Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 24 (1912)
- Issue
- 8/9 (August/September 1912)
- Date
- 1912-08-01
- Page
- Seite 7 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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7 Wohltätigkeit auf. Wir begegnen Lobsprüchen, wie: „Seine Beweggründe waren vornehm, nur dem Namen Gottes geweiht. Seine Werke waren wie Tau und Regenschauer, sein Gebet lieblich ... In seinem Hause waren zu jeder Zeit Arme anzutreffen.“ „Seine Hände waren nicht gebunden, Almosen auszuteilen, und seine Füße waren nicht gefesselt, einer guten Tat nachzugehen.“ „Er beschäftigte sich mit der Lehre und bemühte sich Tag und Nacht, die Gebote zu erfüllen. Sein Handel war in Treue mit Nichtjuden und Juden.“ „Der erste und der letzte im Hause des Segens (Gotteshaus), ein gerechter und geradsinniger Mann, wandelte er in Unschuld und Redlichkeit. Er lief wie ein Hirsch und wie ein LöWe den rechten Weg.“ „Sein Handel und Wandel War in Treue. Jedem gedrückten, Gernüte öffnete er weit sein Haus. Die der Lehre oblagen, verließen sein Heim nicht; er gab ihnen ihren täglichen Bedarf. Ein Heiligtum1 errichtete er in diesem Lande.“ Führende Persönlichkeiten wurden mit Lob Sprüchen bedacht, wie: „Ausgezeichnet in der Erfüllung jedes Gebotes, war er stets bereit, fromme Gebote zu vollführen. Er hörte auf den Notschrei der Armen und versorgte die Dürftigen mit Brot. Im Verborgenen übte er Wohltaten, das Herz der Witwe erfreute er und den arm'en Mädchen .steuerte er die Mitgift bei. Der Gemeinde war er ein sanfter Führer.“ „An die Spitze gegestellt, war er Israel wie Tau. Er führte die Gemeinde ruhmvoll und scheute keine Opfer an Person und Vermögen, seine Herde zu weiden.. Er machte sich mutig auf den Weg, um die öffentlichen Angelegenheiten zu besorgen, Fürsprache einzulegen und Schutz zu erlangen. Ein Panzer, ein Schild, ein Lenker des (Schiffes.“ „Er beherrschte seine Triebe, um den Willen seines Schöpfers zu vollführen, dem er in Furcht und Liebe ergeben war. Mit frohem Sinn streute er reichlich seine Gaben aus. Ein fleißiger Besucher aller wohltätigen Vereinigungen und frommen Gesellschaften, war er in der Versammlung der Spitzen des Volkes Pflock und Grundstein.“ Die Lobsprüche auf das Weib sind zarter und wesentlich' einfacher als die auf den Mann. In lieblichen poetischen Wendungen wird die Biederfrau als Krone auf dem Haupte ihres Gatten gefeiert, (wegen ihrer Keuschheit und Schamhaftigkeit, wegen ihres stillen, trauten, erzieherischen Waltens und ihrer unermüdlichen, rastlosen Nächstenliebe gepriesen, mit den Erzmüttern und anderen bedeutenden Frauen der Bibel verglichen. Es wird ihr nachgerühmt, daß sie an Schönheit mit dem Mond, an Reinheit und Lauterkeit mit der Sonne und der Lilie Sarons wetteifert. In vielfachen Variationen kehrt das Motiv immer und immer fwieder: Sie war Stütze und Hoffnung dem Dürftigen und (übte Gerechtigkeit in Israel — zart wie eine Rose und einfältig wie eine Taube; der Wille ihres Schöpfers war