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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1921-06-01 · 4 (6.1921) · p. Seite 6

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
33 (1921)
Issue
4 (6.1921)
Date
1921-06-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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r wir durch die Nachwirkungen des Krieges erlitten haben, 211 einem beträchtlichen Teile wieder wettgemacht erscheint. Das ist allerdings nur erst 'der Anfang des Auf- und Ausbaues, Mer uns obliegt.. Unsere Bestrebungen zielen dahin, daß jeder bewußte Jude und jede ‘jüdische Frau, welchen die Verteidigung und Erhaltung unserer < staatsbürgerlichen Stellung in diesem Staate, der uns1 die; Heimat und den Boden bedeutet, auf welchem auch unsere Kinder zu freien, tüchtigen und vollberechtigten Bürgern heranreifen können, am Herzen liegt, ihren Beitritt zu unsterer großen Schutzorga.nisation vollziehen. Wir werden zu diesem Zwecke die Ortsgruppenbildüng auch in kleineren Gemeinden im Herbste fortsetzen und im gegebenen Zeitpunkte auch an die Schaffung von Frauen- und Jugendgruppen schreiten und hoffen, auf diese Weise die Agitation am wirksamsten zu bekämpfen, durch welchd ein großer Teil unserer Jugend in das jüdischnationale Lager geführt wurde. Geehrte Delegjertenversammlung! Nach den Uebergangsbestimmungei\ des1 Aeuen Statuts war der bisherige Vorstand der Oesterr. Israel. Union bis zur Wahl des Zentralvorstcmdes berufen, die Geschäfte der neuen Organisation zu führen. Er fühlt sich demnach verpflichtet, vor seinem. Rücktritte Ihnen! und der gesamten jüdischen Oeffentliohkeit Rechenschaft über diese Geschäftsführung' abzulegen. Dieser Bericht wird sich selbstverständlich nur auf solche Fälle beschränken müssen, durch Welche Rechte oder das Interesse der jüdischen Gesamtheit oder ganzer Gruppen der, Judenschaft berührt wurden, während wir unsere hundertfältigen Interventionen für Recht und Ehre einzelner Juden unerwähnt lassen müssen. Der Krieg und mehr noch die schwere Nachkriegszeit haben die Österreichische Judenschaft und die Union als deren Schutzorgan vor schwere Aufgaben gestellt. Dter bei Kriegsbeginn von den Christlichsozialen verkündete Burgfrieden ist bald durchbrochen worden. Sowohl in der - bürgerlichen Gesellschaft als auch bei den militärischen Behörden und Formationen machten sich, je schwieriger und langwieriger die Kämpfe verliefen und je empfindlicher die ‘'Folgen der allseitigen wirtschaftlichen Absperrung fühlbar Wurden, verstärkte antisemitische Srömunigen bemerkbar. Die Ueberflutung glanz Mittel- und Westösterreichs durch galizische . Flüchtlingje löste statt des tiefsten Mitleids mit diesen \ unglücklichen Kriegsopfern vielfach Haß und Feindseligkeit gegen dieselben aus. Namentlich in Böhmen und Mähren, wo unter der tschechischen Bevölkerung noch die Erinnerung an die im Anschlüsse an den Hilsner-Prozeß betriebene Ritualmördhetze lebendig war, wurde gegen die Fremdlinge wiederholt die Beschuldigung erhoben, daß sie versuchten, sich ku rituellen Zwecken Christenblut zu beschaffen. In all

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