Mensch noch so viel Jahre lebt, er wird sich in ihnen allen freuen (jenes süßen Lichtes) und dieser Mensch (könnte es denn möglich sein?) sollte gedenken, daß jemals mehr finstere Zeiten kommen würden, daß alles was da kommen wird ״hebel" nichtig ist?" Sei es im Leben, sei es nach dem Leben: ״Er hat Freude an dem Gotteslichte und darum Seligkeit". Worin besteht also die Glückseligkeit? In der Tugend, das ist Pflichterfüllung im Staate, im Hause, im individuellen Leben und in dem seelischen Genüsse oder der Freudigkeit am Lichte der göttlichen Vernunft. Kapitel XVIII. Das Gute. K o h e l e t h. Text: Sumaeh bachur bejaldu theeba wijtibcha libcha bijme bechurothecha weh alle eh bedazehe libcha ubmareh enecha weda ki al kol eie jebiacha haelohim bemischpat. Wehasser kaass milibbecha wehaaber raah mibbesarecha ki hajalduth wehaschachruth habel. Uschor eth borecha bijma bechurothecha ad ascher lo jabou jeme haraah wehigiu schanim ascher thomas en li bahem chefez. Ad ascher 10 thechschach haschamesch wehaor whajareach weha kochabim weschabu heobim achar hagaschem. Bajom schejasuu schomre habajith whithawetku anschu hachajil ubatelu hatochanoth ki mietu wechaschehu harooth baarubboth. Wessuggru delathajim baschuk bischfal kol hatachua wejakum lekol hazippor wejischacku kol benoth haschir. Garn migaboha jirau wechatchathim baderech wejanez haschaked wijistabel hechagab wetafer haabijona ki holech haadam el beth olamo wessabebu baschuk hassofdim. Ad ascher 10 jerathek chebel hakessef wetharoz gulath hasohab wethischaber kad al hamabua wenaroz hagalgal el habbor. Wejaschob heafar al haarez kichchaju weharuach thaschub el haelohim ascher nethanath. Uebersetzung: 1. Freue Dich Jüngling in Deiner Jugend und Dein Herz lasse Dich das Gute fühlen in den Tagen Deiner Erwählungen, (die Dich solches zu erwählen gemahnen) und wandle in den Wegen Deines Herzens und nach dem Scheine Deiner Augen, und wisse, daß (nur) über alles dies Gott Dich bringen wird ins Gericht. 2. Lasse auch weichen den Gram von Deinem Herzen und halte fern alles Böse von Deinem Fleische, denn die Jugend und die Mannbarkeit (Zeit der Schwarzhaarigkeit) gehen bald zu Nichte. 3. Und Deines Schöpfers gedenke (hinwieder) in den Tagen Deiner Erwählungen (die Dich dies zu wählen gemahnen) nämlich: kurz bevor da eintreten die Tage des Unheils und anlangen die Jahre, in denen Du sprechen wirst: in ihnen habe ich kein! Verlangen (nach dem Genuß).