Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 26 (1914)
- Issue
- 3/4 (März/April 1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 21 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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21 9 Bild von M u nkacsy gesehen, das einen R i t. u a 1 m o r d darstellt. Gegen diese Behauptung Stolypins wendet sich nunmehr die Witwe Munkacsys, die an ihre russischen Freunde einen französisch geschriebenen Brief folgenden Inhalts richtete: „Ich erfahre, daß ein Mensch, namens A. Stolypin, es gewagt hat, in einem russischen Blatte, der „Nowoje Wremja“, zu schreiben, daß das Gemälde „Der Ritualmord“, das man schon wiederholt unter den Namen berühmter ungarischer Maler ausgestellt hat, von meinem verstorbenen Manne gemalt sei. Ich protestiere mit aller Energie gegen eine derartige Gemeinheit. Munkacsy hat das Bild aus einer Ausstellung in 'Paris vor 15 oder 16 Jahren entfernen lassen, weil es unter seinem: Namen ausgestellt war. Dann hat man es gewagt, das Gemälde in Brüssel auszustellen, und auch hier hat es mein Mann aus der Ausstellung entfernen lassen. Nun erfahre ich, daß man dieselbe Frechheit in Rußland begeht. Das Gemälde ist von meinem Manne weder gemalt noch inspiriert worden, und ich protestiere nochmals mit allen meinen Kräften gegen eine derartige Lüge. Ich wäre glücklich, wenn meine russischen Freunde dieser Infamie endlich ein Ende setzen würden, und ich wäre ihnen ewig dankbar dafür.“ — Der „St. Petersburger Zeitung“ ging in dieser Angelegenheit eine Zuschrift des Mitgliedes der Kaiserlichen Archäologischen Gesellschaft und Redakteurs des Großen Jüdischen Konversationslexikons Herrn J. Markow zu. Herr Markow schreibt, daß das erwähnte Bild von den Lexika aus dem einfachen Grunde nicht unter den Werken Munkacsys erwähnt wird, weil es gar nicht, von ihm stammt. Auch Larousse, auf den sich A. Stolypin beruft, erwähne das Bild nicht unter den Werken Munkacsys. Munkacsy selbst hat bei Lebzeiten das in Frage kommende Bild als grobe Fälschung erklärt und gegen die .Ausstellung desselben energischen Protest erhoben. Korrespondenzen. Meran. (Kultuskomitee.) Am 5. Feber fanden in Meran zum ersten Male die Wallten in das „lokale Kultuskomitee“ statt, welche mit einem großen Siege der Anhänger der jüdischen Kultusautonomie und der Gründung einer selbständigen Kultusgemeinde für Südtirol mit dem Sitze in Meran geendet haben. Meran und Südtirol gehörten bisher zur Kultusgemeinde Hohenems in Vorarlberg, zu der bis zum 1. Jänner d. J. auch Kordtirol gehört hatte. Nach einem mehr als' 1-Jmonatigem Kampfe ist es, trotz aller Hindernisse, Rekurse und Beschwerden, die gegen diese Bestrebungen bis zum letzten Tage gerichtet wurden, mit Hilfe aller staatlichen Behörden (Bezirkshauptmannschaft,