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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1912-05-01 · 5 (5.1912) · p. Seite 15

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
24 (1912)
Issue
5 (5.1912)
Date
1912-05-01
Page
Seite 15 (sequence 20)
Language
German
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15 liegenden Gemeinden Leipnik, Prossnitz und Zülz zum Sommeraufenthalt gingen, oft verkehrt. Er äußert sich sehr lobend über den Landrabbiner, nur einmal in einem Briefe vom 1. Tamu'z 1817 heißt es: „wegen des Schweigens des Landrabbiners wirst du von R. xMeir Broda am Olmützer Markte Näheres erfahren, geiwiß hat auch sein Sohn Naftali über mich ungünstig ausgesprochen, da er während seines Aufenthaltes in Zülz oft von mir Darlehen forderte, ich aber auf seine Stimme nicht hörte.“ Schon früher am 18. Sivan desselben Jahres, schreibt er: „vom Landräbbiner habe ich bis dato kein Schreiben erhalten ünd werde auch wahrscheinlich keines bekommen, denn ich weiß, daß seine Frau und Kinder einen Brief, der ihm nichts einbringt und keine Freude macht, nicht einhändigen.“ Daraus ist auch zu ersehen, daß eine Hierarchie für die jüd. Gemeinden wenig geeignet ist. Die Familienbewerber oder Heiratskandidaten mußten beim Kreisamt in Gegenwart des Rabbiners aus Wesselys Bene Zion eine Prüfung ablegen, was oft zu großen Unannehmlichkeiten Anlaß gegeben hat. Von einem solchen Fall im Jahre 1816 schreibt der Rabbiner an seinen Sohn (11. Ab.): „nun will ich dir Neuigkeiten aus der Gemeinde mitteilen, am 17. Tamuz sind die Vorsteher 'zu mir gekommen und erzählten mir, was der Lehrer Goldschmied mit dem P . . . . gemacht hat. Dieser verlangte vom Lehrer, er soll mit ihm nach Troppau zur Prüfung aus dem Bene Zion fahren (zur Erlangung des vorgeschlagenen Familienrechts. Da sagte ihim der Lehrer: wenn du mir 90 Gulden gibst, fahre ich mit dir und du Wirst die Prüfung bestehen. Hierauf übergaben sie das Geld in die Hand eines gewissen Moses Lasch in Troppau mit der Bedingung, das Geld in dem Falle auszufolgen, wenn der Kandidat die Prüfung bestanden hat. Der Lehrer hat das Geld genommen und der Kandidat hat die Prüfung nicht bestanden. Hierauf wurde der Lehrer am Samstag den 8. ab dem Gericht übergeben und öffentlich nach Troppau geführt. Die Gefangennahme Wurde durch die Aussage des obengenannten Troppauer Herrn veranlaßt.“ Die Sache hat den Rabbiner so aufgeregt, daß er stante pede das Amt niederlegen Will, weil er solches Vorgehen als Entweihung des göttlichen Namens ansieht. So war das lieben der Juden im Ghetto reich an Aufregungen. Wie hart und drückend auch das Familiengesetz gewesen, so hat es sich trotzdem so fest eingebürgert, daß beim Herannahen einer neuen Zeit, vor der Einführung der Konstitution die konservativen Juden sich an dieses pharaonische Gesetz gewöhnt hatten, daß einige noch als Familianten heiraten wollten. So schreibt der Rabbiner Michael Elieser Kohn m Piesling, Verfasser der Biographien hervorragender rabbinischer Autoritäten früherer Jahrhunderte (Wien, 1890) und Mitarbeiter der Zeitschriften

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