Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 26 (1914)
- Issue
- 3/4 (März/April 1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 18 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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18 inzwischen erfolgt. Daß der Tod infolge Gasvergiftung erfolgt ist, hat der praktische Atzt, der die Leiche untersucht hat, amtlich bescheinigt. Und da auch von dem Arzt irgendwelche Schnitte oder gar Anzeichen von Blutleere an der Leiche nicht wahrgenommen worden sind, ist sie anstandslos für die "Bestattung freigegeben worden. Die weitere Aufgabe der Behörden wäre es nun, die Urheber solcher ebenso törichten wie böswilligen Gerüchte festzustellen und zur Verantwortung zu ziehen. * * * Die in vielen Blättern Rußlands erschienene Nachricht, daß zwecks Simulierung eines Ritualmordes einige Werft von Minsk entfernt zwei Bauern unbemerkt vom Wirte in einer jüdischen Schenke erschienen seien und einen Kasten hinterlassen hätten, in dem die eingetroffenen Behörden die Leiche eines Knaben mit 21 Stichwunden am Halse entdeckt hätten, und daß die Bauern von den Behörden festgenommen worden seien, ist vollständig erfunden und entbehrt jeglicher Begründung. * * * Dem jüdischen Schneider Paschkow, der in Sachen des Fastowschen Knabenmordes lange Zeit in Haft gehalten worden ist, ist nun, der „Now. Wr.“ zufolge, sein bei der Arretierung abgenommener Paß zurückgegeben worden. Sein Gesuch um Ausfolgung der Leiche seines Sohnes zur Beerdigung auf dem jüdischen Friedhof hat man jedoch abschlägig beschieden. Die Oberlehrerstelle der Volksschule in der Werdertorgasse. Eine Kundmachung des Wiener Bezirkschulrates schreibt die Besetzung der Oberlehrerstelle in der Volksschule, L. Bezirk, Werdertorgasse Nr. 6, zum Konkurse aus. Es ist dies bekanntlich eine seit Jahren umstrittene Oberlehrerstelle. Vor etwa drei Jahren wurde sie mit einem katholischen Oberlehrer besetzt. Da die Schule jedoch eine israelitische Schülermajorität hatte, erhob die Wiener israelitische Kultusgemeinde Einspruch gegen diese Besetzung und der Verwaltungsgerichtshof gab dem Rekurse Folge, so 'daß die erledigte Stelle nunmehr für einen Bewerber israelitischer Konfession zur Ausschreibung gelangt. Die an den Stadtrat zu richtenden Gesuche sind bis 20. April d. J. zu überreichen.