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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1920-06-01 · 2 (6.1920) · p. Seite 2

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
32 (1920)
Issue
2 (6.1920)
Date
1920-06-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 i rang erteilt, die Aufnahme in die öffentlichen Schulen sowie die Ausübung der Advokatur, der ärztlichen Praxis, des Lehrberufes, der technischen Berufe usW. gleichfalls nur nach der Prozentnorm zugestanden werden. »Da die Juden gegstftber einer Gesamtbevölkerung von 6.5 Millionen Seelen nur etwa 250.000 Seelen 'zählen, isö [würde dies bedeuten, daß nur 2 Prozent der Juden in Oesterreich ihr Fortkommen finden können. Aber auch diesen 2 Prozenten würde die Existenz voraussichtlich ganz unterbunden werden, weil in dem Augenblicke, wo die Juden sich in bewußten nationalen Gegensatz zu dem deutschen Staatsvolke stellen würden, unausweichlich der Boykott gegen alle jüdischen Kaufleute, Gewerbetreibenden und Industriellen einsetzen und ihnen das Dasein unmöglich machen würde. Das ist der Kern des Kampfes, der am 27. Juni in Wien ausgefochten wird und von welchem die jüdischen Bevölkerungen in Graz, in Linz, in Salzburg, in Innsbruck, in Klagenfurt, kurz in dem gesamten deutschösterreichischen Staatsgebiete in Mitleidenschaft gezogen werden. Vergebens berufen sich die Jüdischnationalen darauf, daß durch-die Bestimmungen des Friedens von St. Germain die jüdischen Rechte unter den internationalen Schutz des Völkerbundes gestellt1 werden. Dieser Schutz hat gegenüber Rumänien versagt, welches sich mit Erfolg weigerte, die Bestimmungen des Minoritäjts'schutzes zugunsten seiner Juden in Anwendung zu bringen; er hat versagt, als die polnischen Armeen trotz der Anwesenheit von Ententetruppen auf ihrem Zuge [gegen Rußland viele Hunderte von Juden in der grausamsten Weise hinschlachteten; er hat versagt, als die Araber in Palästina und in Syrien trotz der britischen Oberhoheit einen wüsten Pogrom gegen die Juden in Szene setzten. Und er wird auch bei uns versagen, wenn die monarchische Reaktion sich früher oder später wie in Ungarn des antisemitischen Schlagwortes bedienen und den weißen Terror etablieren sollte. Wie kann man nur einen Augenblick glauben, daß im Augenblicke höchster Gefahr die Anrufung des Auslandes, das uns noch immer vielfach feindlich gesinnt ist und nur seinen selbstischen Interessen folgt, wirksamer wäre, als der Schutz der einheimischen Verfassungsgesetze? Wie kann man glauben, daß man durch die Gnade des Auslandes einen wertvollen Rechtsboden wiedererlangen könnte, nachdem man ihn durch freiwilligen Verzicht leichten Herzens aufgegeben hat? Die Jüdischnationalen bieten uns als Ersatz für unsere leichtfertig zu opfernden Rechte die Errichtung von jüdischen Schulen, in denen die hebräische Umgangssprache gelehrt werden soll. Wir leben in einem Staate, der bettelnd die Hand zu allen seinen Nachbarn ausstrecken muß. Oesterreich ist ein reindeutscher Staat geworden. Wie soll hier unsere Jugend i

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