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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1899-12-08 · 49 (8.12.1899) · p. Seite 777

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
Israelitische Wochenschrift
Issue
49 (8.12.1899)
Date
1899-12-08
Page
Seite 777 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 49. Israelitische Wochenschrift. Seite 777. Danach würden die Bezüge des Herrn Dr. Maybaum sich aus 12000, die der anderen drei Herren aus je 10000 Mark erhöhen. Zur Begründung des Vorschlags wurde angeführt, daß den neugewählten Rabbinern ein Gehalt von 10000 Mark zugebilligt worden und es nicht wohl angängig sei, die Männer, die bis zu 13 Jahren hier bereits im Amt sind, zurückzustellen. Die Mehrheit der Repräsentanz hielt diese Mötivirung nicht sür überzeugend und lehnte die Forderung ab. In der Gemeinde wird man das kaum verstehen. Die Forderung wird bei der nächsten Etatsberatung wiederkehren und dann jedenfalls Annahme finden. Berlin, 4. Dezember. (Chanukaseier im israelitischen Kindergarten.) Am Samstag Nachmittag 5 Uhr hat im israelitischen Heimathaus, Gormannstr. 3, eine Chanukabescheerung für die den Kindergarten und Kinderhort besuchenden Kleinen stattgefunden. Die Damen und Herren, die dieses wohlthätige Institut leiten und durch freiwillige Beiträge erhalten, haben auch die Gaben sür die Kinder gespendet und dem Bedarf jedes einzelnen Kleinen angepaßt. Aus langen- Tischen lagen die mit dem Namen der Empfänger bezeichneten, mit praktischen Gegenständen gefüllten Packetchen ausgereiht, denen überall noch eine Puppe oder ein anderes Spielzeug und eine Schachtel mit Süßigkeiten und je einem kleinen Barches beigesügt war. Die Patrone und Ehrendamen und eine stattliche Anzahl von Freunden des Kindergartens hatten sich schon im großen Speisesaal der Kochschule versammelt, als die von ihren Lehrerinnen geführte Ktnderschaar eintrat. Die Gesichter der Kleinen strahlten vor Aufregung und Freude. Ein aus dem Harmonium vorgetragenes Musikstück leitete die Feier ein. Dann las Herr Hermann Abraham mit warmer Empfindung ein Chanukagedicht vor, nach dessen Beendigung er die Chanukakerzen unter Hersagung der vorgeschriebenen hebräischen Segenssprüche entzündete. Jetzt traten die Kinderchen selbst in Aktion und sangen die Chanukahymne in deutscher Uebersetzung mit fröhlichem Eifer. Die Kindergärtnerin Frl. Löwinsohn erzählte den Kleinen in einfacher, ihrem Verständnis geschickt angepaßter Weise die Geschichte von der Entstehung des Chanukafestes und bewies durch gelegentlich eingestreute und von den Kindern prompt beantwortete Fragen, daß ihre Zöglinge mit der Bedeutung des Festes wohl vertraut waren. Herr Sanitätsrat Dr. Ehrenhaus, der Vorsitzende des Vereins, sprach in schlichten Worten den Damen und Herren des Vorstandes, dem Abrahamschen Ehepaar, das dem Kindergarten die erforderlichen Räume zur Verfügung gestellt, und allen Gönnern der guten Sache seinen Dank aus, und ermahnte die Kinder, fromm und gut zu sein und ihren Eltern und Wohlthätern durch Fleiß und Bravheit Freude zu machen. Vor der Ueberretchung der Geschenke, die mit großem Jubel entgegengenommeu wurden, deklamierten die Kinder ein kleines Chanukagedichtchen. Die Kleinen hatten übrigens auch niedliche Ausnäh- und Flechtarbeiten angefertigt und den Vorstandsdamen und Herren als Geschenke überreicht. Außer dem Vorstand, den Zöglingen und den Freunden des Kindergartens wohnten auch sämtliche Insassen des israelitischen Heimatshauses der Chanukaseier bei. Neben einigen älteren Damen, die in dem Altenheim des Hauses * wohnen, sah man eine Anzahl frischer junger Mädchen in kleidsamer Haustracht. Es waren die Schülerinnen der Haushaltungs- und Kochschule, die in dem vorzüglich geleiteten Institut in allen Zweigen der Hauswirtschaft und Kochkunst unterwiesen werden und zu tüchtigen Hausfrauen und Hausarbeiterinnen herangebildet werden. Die von auswärts hierher kommenden jungen Mädchen, die vollständig im Haus wohnen, finden auch Gelegenheit, ihre geistige Ausbildung zu vervollkommnen, und durch gemeinschaftlichen Besuch von Museen und guten Theatern wird ihrem Kunstsinn Anregung und Nahrung geboten. Berlin, 4. Dezember. (Wohlthätigkeitssest.) Das am 25. November in der Philharmonie abgehaltene Wohlthätigkeitssest zum Besten der Berliner Kinder-Volksküchen hat einen Reinertrag von rund 5000 Mark gebracht. Berlin, 4. Dezember. (Prämienverteilung im Mädchenslift.) Im „Jüdischen Mädchenstift" wurde in Verbindung mit der Chanukabescherung eine Prämienverteilung an Dienstmädchen vorgenommen. Aus den Zinsen eines Dr. Moritz Lüpschütz- Fonds wird alljährlich solchen ehemaligen Zöglingen, die durch Wohlverhalten, Eifer und Geschick durch mehrere Jahre die Zufriedenheit ihrer Herrschaft erworben haben, eine Anerkennung in klingender Münze zu teil. In seiner von edlem Schwung getragenen Ansprache betonte Herr Direktor Dr. Strelitz, der sich mit Frau Julie Neumann in den Vorsitz teilt, die fromme Zucht und Sitte, die der feste Boden sei, aus dem die Anstalt ruhe. Obwohl diese den Zweck der hauswirtschaftlichen Ausbildung mit allen Kräften anstrebe, so bilde doch daneben die Treue und Liebe zum Väterglauben den Gegenstand eifrigster Pflege. Die in der Anstalt vorbereiteten Mädchen sollen tüchtig gemacht werden sür ihren Beruf, aber auch begeisterte Hüterinnen des angestammten Glaubens sein. Diesmal wurde die Prämie an zwei Mädchen verliehen, fünf andere erhielten wegen braver Führung eine öffentliche Belobigung mit der Anwartschaft auf spätere Zuerkennung der Prämie. Zu dieser Feier fanden sich wie zu allen Anstaltsfesten alle ehemaligen Pfleglinge ein, die, jetzt in Stellungen lhätig, dem Institut Dankbarkeit bewahren und bei jeder Gelegenheit auch zum Ausdruck bringen. Berlin, 5. Dezember. (Vorlesungen sür Lehrer.) Die Interessenten werden daraus hingewiesen, daß die Vorlesungen sür die akademisch gebildeten Lehrer, die sich zur Erteilung des jüdischen Religionsunterrichts vorbereiten wollen, sür das Jahr 1899/1900 in der „Lehranstalt sür die Wissenschaft des Judenlums", hier SW., Lindcnstr. 48—50 begonnen haben und unentgeltlich besucht werden können.. Berlin, 5. Dezember. (Statistisches Jahrbuch des Gemeindebundes.) In der letzten Woche des November hat das Bureau des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes an sämmtliche jüdischen Gemeinden Deutschlands sowie an sämmtliche wichtigeren jüdischen Institute und Vereinigungen Fragebogen verschickt, um das Material sür einen im April kommenden Jahres erscheinenden Nachtrag zum XIV. Jahrgang des „Statistischen Jahrbuchs" zu beschaffen. Wegen der großen und anerkannten Gemeinnützigkeit der vom Deutsch- Israelitischen Gemeindebund geleisteten statistischen Arbeit, von deren Zuverlässikeit oft vieles sür Gemeinden und Pri- (

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