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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1921-06-01 · 4 (6.1921) · p. Seite 8

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
33 (1921)
Issue
4 (6.1921)
Date
1921-06-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Behörden ohne Rücksicht auf ihre Konfession behandelt werden, sollen. ' Den gleichen antisemitischen Geist atmete eine Zuschrift des He eresigrup p enkommando s Erzherzog Eugen an eine Reihte' wirtschaftlicher Korporationen, in welcher die Ansiedlung verläßlicher Christlicher deutscher Geschäftsleute, in Trient für wünschenswert erklärt wurde. .Wir haben gegen diese ebenso bc>- ">e als volkswirtschaftlich' unsinnige Ausschließung jü- '.teoner Geschäftsleute energisch Stellung genommen. Mit dem' Verluste Trients ist freilich die nationalökonomische Weisheit; des1 genannten Heeresgruppenkommandos unwirksam geworden. Als' unmittelbar nach dem Zusammenbruch1 die Koalitionsregierung ins Amt trat, machte sich in den einzelnen Ressorts eine verschiedene Auffassung; bezüglich der Bestätigung oder Wiederanstellung solcher j ü d f s c h e r Beamten geltend, welche im Heu-Ausland, d. h. in der Tschecho-SLowakei und Galizien, heimatbereohtigt waren. Wir haben uns in zahlreichen Fällen für die Anerkennung der österreichischen Staatsbürgerschaft und füf die Wiederanstellung solcher jüdischer Beamten, mit Erfolg eingesetzt. In dieser Uebergangsperiode brachte der * Abgeordnete Kem&tter in der Nationalversammlung den Antrag tein, daß in der Republik Oesterreich nur Personen deutscher Abstammung eine Beamtenstelle bekleiden dürfen. Der Antrag richtete seine Spitze ersichtlichfgegen die Jhden und hätte für diese vdie tatsächliche Aufhebung! der verfassungsmäßigen Gleichberechtjgum bedeutet. Die „Union“ hat gegen diesen Anschlag auf die Staatsgrundgesetze bei dem damaligen Staats - ehef Präsidenten Seitz und beim Staatskanzler Dr. Renner energisch Einsprache erhoben und von diesen beiden hohen Funktionären die Versicherung, erhalten, daß bei den damaligen parlamentarischen Machtverhältnissen der Antrag Kemetter bestimmt nicht zur Annahme gelangen werde. Tatsächlich ist auch dieser ominöse Antrag in den Archiven der Nationalversammlung begraben worden. Auch der Vorwurf des Krieg SWu chers, der Preistreiberei- und des Kettenhandels ist während und nach dem Kriege von antisemitischen Blättern ausschließlich gegen Juden erhoben worden. Bei seinem Amtsantritt hat def Justizminister Dr. Franz Klein eine Rede gehalten, in welcher er den von gewissenlosen Kriegsspekulanten geübten Frevel des Lebensmittelwuchers und der Preistreiberei scharf verurteilte. Wir haben hierauf an den neueü Justizminister ein Begrüßungsschreiben gerichtet, in welchem wir ausführten: " „Durch*unsere tägliche Arbeit mit den Leiden und Kümmernissen der unbemittelten Bevölkerung a^fs .genaueste vertraut,, wissen, ..wir die verheerenden Wirkungen des Hriegswudhers ganz zu ermessen. Auch wir verdammen mit tiefstem Abscheu dieses-

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