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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1899-12-15 · 50 (15.12.1899) · p. Seite 795

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
50 (15.12.1899)
Date
1899-12-15
Page
Seite 795 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 50 Israelitische Wochenschrift. Seite 795. gogengemeinde Herr Klein hat, löblichem Brauch treu, auch , in diesem Jahr eine umfassende tabellarische liebersicht über die Wirksamkeit der Wohlthätigkeits-Vereine und Institute der Gemeinde im Vorjahr erscheinen lassen. Wir finden darin: I. Die wohlthätige Gesellschaft mit 168 Mitgliedern und einem Vermögen von Mk. 192331.96. Die Mitgliederbeiträge beziffern sich auf Mk. 2507, die Legate und Geschenke auf Mk. 2270, der Gemeindezuschuß auf 1500 Mk. Die von dem Verein gewährten Unterstützungen beliefen sich auf Mk. 12 504.94. 2. Die Chewra Kadischa mit 466 Mitgliedern und Mk. 93 266.05 Vermögen, Mk. 3323.50 Jahresbeiträgen, Mk. 3356.20 Legaten und Geschenken, Mk. 8146.62 Jahrcsunterstützungen. 3. Den Frauenverein zur Unterstützung von Witwen und Waisen mit 314 Mitgliedern, Mk. 27400 Vermögen, Mk. 2048 Jahresbeiträgen, Mk. 2394 sonstigen Einnahmen und Mk. 6087.65 Jahresaufwendungen. 4. Den Frauen-Verein für Krankenpflege und Beerdigung mit 505 Mitgliedern, Mk. 17440.65 Vermögen, Mk. 2659.50 Jahresbeiträgen, Mk., 1617.73 sonstigen Einnahmen und Mk. 4295.95 Jahresauswendungen. 5. Den weiblichen Verein für Armenpflege mit 370 Mitgliedern, Äik. 24 114 59 Vermögen, Mk. 1842.80 Jahresbeiträgen, Mk. 1259.65 -sonstigen Einnahmen und Mk. 3947.51 Jahresunterstützungen. 6. Den Feuerungsverein mit 130 Mitgliedern, Mk. 10 000 Vermögen, Mk. 975 Jahresbeiträgen und Mk. 1080 Jahresausgaben. 7. Das Waisenhaus für Stadt und Provinz, dem 303 hiesige, 107 auswärtige Mitglieder, 8 Synagogengemeinden und der Verband der Synagogengemeinden Ostpreußens angehören, mit Mk. 328 964.61 Vermögen (außer den Grundstücken), Mk. 4131.50 Jahresbeiträgen und Mk. 17 337.25 regelmäßigen Unterstützungen. 8. Die Dr. Kosch'sche Waisenerziehungsanstalt mit Mk. 314572 Vermögen und Mk. 11685.50 Jahresunterstützungen. 9. Das Israelitische Stift mit 191 Mitgliedern, Mk. 167 343.42 Vermögen (außer dem Grundbesitz) und Mk. 5463.54 Jahresausgaben. 10. Den Studien- Förderungsverein mit 175 Mitgliedern, Mk. 63 326.50 Vermögen, Mk. 1207 Jahresbeiträgen, Mk. 1539.60 zurückgezahlten Stipendien und Mk. 3750 Jahresunterstützungen. II. Den Bekleidungsverein mit 125 Mitgliedern, Mk. 688 Jahresbeiträgen, Mk. 300 Gemeindezuschuß und Mk. 839.10 Jahresausgaben. 12. Den Hilssverein für kranke russische Israeliten mit 180 Mitgliedern, Mk. 19 811.46 Vermögen, Mk. 3037 Jahresbeiträge , Mk. 5001.64 sonstigen Einnahmen und Mk. 9981.55 Jahresaufwendungen. Diese 12 Vereine haben in Königsberg 2823 Mitglieder, so daß im Durchschnitt jedes erwachsene Gemeindemitglied einem Verein angehört, Mk. 127 057.24 Vermögen, Mk. 24257.30 Jahresbeiträge und eine Jahresleistung von Mk. 86789.63. Rastenburg i. Ostpreußen/ 12. Dezember. (Lchrerkonferenz). Am 1. und 2. Januar 1900 findet hier im Hotel Thuleweit die Konferenz der jüdischen Religionslehrer Ostpreußens statt. Die vorläufige Tagesordnung ist: Sonntag, den 1. Januar Abends 61 Uhr General-Versammlung. 1. Jahresbericht über die Thätigkeit des Vereins, erstattet vom Vorsitzenden Sturmann-Osterode. 2. Kassenbericht, erstattet vom Kassierer Birnbaum-Königsberg. 3. Bericht über die Pensionskasse, erstattet von Peritz-Königsberg. -J. Antrag auf Ernennung zum Ehreni mitgliede des Vereins. 5. Bericht über die Vereinsbibliothek, erstattet von Rosenthal-Königsberg. 6. Neuwahl des Vorstandes. 7. Freie Besprechung und Mitteilungen. 7. Definitive Feststellung der Tagesordnung für den folgenden Tag. — Montag, den 2. Januar Vormittags 9 Uhr Lehrer-Konferenz. 1. Begrüßung und Gebet. 2. Vortrag: „Das Judentum, eine Religion der Schulen". Referent: Rabbiner Dr. F. Perles- Königsberg. 3. Vortrag: „Welche Anforderungen müssen an die jüdischen Lehrer und Lehrerbildungsanstalten gestellt und von beiden erfüllt werden?" Referent: Prediger Sturmann- Osterode. 4. Methodische Arbeiten: a) Die schulgemäße Behandlung des fünften Gebots, besprochen von Lehrer Rosenthal-Königsberg. d) Die schulgemäße Uebersetzung des Schema- Gebets, besprochen von Kantor Davidsohn-Rastenburg. 5. Leseproben: a) „Die erste hebräische Lesestunde", gehalten von Kantor Wolf-Königsberg, d) „Die Opferung Isaaks", gehalten von Lehrer Dobrowolski-Memel. 6. Erste liturgische Uebung unter Leitung von Oberkantor Ed. Birnbaum-Königsberg. Am Abend findet gemeinsames Essen statt. Hannover, 12. Dezember. (Das Ahlemer Institut.) Es dürfte für die Leser dieses Blattes von Interesse sein, zu vernehmen, wie sich der „Hannöoersche Courier" über das Ahlemer Institut in jüngster Zeit ausgesprochen hat, nicht auf Hörensagen hin, sondern auf Grund eigener eingehender Beobachtung. Der „Hannöversche Courier" schreibt: „Geleitet von der edlen Absicht, die jüngere Generation jener jüdischen Kreise, in denen noch heute der Kleinhandel, insbesondere der Hausierhandel, vor allen anderen Erwerbarten bevorzugt zu werden pflegt, diesem Herkommen zu entfremden und zum Gartenbau, zum bäuerlichen Kleinbetrieb und zum Handwerk, überhaupt zur „produktiven Arbeit", zurückzuführen, hat im Jahre 1893 Konsul Simon in Hannover mit einer Spende von 200 000 Mk. eine Anstalt ins Leben gerufen, in der israelitische Knaben und Jünglinge in allen Zweigen der Landwirtschaft, besonders im Gartenbau, ausgebitdet und die betreffenden Knaben schon von der Schule aus in Verbindung mit Gartenbau und Handfertigkeit erzogen werden, um dadurch Lust und Liebe für diese Berufe in ihre Herzen zu pflanzen: die Israelitische Erziehungsanstalt in Ahlem bei Hannover. Diese Anstalt, welche im Jahre 1896 die Rechte einer juristischen Person erlangte, hat sich seitdem unter verständnisvoller Leitung so trefflich entwickelt, daß es sich in^* Anbetracht der großen volkswirtschaftlichen Bedeutung dieses Unternehmens wohl lohnt, auf die Einrichtungen und Erfolge dieser ländlichen Erziehungsanstalt einmal weitere Kreise aufmerksam zu machen. Dem Charakter der Anstalt entsprechend, nehmen den weitaus größten Teil des circa 80 Morgen umfassenden Komplexes die gärtnerischen und landwirtschaftlichen Anlagen, sowie die Wirtschaftsgebäude, Gewächshäuser re. ein. In den ausgedehnten Gemüseländereien, den prächtig bestandenen Baumschulen, auf den Wirtschaftshöfen re. waren überall kräftig entwickelte Lehrlinge mit Arbeiten beschäftigt, wie sie die Herbstzeit in landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betrieben mit sich bringt, und alle erfreuten in gleicher Weise durch die offensichtliche Lust und Liebe zur Arbeit, den guten Willen, den Anordnungen und Belehrungen der! Vorgesetzten mit Fleiß und Sorgsamkeit nachzukommen, und

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