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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1914-07-01 · 7/8 (Juli/August 1914) · p. Seite 14

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
26 (1914)
Issue
7/8 (Juli/August 1914)
Date
1914-07-01
Page
Seite 14 (sequence 19)
Language
German
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14 gewerblichen Fragen, Handwerkervereine gründen, Arbeitsstellen vermitteln, Fonds für verarmte alte Meister schaffen und ähnliches. Sie wird auch ein Verbandsorgan einrichten, wie es der reichsdeutsche Bruderverband bereits besitzt für die Verbände in Berlin, Breslau, Frankfurt a. VI., Kassel, Düsseldorf, Beuthen u. v. a. Unsere Bewegung, welche heute einem kleinen Wässerchen vergleichbar ist, soll durch die Zusammenfassung der einzelnen Kleinbestrebungen ein großer Strom werden, der Mühlen treibt und Schiffe trägt, den kein Sonnenbrand auszutrocknen vermag. Das will sagen, daß wenn ein Einzelner ungehört bleibt, eine große starke Vereinigung nicht mehr so leicht übergangen {werden Jkann. Der [Beschluß, einen jüdischen gewerblichen Zentralverband zu bilden, wird ein gewaltiges Gewicht in der Wagschale unserer sozialen Zustände sein. Der Redner schließt mit dem Anträge, einen Zentralverband der jüdischen Handwerkervereine zu errichten. Auf Grund einer von Bodenstein vorgelegten Resolution wurde schließlich die Gründung eines Zentralverbandes des jüdischen Handwerkervereine in Oesterreich einstimmig beschlossen und ein Komitee eingesetzt, bestehend aus drei Herren des Ostrauer, zwei des Prager, zwei des Bielitzer Handwerkervereins mit den Herren k. k. Professoren Feuerstein und Erber als Beiräte. Die Obmann- und Schriftführerstelle wurde dem Ostrauer Vereine überlassen. Um alle bestehenden Vereine an dem Werke zu interessieren/sollen auch die Organisationen von Wien und Brünn herangezogen werden. ' Der Zusatz Thaussig-tFeuerstein, die Gründung eines Verbandsorganes dem eingesetzten Komitee zu überlassen, fand Annahme. Aus unserem Rechtsschutz-'und Abwehr-Bureau. Amtliche Judenhetze. Ende April d. J. äußerte sich (der der Bezirkshauptmannschaft Husiatyn zugeteilte Bezirkskommissär Emil R e i n o 1 d gelegentlich der Vorführung eines Beilis-Films öffentlich, er sei davon überzeugt, daß bei den Jud e^ii der Ritualmord existiere, und alle 4—5 Jahre finde man einen abgeschlachteten Knaben. Man kann sich wohl vorstellen, welchen Eindruck eine solche Aeußerung eines politischen Beamten in einem Städtchen, das an der russischen Grenze liegt, machte. Die Juden in Husiatyn befürchteten Exzesse der christlichen Bevölkerung,, Aufs äußerste empört über diese tief verletzende Aeußerung haben eine Anzahl notabler jüdischer Persönlichkeiten

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