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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1912-05-01 · 5 (5.1912) · p. Seite 18

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
24 (1912)
Issue
5 (5.1912)
Date
1912-05-01
Page
Seite 18 (sequence 23)
Language
German
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18 der Hilfe zustande gekommen ist. Aus einem anderen Briefe ersehen wir, daß einem Vater das Herz bricht, weil sein jungverheirateter Sohn sofort in das geschäftliche Getriebe seines Schwiegervaters lebhaft eingreift und hiedurch das Studium der „Thora“ vernachlässigt. Der Brief des vielbeschäftigten Arztes Dr. Ahron Maor Katau Lucerna (ich hab gar vil zu ton unter Juden und Christen .... ich hab mir musen ein Pferd nemen, as ich nit ken alles derlafen) kann im Auszuge nicht widdergegeben, der muß im Originale nachgelesen werden. Mehrere der Briefsehreiberinnen bestellten sich Toilettegegenstände, zumeist Schleier. Nur in einzelnen Briefen werden die Weltereignisse gestreift, die meisten befassen sich mit der eigenen bedrängten Lage und mit Familienereignissen. Unter den Briefschreibern finden wir Namen wie Auerbach, Rapaport, Flekls, Flesch', Hammerschlag, Heller, Horowitz, Karpeles, Landau, Lipschitz, Pribram, Goldschmid etc. etc., die heute noch viele und angesehene Familien in Prag und in Wien tragen. Diesen Familien sei in erster Reihe die Lektüre dieser so mannigfaltig interessanten Briefe empfohlen. Besonders interessant wird die Lektüre für unsere Damen sein, wie sehr auch ihre Schwestern vor 300 Jahren der Mode gehuldigt haben und ein moderner Toilettegegenstand das Ziel ihrer Sehnsucht war. Aber auch der Sprachforscher, der Kulturhistoriker, der Nationalökonom etc. etc. kommt auf seine Rechnung. Es ist also nur eine Abtragung der Dankesschuld an die Verfasser aus der Mitte unserer Glaubensgenossen, wenn diese Zeilen sich mit den „Jüdischen Privatbriefen“ befassen. Der „Readcliff'-Schwindel. Wir erhalten folgende Zuschrift: An diesen Fundamentsatz jeder Religion: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, vorzugsweise der christlichen, oder vielmehr an den Abgang dieses Um und Auf jedweder Ethik wurden wir in den letzten Wochen aufdringlich erinnert. Tausende und abertausende Male ödete uns der ungezügeltste Haß aus öffentlichen Anschlagsäulen, mehr noch aus jenen in Form der jeweiligen „Bezirkspresse“ den Wählern zugestellten Hetzschriften an. Und die unzertrennlichen Begleiter der blinden Wut, Lüge und Beschränktheit rangen mit um die Palme der Niedrigkeit. In augenverdreherischer Art ward die Form des „Dankes“ gewählt, um einen Pfuhl von Verdächtigungen, Herabwürdigungen auf das Judentum auszuschütten, die bekannte Dreieinigkeit Steiner, Prinz Liechtenstein, Weiskirchner entdeckte überdies ganz plötzlich ihr echt deutsch-cLristlich-arisches Herz, womit sie das

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