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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1921-06-01 · 4 (6.1921) · p. Seite 7

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
33 (1921)
Issue
4 (6.1921)
Date
1921-06-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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diesen Fällen haben wir durch tebrgfältige Erhebungen an Ort und Steile den absolut verleumderisichen Charakter dieser Anklagen festgestellt und die Urheber und Verbreiter der gerichtlichen Bestrafung zug'eführt. Klagen der Flüchtlinge über; schlechte Behandlung: und sonstige Mißstände in den Internierungslagern zu PohrJitz, Nikolsburg und Deuts'chbrod haben wir eingehend geprüft, und die _ Abstellung der Mißstände bewirkt. Im Widerspruche mit dem Staatsinteresse, welches während des Krieges1 die Zusammenfassung aller Volkskräfte erforderte, haben die antisemitischen Parteien schon frühzeitig! begonnen,/die Volksleidienschaften 'gegen die Juden aufzuwühlen, sie für den Ausbruch des Krieges und für die Verzögerung des Friedensschlusses verantwortlich'zu machen und sie der Drükkebergerei, der unrechtmäßigen ‘Bereicherung, ja, des1 Landesverrates zu bezichtigen, obwohl die Verlustlisten und die glänzende Mitwirkung! der Juden an allen Zweigen der Kriegsfür- .sorge bekundeten, daß sie tapfer und hingebungsvoll ihre Pflichten gegen das Vaterland erfüllten. In zahlreichen Eingaben und Denkschriften an die beteiligten Ministerien und an das Armeeoberkommando siowie in persönlichen Vorstellungen bei. diesen Behörden sind .wir diesem Verleiniiderfeldzug. jentgegengetreten und haben der . Wahrheit den Weg gebahnt. Unseren statistischen Nachwei Sangen |üb$r die restlose Erfüllung; der militärischen Pflichten durch die jüdischen Angehörigen der Armee ist .es; zu danken/daß die gehässigen und unwahren Vorwürfe über Feigheit und Drückebergerei der Juden sehr rasch verstummt, sind. Wie sehr zu jener Zeit das' antisemitische Gift auch in die höchsten "Stellen der Armee eingedrungen war, beweist ein Rundschreiben des Armeeoberkommandos an die österreichischen Handelskammern, in welchem davor gewarnt wurde, „nfosäische“ Reisende in das südöstliche Okkupationsgebiet zu entsenden, weildie Serben und die Montenegriner solche Reisende angeblich ungern Sieben und gegen dieselben sehr mißtrauischsind. Wir waren in der Lage, dem Handelsminister und; dem Armee Oberkommando :zu beweisen, daß das1 gerade Gegenteil richtig ist und daß von jeher der fege Handelsverkehr mit Serbien und Montenegro fast ausschließlich von jüdischen Reisenden, die bei den dortigen Geschäftsleuten sehr wohl gelitten sind aufrechterhlaIten wurde. Der Chef deSI Generalstabes, Generaloberst von <Afz, hat denn auch' in seiner Erwiderung! diese Tatsachen anerkennen müssen und betont, daß: von den aus Oesterreich und Ungarn in die genannten Länder einreisenden Kaufleuten die meisten mosaischer Konfession sind und nahezu der ganze Handelsverkehr auS1 und in die Monarchie in jüdischen Händen liegt. Er erklärte zum Schlüsse, daß bei Erteilung von Einreisebewi 11 igüngen alle Gesüchsteller von den militärischen

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