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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1912-08-01 · 8/9 (August/September 1912) · p. Seite 18

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
24 (1912)
Issue
8/9 (August/September 1912)
Date
1912-08-01
Page
Seite 18 (sequence 23)
Language
German
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18 welche Schwierigkeiten ein deutscher Jude bei der Erlangung eines Paßvisums durch den zuständigen russischen Kensul begegnet. Während jeder deutsche christliche Reisende ohnö irgendwelche Umstände das Visum erhält, wird von den russischen Konsulaten an deutsche jüdische Reisende nur dann ein Visum erteilt, wenn diese handelsgerichtlich eingetragene Kaufleute oder deren Bevollmächtigte sind. Aber auch nach1 Erteilurfg des Visum sind die jüdischen Kaufleute während der Dauer ihres Aufenthaltes in Rußland fortgesetzt neuen Schwierigkeiten ausgesetzt. Wie bekannt, muß vor jeder Abreise von Rußland nach dem Auslande der Paß mit einer Bescheinigung der russischen Polizei des letzten Aufenthaltsortes versehen werden darüber, daß dem Reisepaßinhaber der Austritt aus Rußland gestattet ist. Nach einem ganz willkürlichen Erlaß des Gouvernements von Petrikau, in dessen Amtsbezirk die große Industriestadt Lodz, Tschenstochau, Sosnowitz gelegen sind, werden jüdischen Kaufleuten diese Bescheinigungen erst dann erteilt, wenn diese die russische Gewerbesteuer von 150 Rubel (325 Mark) pro Jahr bezahlt haben. Von christlichen liehen Reisenden wird dagegen eine derartige, ganz ungesetzmäßige und den bestehenden Handelsverträgen mit Rußland direkt widersprechende Steuer überhaupt nicht verlangt, während deutsche Staatsangehörige jüdischer Konfession diese Steuer bezahlen müssen, auch wenn sie in Rußland selbst keinerlei Geschäfte betreiben. Ueber dieses ganz ungesetzmäßige Vorgehen eines russischen Bureaukraten ist bereits vor einiger Zeit durch mehrere deutsche Handelskammern beim Auswärtigen Amte in Berlin Beschwerde erhoben worden, jedoch ohne den geringsten Erfolg. Es ist schwer zu glauben, daß Vorstellungen der deutschen Regierung, wofern sie mit dem nötigen Nachdruck unternommen würden, gegen diese IJebergriffe russischer Beamten ohne Erfolg bleiben sollten.“ Korrespondenzen. Wien. (Die Zahl der Juden in Oesterreich.) Nach der Volkszählung von 1910 ist diel Zahl der Juden in Oesterreich von 1900 bis 1910 von 1,224.899 auf 1,313.687, also um 88.788 gestiegen. In Galizien gibt es 871.895 (1900: 811.371), in der Bukowina 102.919 (1900: 96.150), in Niederösterreich 184.779 (157.278 im Jahre 1900), Böhmen mit 85.826 (1900: 92.745, demnach um 7000 weniger), Mähren mic 41.158 (1900: 44.745, also weniger um 3000) und Schlesien mit 13.112 Juden, gegen 1900 mit 11.988, Triest mit 5498 (1900: 4954), Steiermark 2885 (2283), Tirol 1624 (1008), Oberösterreich 1215 (1280), Istrien 677 (285), Dalmatien 323 (334), Kärnten 341 (212), Görz

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