Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 33 (1921)
- Issue
- 4 (6.1921)
- Date
- 1921-06-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 möglich gemacht,, Unser en Mitgliedern auch weiterhin den unentgeltlichen Bezug der JürnatssdhrifF zu' bieten, ein Uebelstand, der {für die Fortentwicklung, unserer Organisation geradezu verhängnisvoll werden müßte, wenn er nicht auf irgend einem Wege beseitigt würde. Dazu kommt noch, daß auch Br. Blo'chs' „Oesterreichische Wochenschrift'1,' die trotz mancherlei Mängeln doch ' durch Aktualität, durch scharfe Akzentuierung . des Standpunktes der, verfassungsmäßigen Gleichberechtigung und endlich durch energische und '(sachkundige Abwehr aller Angriffe auf das Judentum für die politische Orientierung: der österreichischen Juden von großer Bedeutung war, zu Beginn des Jahres 1920 nach fast 40 jähriger Lebensdauer Ihr Erscheinen eingestellt hat. Fjür, (diesen empfindlichen Ausfall bietet die 14 tägig: erscheinende „Wahrheit15, die wohl die Erscheinungen des1 jüdischen Vereins- und Rimalfebens sorgfältig verzeicnnet, an-'Festigkeit> und Energie der politischen Direktive jedoch manches zu ^wünschen übrig läßt, keinen ausreichenden Ersatz: Der Mangel einer kraftvollen publizistischen Vertretung der deutsühösterreichischen (Juden schalt macht sich nach zwei Richtungenziemlich fühlbar. Zunächst in der Richtung der Abwehr antisemitischer Angriffe und in der Verteidigung unserer staatsbürgerlichen Rechte, dann aber auch in der klaren Unterscheidung (Zwischen dem!' (nach unserer unerschütterlichen Ueberzeugtmg für die politische, wirtschaftliche und soziale Geltung der Juden in dieSem Staate verhängnisvollen Bekenntnisse zu einer besonderen jüdischen Nationalifät in Oesterreich einerseits und den Bestrebungen zur Errichtung einer rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina (anderseits. Die unausgesetzte Betonung dieser Unterscheidung im Wege der Presse ist um 'so notwendiger, je mehr Zionisten und Jüdischnationale bemüht sind, 'sie zu verwischen. Dör Gegensatz zwischen reinen Zionisten und Jüdis'chnatidnalen ist .auch schon in den zionistischen Kreisen der noirdamerikanischen Union zutage getreten. .Die hervorragendsten Führer des amerikanischen Zio,-. nismus, Oberrichter Brandeis und Richter Mack,. haben es' entschieden abgelehnt, ihr Eintreten für Zion mit einer Verleugnung ihrer Zugehörigkeit zur großen nordamerik.anißeben Nation zn verquicken. Dieselbe Stellung nehmen die reichsdeutSchen,' die englischen und französischen Juden ein. Nur in Oesterreich verwirrte die Forderung nach Anerkennung einer jüdischen Nationalität mit Minoritätsrechten, d. h. also mit der Anwendung von Aushahmsgesctz en gegen die Juden und der praktischen Wirkung einer Vernichtung der Gleichberechtigung, die Köpfe. Es ist von höchster Wichtigkeit, in einem periodisch erscheinenden Organe immer wieder die Verderblichkeit einer 'solchen Agitation aufzuzeigen, um so wichtiger, je.'