Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 33 (1921)
- Issue
- 4 (6.1921)
- Date
- 1921-06-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18. 9 schwiegen wurden, 'erzählt wird, daß der Gesamtreichtum der Juden 110mal größer s'ei als der aller arischen Völker zusammen Haß also :<iein Jude im Durchschnitt llOmal reicher sei als 32 Arier Zusämmenge nommen“. Solche unsinnige liebertreihurigen glaubt nicht einmal der bekannte „dumme Kerl von Wien“. Der gJujdenkataster“ des „Oesterreichischen Antisemitenbundes“ regt Uns,' darum auch nicht weiter auf- Etwas anderes ist es freilich um die Frage, ob die Behörden ruhig 'Zusehen wollen, daß unverantwortliche Hetzer und Wühler Untersuchungen janstellen, welche zweifellos einen Eingriff1 in staatliche Hoheitsrechte bedeuten und dazu bestimmt sind, Tatsachen des Privat- und Familienlebens preiszugeben. \ Die öffentliche 'Meinung ist in diesem Punkte in letzter Zeit sehr empfindlich geworden. Die derzeitige Form der Meldepflicht soll es selbst dem Hausebsorjger unmöglich machen, auch nur in solche Einzelheiten des Privatlebens Einblick zu (gewinnen, welche (geeignet sind, den Wohnungsmieter oder, seine Augehörigen in der sozialen Achtung herabzusetzen. Strafrechtlich verpönt ist aber die Verbreitung jeder Mitteilung über eine erfolgte Abschaffung oder Abstrafung. Soviel Jurist ist Herr Dr. Jerziahek, der Obmann des' „Antisemitenbundes“, doch immerhin, daß ihm' diese Tatsache nicht unbekannt sein kann. Sein ^Judenkatas'ter“ ist gesetzwidrig und das durch ihn aufzubriniaiende Ziffern- Und Tatsachenmaterial wird eine Sammlung willkürlicher Daten und dreister Fälschungen sein, die dann aileruings lals „authentische1 ‘ Feststellungen den; Weg durch die ganze ihn tisemiti siche Presse gehen werden. In unserem lieben Oesterreich kann ja jetzt jedermann nach Belieben dem Gesetz ein Schnippchen schlagen. Mitteilungen der „Oesterr. Israelitischen Union“. Die Gesamtorganisation der österreichischen Judenschait. Die Bildung der in den neuen Statuten der „Union Deutschösterreichischer Juden“ vorgesehenen Mitgliedschaften (Ortsgruppen schreitet rüstig vorwärts. —Wir bitten alle unsere Freunde dringendst, in der Anwerbung neuer Mitglieder cifrigst fortzufahren und stellen zu diesem1 Zwecke auf Verlangen Werbeblocks1 gerne zur Verfügung. Wir macheu darauf aufmerksam, daß auf Grund der neuen Statuten auch Frauen dier „Union“ als! Mitglieder angehören dürfen und ersuchen, die* Werbetätigkeit auch auf diese auszudehnen. — In Linz, Salzburg Graz und Innsbruck hat unser Sekretär zahlreich .besuchte Versiajmmlungen abgehälten, in welchen es vielfach