Mannheim
Compact Memory

Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1920-06-01 · 2 (6.1920) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
32 (1920)
Issue
2 (6.1920)
Date
1920-06-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9756662-9604760-9604761--2624-9604768
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

7 gedeihliche Tätigkeit 'des Kultusvorstandes ist übrigens seit geraumer Zeit auch durch die Obstruktion der Jüdischnationalen unmöglich gemacht worden. Wie eine (Sturzwelle ist die Entwertung des Geldes über uns hereingebrochen, die wichtigsten W ohlfahrtseinrichtungqn der Gemeinde wurden notleidend, und für die gesteigerten Bedürfnisse der Beamtenschaft ist nicht rechtzeitig vorges'orgt worden. Der abtretende Kultusvorstand darf jedoch nicht mit der jüdis'chen Bürgerschaft Wiens verwechselt werden. Wir lehnen es ausdrücklich ab1, die Verantwortung für die Handlungen oder Unterlassungen des: bisherigen Kuitusvorstandes zu übernehmen. Die jüdische Bürgerschaft hat einen, vollgültigen und eindrucksvollen Beweis ihrer Kraft, ihres pprersinnes und ihrer Energie erbracht, indem aus, ihrer Mitte eine sbontane Sanierungsaktion für das! jüdische Spital und das jüdische Versorgungshaus eingesetzt hat, welche die Fortführung und Sicherung dieSer Institute ermöglichte. Sie gibt auch jetzt ein Zeugnis ihrer Kraft und Reife, indem das von ihr gebildete Wahlkomitee der {nicht-jüdischnationalen Parteien die Erneuerung und Verjüngung des1 Kultusvorstandes durch die Entsendung tatkräftiger weitblickender, arbeitsfähiger und arbeitswilliger .Männer in die Kultusrepräsentanz sich zum Ziele gesetzt hat. Eine machtvolle Arbeit auf allen Gebieten der sozialen Fürsorge, die ja einen Wesentlichen Bestandteil der jüdischen Redigionsiübung bildet, eine Zusammenfassung aller werktätigen Kräfte der Wiener Kultusgemeinde soll mit dieser Neuwahl einsetzen. Von diesen Gesichtstpunkten haben wir uns bei der Aufstellung der Kandidaten leiten lassen. Unsere Liste vereinigt Vertreter aller KlaSSen und Stände, Männer der Wissenschaft, der Industrie, der Technik, des Handels und des Gewerbes, der Staats- und Privatbeamten Schaft, der Advokatur, der ärztlichen Praxis und des Lehrberufest Alle Richtungen des Judentums sind in unserem1 Vorschlag 'vertreten. Er ist ein Bild all der starken Energien, welche in der Wiener Judenschaft positiv schaffen und wirken. Jüdische Wähler und Wählerinnen! Die KuituSstube darf nicht der Schauplatz politischer Agitation und wüsten Gezänkes werden. Wir wollen den Frieden in der Kultusjgemeinde, wir wollen den Frieden mit unseren (andersgläubigen Mitbürgern, wir wollen fruchtbare Arbeit im Dienste der. Gesamtheit und zum Wöhle jedes Einzelnen, wir wollen den ungeschmälerten Bestand unserer altehrwürdigen Kuitusgemeinde, wir wollen die Sicherung der staatsbürgerlichen und wirtschaftlichen Existenz der Wiener und Österreich!sieben Judenschaft, wir wollen die Erhaltung Von HauS und Heim' jedes Familienvaters! und die Erschließung einer besSeren Zukunft für unsere Kinder!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.