Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- Israelitische Wochenschrift
- Issue
- 5 (3.2.1899)
- Date
- 1899-02-03
- Page
- Seite 69 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 5. Israelitische Wochenschrift. Seite 69. Berliner liberalen Blättern bei Beurteilung unserer einheimischen Juden noch nicht begegnet sind. Vielleicht wird es der „Vossischer: Zeitung" auch noch einmal klar, daß die Juden im Grunde überall dieselben sind; die obige Leistung läßt ja das Beste hoffen." Die „Vossische Zeitung" hat das Lob der „Kreuzzeitung" vollauf verdient. Die Schlußbetrachtung des Organs der Ohm und Gödsche und Hammerstein aber zeigt sonnenklar, daß die Kreuzzeitungsleute „im Grunde überall dieselben sind." Wohin wir auch blicken: auf die von gestern oder aus die von heute — immer und überall dieselben. Wie heißt es im Kaufmann von Venedig? „Dank, daß Du mich dies Wort gelehrt!" * * (Ein gräflicher Ahlwardt.) Graf Pückler, Amtsvorsteher von Klein-Tschirne im Kreise Glogau, ist auf dem Wege seiner individuellen Entwickelung, deren von ärztlicher Sorgfalt zu umgebendes nahes Ziel deutlich erkennbar ist, bei dem Antisemitismus angelangt. Er hat kürzlich eine Rede gehalten und durch den Druck verbreiten lassen, aus der wir folgende Stellen hervorheben: „In kurzer Zeit wucherte das Judentum überall mächtig empor wie ein häßlicher Giftbaum, der jetzt schon seine Zweige über alle Staaten Europas erstreckt. — Das moderne Judentum irr seiner jetzigen Gestalt ist ein Fluch für die Menschheit geworden. . . . Wir segeln rricht mehr unter christlich-germanischer Flagge, sondern rvir segeln unter dem Banner des gottlosen, irrternationalen Judentrrms. . . . Ueberall Inden, Himmel mrd Juden, rrichts als Juden, es ist fürchterlich. Wehe mein Deutschland, wie tief bist drr gesunken. Deine Richter und Arrwälte sind Inder:, deine Kausteute und Barrkiers sind Inder:, deine Zeitrmgsschreiber sirrd Juden, verjudet ist das garrze Volk. Giebt es denrr keirre Rettung, keir: Entrinnen mehr aus dieser furchtbarer: Fremdherrschaft? . . . Arfftatt der Menschheit zum Segen zu dienen, sind die Juden ein Volk des Fluches für die Welt geworden; ihr innerstes Weser: ist Rebellion gegen Gott, Eigenwilligkeit nnd Gesetzlosigkeit. Das Judenvolk, einst besor:ders von Gott gesegnet und dazu bestirrunt, der Träger der göttlichen Offenbarung zu werden, ist verstockt, verblendet und verflucht, es ist Satans Volk geworden. Es wird sich daher jetzt darum Handel::, ob Gott der Herr weiter auf Erder: regieren wird, oder ob der Satarr und sein^Werkzeug, die Inden, die Herrschaft bei uns antreter: werden, ob Himmel oder Hölle, ob Tod oder Leber: von der Merrschheit angenommen rvorder: wird das ist die Judenfrage. . . . Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Geier, und die^jüdischer: Geier ziehen jetzt in Schare:: eir: in die deutscher: Länder, um dem sauler:den Aas der: Todesstoß zu versetzen. Wo etwas faul ist im Staate Dänemark, da sind sofort die Inder: zur Stelle; wie Parasitei: urrd Schri:arotzerpflar:zer: erscheinen sie plötzlich auf der Bildfläche, geschrneidig ur:d zudringlich, beherid und verrvegen, und verruchter: die ir: Fäulnis geratene Gesellschaft, in der sie leben. — So ragt das moderne Judenreich mit gewaltiger Sichtbarkeit ir: diese Welt hinein, frech, schaurig und gottlos, und macht sich breit ur:ter der: christlichen Völker:: und der: gebildeter: Rationen der Gegenwart. Ar: aller: Höfen, ir: aller: Kabinetten ur:d Ministerien haben die Juden ihre geheimer: Freunde und Helfershelfer. Und so ist es der:r: sehr rratürlich, daß die Nation so langsam zu Grur:de gehe:: muß unter der Geißel dieser fremden Tyrannen. Glaube ur:d Hoffr:ur:g sirrd schon längst aus der: Herzerr des Volkes gewicher: urrd haben einer dumpfen Verzweiflurrg Platz gemacht . . . Schor: schwarrker: die Krone der Kaiser und Könige bedenklich (!) und die Zeit ist nicht mehr fern, wo der jüdische Usurpator proklamiert werden wird und Cohn I. den Thron von Europa besteigt. Unsere armen verführter: Arbeiter, sie ahnen nicht, daß sie weiter nichts sind, als eine elerrde Judenschutztruppe, daß sie nur dazu dienen, die ehrgeiziger: Pläne zu realisieren dieser fremder: 'Asiaten. Drum auf, mein deutsches Volk, errvache, errvache. Der Tag der Freiheit ist gekommen; schor: rauchen die Flammenzeichen auf der: Berger:, im Osten seh' ich Frühlicht glänzen; jetzt rnüssen rvir die Sklaverrketten brechen, jetzt oder nie, jetzt müssen rvir siegen oder untergehen; jetzt heißt es handeln schnell urrd energisch, oder rvir werden ewig Sklaver: bleiben eirres fremden, hergelaufener: Volkes. . . . Eir: heiliger Krieg ist errtfacht; der Kamps gegen das Judentum hat begonnen, er wird gepredigt auf aller: Straßen, auf den Dächern, ir: den Städten, auf dem Lande, überall in aller: derrtscher: Gauen, wo deutsche Männer wohnen, erschallt der Ruf „fort mit den Juden, nieder mit Israel." Der Deutsche ist gutmütig und geduldig, freundlich und langmütig lange Zeit; aber wenn sein Zorn einmal erwacht, dann ist er furchtbar und nicht mehr zu bändigen, dann erhebt er die gewaltige Rechte zun: Schlage ur:d drischt ur:d drischt und drischt, so lange, bis es nichts mehr zum Zerhauen giebt, bis das Judentum vernichtet und zerschmettert im Staube liegt. Dar::: wehe unserer: Feinden vor diesem^ Ansturm der deutscher: Männer; lange ger:ug hat der Bauer gelitter: unter dem schurkischen Börsenspiel der jüdischer: Spekulanten, lar:ge genug hat der Handwerker geseufzt urtter der furchtbaren Konkurrenz der Judenbande. Der Tag der Abrechnung ist gekommen. Solche Aeußerungen, zur Winterszeit gethan, würden blos den Angehörigen des'Redners Anlaß?zum Einschreiten geben, wenn nicht Herr Graf Pückler auch'Amtsvorsteher wäre und daraus der Regierung die Pflicht erwüchse, dem Nacheiferer Ahlwardts deutlich zu machen, daß sein Gesundheitszustand eine Pflege erheischt, die ihm die Möglichkeit nimmt, ein. öffentliches Amt noch ferner zu versehen. -i- * (Antisemitische ^Wirtschaften Wien.) ^7In einer^ jüngst im „Hotel Continental" in Wien unter dem Vorsitze des Gemeinderates Stiaßny abgehaltenen Versammlung des „Donau-Clubs" hielt Gemeinderat Dr. Stern einen Vortrag über die finanzielle Lage der Stadt Wien. Er wies an einer Reihe von Beispielen nach, daß die Ziffernansätze des Budgets nur Fiktion seien; man habe Alles gethan, um nur halbwegs ein Gleichgewicht im Budget zn erhalten. Für Straßenherstellungen, Pflasterung und Säuberung sei eine minimale Post angesetzt, für Schulbauten in den neun inneren Bezirken mit Ausnahme eines Schulbaues im '.zweiten Bezirke auch nicht ein Kreuzer vorgesehen. In der Gemeinde herrsche derzeit die ausgesprochenste und einseitigste Parteiwirtschast. Das Avancement anläßlich des Regierungs-Jubiläums habe dies auf unzweideutige Weise bestätigt, indem alle jüdischen Beamten ausnahmslos übergangen wurden. Ein Kommissar, der von allen Instanzen vorgeschlagen war, wurde von sechsundzwanzig Hintermännern übersprungen, darunter von solchen, die minder qualifiziert waren, ja sogar von solchen, die nicht einmal die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen abgelegt hatten. Dasselbe geschah zweien im Konzeptsfache beschäftigten Beamten. In der Buchhaltung ist ein alter Rechnungsbeamter, der derart qualifiziert war, daß sich seine Hinter-