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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1920-06-01 · 2 (6.1920) · p. Seite 3

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
32 (1920)
Issue
2 (6.1920)
Date
1920-06-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 ihr Fortkommen finden, wenn sie sich-als; Angehörige eines Fremdvolkes bekennt, und statt deutsch hebräisch spricht. Wie soll sie jenseits der Grenzen Deutsehösterreicbs!, in der Tscheche-Slowakei, in Jugoslawien, in Ungarn, in Polen, in Deutschland oder gar im Westen mit der hebräischen Sprache ihre Existenz begründen? Nicht einmal in Palästina wäre dies möglich, wo die Araber bereits den Juden das Terrain streitig machen. 1 Mit Recht bezeichnet der Wahlaufruf der nicht-jüdischnationalen Parteien den Tag der Wiener Kultuswahlen als die Schick sa 1 s w e n d e der österreichischen Judenschaft. Die Jüdischnationalen führen den Kampf .imit Schimpf und Unglimpf, mit Lüge und Verleujmjdung gegen jedermann, der nicht in ihrem Lager steht. Diese Methode war bisher in Wien nicht in Uebung, Sie ist etwas Fremdes!, das von außen her in diese kultivierte Stadt hineingetragen wurde. Aber diese Formen des Kampfes1 werden ihre scharfe Schneide gegen diejenigen kehren, die sie in Anwendung bringen. Der Wiener v jüdischen Bürgerschaft hat Isich eine große Erregung bemächtigt, sie weiß heute, daß esl um Erwerb oder Verderb, daß es um ihre eigene Existenz und die Zukunft ihrer Kinder geht. Die Gleichgültigen sind aufgerüttelt, die Stumpfsinnigen sind wach geworden. Wenn am Wahltage jedermann seine Pflicht tut, dann ist uns! nicht bange, daß die Selbstmordpolitik der Jüdischnationalen abgewehrt werden wird. Sie haben es mit listiger Verkniffenheit durchgesetzt, daß der Wahltermin so ungünstig als möglich für die bodenständige Judenschaft angesetzt wurde. Aber wir hoffen, daß ihnen dieser Trick nicht die ersehnten Früchte tragen wird. Tue jeder.Jude am Wahltage s'eine Pflicht, niemand verlasse Wien, ehe er an der Urne seine Stimme abgegeben hat. Diesmal geht es nicht um kleine VerwaltungS- und Personenfragenj sondern um Sein oder Nichtsein -jedes! Einzelnen und der jüdischen Gesamtheit! Mit Werner Stauffacher in „Wilhelm Teil“ rufen wir unseren Glaubensbrüdem zu: „Wir steh n für unsere Weiber, unsl’re Kinder!“ Die Kandidatenliste der nicht-jüdisclmationalen Parteien. Univ.-Prof. Dr. Alois Pick, Generaloberstabsarzt a. D.„ I., Rudolfsplatz 12 Baurat Wilhelm Kempler, Dir. der Unionbaugesellschaft, IX., Liechtensteinstraße <26 Dr. Benjamin 'Rappaport, Hofrat a. D„ IX., Alserbachstraße 33

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