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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1914-07-01 · 7/8 (Juli/August 1914) · p. Seite 12

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
26 (1914)
Issue
7/8 (Juli/August 1914)
Date
1914-07-01
Page
Seite 12 (sequence 17)
Language
German
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12 gab. Dieser jüngere Bruder war selbst bereits ausgehoben und sollte im kommenden Jahr einrücken. Trotz all dieser Gründe, die für menschlich fühlende Menschen maßgebend sein mußten, wurden der junge Mann und die Kinder gewaltsam aus der Gemeinde verjagt. Das sind nur Einzelheiten aus der endlosen Reihe der Bedrückungen und Drangsalierungen, denen die rumänischen Juden durch die Bestimmungen des Gesetzes und der Verwaltung ausgesetzt sind. Sie sind heimatlos in dem Lande ihrer Geburt, und es ist kennzeichnend, daß sie aus dem Lande, in dem sie seit Generationen ansässig sind und die Pflichten der rumänischen Vollbürger zu erfüllen haben, jederzeit gleich jedem lästigen Ausländer ohne weiteres ausgewiesen und über die Grenze gesetzt werden können. Wie die rumänische Staatsverwaltung sie verjagt, geht daraus hervor, daß sie selbst vor dem Lächerlichen nicht zurückschreckt. So bestimmt das Gesetz über die Dorfschenken, daß in ihnen nicht einmal die Diener Juden sein dürfen. Die Wegnahme dieses Erwerbszweiges aus jüdischen Händen sollte der Trunksucht steuern, an der angeblich nicht der rumänische Bauer, sondern der jüdische Schenkwirt schuld war. Wer aber das Land auch nur flüchtig kennt, weiß, daß der rumänische Bauer heute mehr trinkt und mehr verschuldet ist als 'zur Zeit der jüdischer^ Dorfwirte, und zwar schon deshalb, weil die Ausbeutung durch' den rumänischen Patron weit rücksichtsloser erfolgt, als durch den Juden, der schon im Interesse seiner persönlichen Sicherheit Rücksichten nehmen mußte, die der Rumäne nicht zu beachten braucht. Eine Organisation der jüdischen Handwerkervereine in Oesterreich. Zur Vorberatung über die Schaffung einer Zentralorganisation der jüdischen Handwerkervereine Oesterreichs wurde am Sonntag, den 12. Juli, im Bielitzer israelitischen Gemeindehause eine Delegierten Versammlung der israelitischen Handwerkervereine von Bielitz, Mährisch-Ostrau und Prag abgehalten. Der Bruderverein Kattowitz hatte zu der Tagung mehrere Vertreter entsendet. Prag war vertreten durch Herrn Vorsteher Thaussig, M.-Ostrau durch die leitenden Vorstandsmitglieder Ignaz Bodenstein, Landes, Wisch nitzer, Süsser und Rabbiner-Stellvertreter Dr. Färber, Bielitz durch die Herren Rudolf K e s t e 1, Josef Rosenfeld, Adolf Rosenbaum, Kattowitz durch Linnemann und Zweig. Außer den Genannten waren auch noch anderweitige Vorstandsherren (auch aus Königshütte) anwesend und von Bielitz die Herren k. k. Fachvorstand Erber und k. k. Professor Ed. Feue rstein,

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