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Israelitische Wochenschrift · 1899-12-01 · Wissenschaftliche Beilage Nr. 12 (12.1899) · p. Seite 92

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
1899 (1899)
Issue
Wissenschaftliche Beilage Nr. 12 (12.1899)
Date
1899-12-01
Page
Seite 92 (sequence 4)
Language
German
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Mensch von Natur ein sinnliches Wesen ist, ״baal taawoth“, so gehörte eine immer stärkere Uebung der Seelenkräfte dazu, um ihn von seiner niedrigen Natur abzulenken, die so fest in ihm wurzelt, daß wir sie mit ״Eisen" vergleichen möchten. Daher das Maschal: wenn das Eisen stumpf, ״wehadam 10 hischtadel liltosch otha ulhachsirahh“, wenn die stumpf gewordene Menschennatur nicht abgeschliffen wird, wie das Eisen zur Schlacht, ״wehu 10 panim“, das keine Schneide hat: ״kilkal“, so bleibt es verdorben. Wenn aber die Gewöhnung und Abschleifung der eisernen Natur so schwer, und deshalb immer größerer Verdorbenheit Thor und Thür offen steht: ״wachajalim jeg־abberu (bilschon thema — fragend), ״kann dieses stumpfe Eisen wohl Heere bewältigen?" ״Wejithron hachscher chochma“, ״waafilu jihje lo hachana schlema lechochma“ und hätte der Mensch auch den Vorzug der Begabung und die Tauglichkeit zur Weisheit, um das Tierische der eisenstarken Gewohnheiten abzustreifen, er hat keine ״Tekana“, keine Hoffnung auf Aufhebung jenes Fehlers der Weltordnung, welcher wie ״ein Irrtum von Seiten des göttlichen Herrschers hervorgegangen ist. Was geschehen ist, läßt sich nicht ändern, hierauf paßt das folgende Bild: 7. ״Im jischoch hanachaschu: wenn die Schlange beißt, so geschieht dies, weil vorher kein Abwenden der Gefahr durch ״lachasch“, einen Zauberspruch gewesen, ״ma joil halechischah achre kenu, ״was nützt nach dem Bisse die Besprechung, ebenso nützt dem ״Manne der Zunge", der die bereits geschehenen Nebel ändern möchte, sein Wort gar nichts. Die Seele ist mit ihrem geborenen Irrtum Gottes durch kein Mittel zur Seligkeit zu bringen, ich leugne daher jede Glückseligkeit. Anmerkung: Nur einem Jnterpretationszwange folgend, setzt Jbn Baruch noch drei Sätze hinzu, fügt aber selber die Meinung bei, daß die folgenden drei Sätze nicht Koheleth, sondern Ben David zugehören, wie es Jedem einleuchten muß. Siehe Kehillath Jakob Seite 212). Ben David. Text: Dibre pi chacham eben wessifthoth kesil thebalennu. Thechillath dibre pibu sichlutb weacharith pihu holeluth raah. Webassacbal jarbbeh debarim 10 jeda baadam mah schejihjeh waaseber jihjeh meaebaraw mi jaggid lo. Amal hakesilim tbejagennu ascher 10 jeda lalecheth el ir. Ij lach erez schemalkech naar wesarajich baboker jochein. Aschrech erez schemal־־ kech benchorim wesarajich baetli jochein bi gebura wlo baschthi. Elaazalthajim jimach hamkareh ubschifluth jadajim jidlof habajith. Lischok ossim lechem wejajin jesamach chajim wehakessef ja an eh eth hakkol. Garn bemadaacha melech al tekallel ubchadre mischkabcha al thekallel aschir ki of haschamajim jolich eth hakol ubaal haknafajim jaggid dabor. Schallech lachmechaal pene hamajim ki berob hajamim timzaennu. Then chelek leschibah wegam lischmonat ki 10 theda mah jihje , raah al haarez. Im jimalcu heabim geschem al haarez jariku weim jippol ez badarom weim bezafon mekom schejippol liaez schäm jehu. Schomer ruach 10 jisra weroeh beabim 10 jikzor. Kaascher encha jodea mah derech haruach kaazamiin bebeten hamlea kascha lo theda eth maasseh haeolohim ascher jaasseh hakkol. Baboker sera saracha welaereb al thanach jadecha ki encha jodea ese jichschor hasch o seh weim schnellem keechad tob im. Umathok haor wtob laenajim liroth eth haschamesch. Ki im schanim harbeh jichje haadam bechullam jissmach wejiskor eth jeme hachoschech ki harbeh jihju kol scheba habel. — Uebersetzung: 1. Die Worte aus dem Munde des Weisen erstreben Günstiges, aber die Lippen der Thoren verschlingen ihn. 2. Der Anfang der Worte seines Mundes ist Thorheit und der Schluß derselben ist Verwirrung, Böses. 3. Und dieser Thor mehrt seine Worte, sprechend: der Mensch weiß nicht, was sein wird und was nach ihm (nach seinem Tode) sein wird, wer sagt ihm denn dies? (Daß eine Glückseligkeit nach dem Tode kommt, wer weiß es?) 4. (Ich aber sage:) Des Thoren Abmühen ermattet ihn dermaßen, daß er nicht weiß zu kommen zur Stätte der Heiligen. (Vergleiche (ir-wekaddisch) Daniel 4,20). 5. Wehe dir Land, dessen König ein Knabe und dessen Fürsten am Morgen speisen. (Das Leben im Staate beeinflußt das Streben der Bürger nach der Glückseligkeit, wehe ihnen, wenn die Häupter Unwürdige und Prasser sind. 6. Heil dir Land, dessen König ein Sohn der Freien und dessen Fürsten zur Zeit zur Kräftigung essen, aber nicht um der Zechgelage willen. 7. In fauler Schlaffheit senkt sich das Gebälks (der Häuser) und bei lässiger Hand triefet das Haus. (Das Haus beeinflußt gleichfalls die Erlangung der Glückseligkeit. Die Guten thuen also:) 8. Zur Lust machen sie Brod (nicht das Prassen in Ueberfluß gewährt Lust, sondern das Erwerben des Brodes, und der Wein, er soll das Leben erfreuen (nicht berauschen) und die Sucht nach Geld soll mit Allem (diesen) übereinstimmen (sie sei mäßig). 9. (Arbeite an dem eigenen Ich in Gedanken und That!) Ferner: auch in Deinen Gedanken fluche dem (Dir Vorgesetzten und mehr geltenden) Könige nicht und selbst in Deinen Schlafgemächern fluche nicht dem Vornehmen! Denn was zum Himmel schwebt, führt weiter Deine Stimme (des Hasses) und die Geflügelten (Geister oder Engel) sagen aus Dein Wort. (Das schadet Dir und Deinen Mitbürgern im Staate). 10. Sende Dein Brod auf die Fläche des Wassers (mit dem Hasse und Fluche gegen die Großen banne die Engherzigkeit gegen die Armen, sei wohlthätig!) Denn nach vielen Tagen wirst Du es wieder finden 11. Gieb einen Teil (Deiner Habe) an Sieben und an Acht, denn Du weißt nicht, was für Unglück sein kann aus der Erde (das Dich stört im Glückseligkeitsstreben).

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