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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1914-07-01 · 7/8 (Juli/August 1914) · p. Seite 13

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
26 (1914)
Issue
7/8 (Juli/August 1914)
Date
1914-07-01
Page
Seite 13 (sequence 18)
Language
German
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13 überdies als Ehrengäste die Herren M. Braunberg als Vertreter des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde, Rabbiner Dr. Steiner und einige weitere inoffizielle Teilnehmer. Die Versammlung wählte zum Vorsitzenden Herrn R. Kestel- Bielitz, zum Stellvertreter T h a u s s1 i g - Prag, zum Schriftführer Bodenstein -M.-Ostrau. Von den israelitischen Handwerkervereinen Wien, Lemberg, Brünn und Berlin waren Begrüßungsschreiben eingelangt. Nach der Eröffnung der Sitzung durch den Vorsitzenden begrüßte die Versammelten namens des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Bielitz Herr M. Braunberg in einer längeren Ansprache. Der Zweck der Versammlung, die Zusammenfassung und Ausgestaltung der jüdischen Handwerkervereine, erregt, die lebhafte Sympathie des Kultusvorstandes. Die Wertschätzung des Handwerkes bei den Juden ist nichts Neues und in der neueren Zeit hat das jüdische Handwirk auch für die soziale Haltung der Juden unter den anderen Konfessionen an Bedeutung gewonnen. Der Kultusvorstand begleitet die heutigen Verhandlungen mit Wohlwollen und wird alle einschlägigen Bestrebungen bestens unterstützen und wünscht guten Erfolg. Herr Obmann R. Kestel widmete den Vertretern der auswärtigen Vereine Worte herzlicher Begrüßung und erteilte dann Herrn Landes, M.-Ostrau, das Wort zum Hauptreferat. Der Redner begann seine Ausführungen mit Dank und Anerkennung für Herrn R. Kestel, als dem Pionier des jüdischen Handwerkervereinswesens, der, von dem seligen Dr. Lesser unterstützt, schon vor 30 Jahren den Wert der israelitischen Handwerker- Organisation erkannt, uns darin ein leuchtendes Vorbild geworden ist und den Grund zu der zu schaffenden Zentralorganisation gelegt hat. Es dürfte gefragt werden, wozu diese Organisierung, da wir doch die Gewerbegenossenschaften besitzen. Nächstenliebe und Selbsthilfe gebieten den Zusammenschluß. Wir wollen damit nicht gegen die Kollegen anderen Glaubens handeln, sondern mit ihnen gehen. Die Juden sind keineswegs ein ausschließliches Handelsvolk, unsere Vorfahren haben sich außer mit der Bodenkultur auch mit dem Handwerke beschäftigt und es muß im jüdischen Altertum schon ganz tüchtige Meister gegeben haben. Daß den Juden früher die Ausübung der Handwerke verboten war, war ein trauriges Faktum. Die alten Zunftgesetze waren gegen die Arbeit der jüdischen Handwerker gerichtet und die Lex Liechtenstein hat Tausende jüdischer Existenzen vernichtet. Es muß auch auf die moderne Klausel bei der Vergebung von Gemeindearbeiten hingewiesen werden, wonach eine Verpflichtung zur Annahme des billigsten Anbotes nicht besteht, die nach Selbsthilfe hindrängt. Die zu schaffende Organisation bezweckt alle Aufgaben der Lokal vereine zu zentralisieren und durchzuführen. Sie wird Stellung nehmen zu

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