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Israelitische Wochenschrift · 1899-10-01 · Wissenschaftliche Beilage Nr. 10 (10.1899) · p. Seite 77

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
1899 (1899)
Issue
Wissenschaftliche Beilage Nr. 10 (10.1899)
Date
1899-10-01
Page
Seite 77 (sequence 5)
Language
German
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77 wehu nimlat mimassro behithgabber“, das heißt die Seele ist wie ein König hochgestellt, aber unterthan dem Leibe, der der Seele wie ein Gefängnis erscheint, aus dem sie sich einst in Vollkommenheit befreit.) 8. Selbst die Sehnsucht und Liebe zu Erdengütern ist ein Beweis für ein Streben der Seele. Aber dieses Streben führt nicht zur Vollkommenheit, sondern zu einem Ziele, das ewig nur ein Mittel zur Beförderung der Unzufriedenheit bleibt. ״Wer Geld liebt, wird des Geldes nicht satt". Die Sehnsucht des ״profanum vulgus“ führt zur Nichtigkeit. 9. Erscheint das Gewesene als das wahrhaft Gute, und daher ״hamon am", die große Volksmenge, die hinterher läuft, so ist zu bedenken, daß ״rabbu ochleha“, sich zugleich die mehren, die dieses Gute aufzehren, was bleibt? — ״reoth enaw“, das Nachsehen oder blos der flüchtige Anblick dieses Gutes. 10. Das leibliche Genießen und die Unersättlichkeit gewährt kein Bleiben; den Reichen läßt sein Ueberfluß nicht schlafen, und das schon hienieden, wie sollte von einem Frieden im Jenseits die Rede sein, wenn seine Seele Tag und Nacht an nichts als an diesem ,,hebel“ hing. Dagegen ist süß der Schlaf des ״obed Adonaj", des frommen Dieners Gottes, dem es nie im Leben darauf ankommt, ob er ״viel oder wenig ißt" und genießt, sondern der lebt und wirkt für die seelische Vollkommenheit im ewigen Leben. Kapitel X. Ergänzendes. Es ist eine andere Art der Erklärung zu denselben (Kapitel 9) Sätzen und enthält Ergänzungen zur Idee von der Erneuerung der Welt in Verbindung mit dem Menschenstreben. K o h e l e t h: (Hier fehlt der Text.) In dem Satze: ״Ich sah alle chajirn hamehalchim bis zu dem folgenden gam seh hebel ergänzt Koheleth das zu Anfang Behauptete von der Ewigkeit der Welt, und meint: Ich sah alle Lebendigen, die sortwandeln, das heißt: wäre die Ordnung des Seins und Vergehens derart, daß das, was folgt, die Stelle des Vorhergehenden nicht ausfüllte, und wäre ärger als das Frühere, und nach dieser Ordnung ginge es allenthalben mit dem Werden und Vergehen: Dann müßten wir sagen, die Welt ist ״mechuddasch", erneut, weil die Erscheinungen endlos verkettet neue wären ohne Zweck, und bei allem das Folgende mangelhafter als das Vorhergehende. Wäre die Welt ewig, dann reichte die erste Vollkommenheit aus, sich bisher zu erstrecken, ohne daß sie immerzu abnehme. Da es nicht so ist, sondern das Zweite vom Werdenden ersetzt vollkommen das Erste, und es fehlt dem Zweiten nichts von dem, was das Frühere hatte, also ist die Welt ewig, dasselbe meint Koheleth mit ,,hamhalchim" — ״hahowim wenifsadim"; das Gewesene, das schwindet, sehe ich, mit dem ״jeled hascheni“ — ״hawaja hakami tachthow memalle mekomo beli chessron", das heißt mit dem Folgenden, welches an seine Stelle tritt, es lückenlos ausfüllt. Dazu sagte Koheleth: ״En kez wesof lechol hadoroth ascher abru". Es giebt kein Ende für alles Volke und alle Generationen, die vergangen sind und vor dem Lebendigen, Fortwandelnden gewesen sind, und daß es keine ״achronim“, Letzte, geben werde in der Welt, daß sie stabil, fest stehe dermaßen, daß das übliche Fortgehen aushören wird. Wie die Welt keinen Anfang, das ist einen Endpunkt, zuvor hatte, so hat sie auch deshalb kein Ende, weil das Fortgehen der Lebendigen nie aushören wird. Was folgt daraus? Eine Widerlegung Ben Davids, der mir ein Ziel zuwies, wodurch ich bleibe in der vergänglichen Welt. Nein, die Welt ist nicht vergänglich, wohl aber ich. Daher ist dieses ״hebel" und ״rajon ruach“. Ben David beginnt die Widerlegung mit dem früher (Kapitel 9) Koheleth in den Mund gelegten Worten: ״Schemor raglecha“, hüte Deinen Fuß, wenn Du zum Hause Gottes gehst. Dein Fuß, das heißt der Schritt, den Du in Deiner Art nimmst, muß gehemmt werden. Wodurch? Dadurch, daß Du ins Haus der Religion Dich begiebst, (Jbn Baruch mag hier (כ für ב) anstatt ,,kaascher": ״baascher thelech" gelesen haben: Indem Du zum Hause Gottes gehst) entsteht der Gedanke eines Schöpfers, und dort wirst Du ״karob lischmoa", näher sein dem Verständnisse, daß Du vollständig und aus Wissen und Vernunft heraus die Religion übst, nicht wie die Thoren, die unwissend religös sind (״lischmoa“ milaschon tistakel“). Aus diesem religiösen Wissen wirst Du lernen, Gott, den Schöpfer der Welt erkennen und nicht von Weltewigkeit, sondern von der Ewigkeit Gottes und seiner Religion zu reden, und diese in Wort und Handlung wird Dich ablenken von allen Träumereien und Nichtigkeiten, und wie Dein Wort, so wird auch Deine That zur Vollkommenheit der Weltanschauung führen Die Welt ist nicht ewig, sondern vergänglich, Gott aber und meine Seele — so sie zu Gott hinlenkt — sind unvergänglich und ewig (wie dieses Kapitel 9 ausführlich behandelt.) Anmerkung: Es sei die Vermutung zu äußern gestattet, daß diese Ergänzung, die'gewiß nicht an sich überflüssig ist, doch überflüssig erscheint, insofern sie wenig zur-besonderen Erklärung des Textes beiträgt und auch gua81 als Note oder Glosse zum Vorigen keinen besonderen ,.scliorescli“ bildet, daß diese Ergänzung nur geschaffen worden, um 18 801101״a8c11iu1" (..keminjan cliajY'n“) aus unserem Koheleth zu machen. Kapitel XI. Vollkommenheit und Gotteslehre. Ob die Gotteslehre in ihrer Allgemeinheit oder church besondere und teilweise Uebung ihrer Gesetze zur Vollkommenheit führt. Koheleth. Text: Jesch raah cholah raTthi *thachath haschamesch oscher schamur libalaw leraatho. Reabad hascher hahu beinjan ra weholid ben ween bejado meumah. Kaascher jaza mibetheu imo arom jaschub lalecheth kescheba umeumah lo jissa baamalo schejolech bejado. Wegam 8011 raah cholah kol umath sclieba keu jelech umah jtthron 10 schejaamol laruach. Gam kol jamaw bachoschech jocbelweschaass harbeh wechaljo wakazaf.

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