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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1912-10-01 · 10 (10.1912) · p. Seite 12

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
24 (1912)
Issue
10 (10.1912)
Date
1912-10-01
Page
Seite 12 (sequence 17)
Language
German
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12 von Glaube und Unglaube stehen oder bereits einen Schritt in den Rationalismus gemacht haben, wollen mitnichten die letzten Lichter am Himmel ihres Glaubens löschen. Im demütigen Schuldbewußtsein, das durch die Seele aller Völker geht, werfen auch sie sich vor ihrem Gotte nieder und versenken ihre Seele ins Gebiet des Supranaturalismus. Insofern ist das Judenvolk das konservativste Volk der Erde. Und wie bei ihm so vieles Gegensätzliches seltsam vermischt ist, so ist es trotzdem, sobald es wieder in der großen Oeffentlichkeit wirkt, und arbeitet, durchschnittlich so radikal wie möglich. Selüst den religiösen Gebräuchen rührend zugetan, sollte man es an der Seite derjenigen suchen, die mit ihm durch den Glauben an Gott und durch den Dekalog als gläubige Katholiken und gläubige Protestanten verbunden sind. Und doch streitet und kämpft es bis auf geringe Spuren in der Oeffentlichkeit für freigeistige, radikale Ideen, wenigstens in seinen einflußreichsten Preßerzeugnissen. Mitteilungen der „Oesterreichisch-Israelitischen Union“. Wiener Kultuswahlen 1912. Das Zentral-Wahlkomitee für die Kultuswahlen 1912 hat sich am 28. Oktober konstituiert und die Herren: Dr. Jakob Orn stein, Hof- und Gerichtsadvokat, zum Präsidenten, Dr. Josef W i n t e r n i t z und Josef Schaalmann zu Vizepräsidenten, Moriz Baum und Albert Frankl zu Schriftführern gewählt. — Es wurde ferner ein aus elf Herren bestehendes Exekutiv-Komitee mit dem Rechte der Ergänzung bis auf 15 Mitglieder entsendet — Kandidaturen wollen bei dem Zentral-Wahlkomitee: IX., Universitätsstraße 8, angemeldet werden. Legat. Unser jüngst verstorbenes langjähriges Mitglied, Herr S. H e i t, bat in seinem Testament vom 30. Oktober 1905 der „Oesterreichisch-Israelitischen Union“ ein Legat von 400 K zur P’undierung des Jahresbeitrages vermacht. Spende. Herr Bernhard Hirsch hat der „Oesterreichisch-Israelitischen Union“ durch den Vorstand der Wiener Kultusgemeinde eine Spende von Kronen 100.— übermittelt, wofür wir öffentlich unseren innigsten Dank aussprechen.

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