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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1921-06-01 · 4 (6.1921) · p. Seite 15

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
33 (1921)
Issue
4 (6.1921)
Date
1921-06-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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15 mehr die Tein zionistische Idee auch unter den an ihrer gegenwärtigen Staatlichkeit und an deutschen Kulturwerten festhaltenden Juden an Boden gewinnt und je mehr die Mentalität der jüdischnationalen Fanatiker dahin gerichtet ist, die Begriffe „Zionismus“ und „Nationalismus“ zu konfundieren. Von nicht geringerer Bedeutung ist die dauernde und stetige Kontrolle des 'jüdischen Gemeindelebens durch ein unabhängiges publizistisches Organ. Wäre uns bei den letzten Kultuswahlen ein solches' Organ zur Verfügung gestanden,’ der Sieg der nicht-jüdischnationalen Parteien wäre noch ein viel eklatanterer gewesen. Die'Würdelosigkeit und persönliche Gehässigkeit, mit der dieser Kampf von ‘der Gemeinde geführt wurde, die last täglich wiederholte Herabsetzung und Schmär hung unsierer Parteigenossen und der Mißbrauch des gedruckten Wortes zur Einschiuchteruhg und Terrorisierung der Wähler hätten wirksam bekämpft nnd zurückgewiesen werden können. Seither hat die Wiener .ludenschaft erhebende Beweiseihrer Kraft, ihres Gemeinsinnes nnd ihrer Religionstreiie 1 gegeben. Der Wiederaufbau des Leopoldstädter Tempels ist durch* die Opfer Willigkeit unserer Gesinnungsgenossen ermöglicht worden und fein 'aus unseren Gesinnungsgenossen gebildetes Komitee hat für die Fortführung und Erhaltung, der jüdischen Wohlfahrtsinstitute einen Betrag von mehr als zehn Millionen aufgebracht. Das’ ist ein glänzendes Zeugnis der Tat: und, Lebenskraft des Wiener Judentums, dem die' jüdischnationalen Gegner vor;den Wahlen schon jede Daseinsberechtigung abgesprochen haben. Die Sorge um Palästina in Ehren — aber was jüdischer Geist und jüdische Hände hier in unserem Vaterlande aufgebauü haben, hollen wir (nicht \1e‘rk ümmerln Und verkommen lassen. Und auch dazu brauchen wir eine Zeitung, eine öffentliche Tribüne, von der iaus wir immer wieder an Herz und Gewissen der österreichischen Judenschaft, an ihre Menschenliebe und an ihr So1 fidarjtätfcgefühl appellieren können. Schwert und Kelle zugleich' soll eine solche Zeitung sein; eine gefürchtete Waffe gegen unsere Feinde, ein Werkzeug schöpferischer Arbeit für unsere Brüder. Es ist eine Ehrenpflicht der österreichischen Judenschiaft, ja CS ist ein dringendes Postulat ihrer Selbsterhaltung, so rasch als' möglich diese Zeitung zu schaffen. Zu ihrer Herausgabe; — (zunächst ia^lJs Wochenblatt -— ist ein Garantiefonds von 500.000 Kronen erforderlich1. Es1 wäre ein Zeichen unheilbarer marash scher Schwäche, [wenn es nicht gelingen würde, diesen Betrag in Solcher Zeit aufzubringen, daß: das Erscheinen des neuen Blattes schon im kommenden Herbste ermöglicht würde1. An alle unsere Mitglieder und Freunde ergeht unser dringender Huf, auf dem angesehlossenen Formulare Sperfden zum Ga-

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