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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1912-01-01 · 1/2 (Januar/Februar 1912) · p. Seite 30

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
24 (1912)
Issue
1/2 (Januar/Februar 1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 30 (sequence 33)
Language
German
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30 zu wohnen. Die Aeltesten bedauern diese Haltung der russischen Behörden auf das lebhafteiste und werden abermals ein gemeinsames Vorgehen der Begierungen Deutschlands, Frankreichs, Englands und der Vereinigten Staaten bei Bußland in dieser Frage anregen. 'Wenn auch der russischen Begierung keine Vorschriften über die Stellung zu ihren eigenen Staatsbürgern gemacht werden können und die ungleiche staatsrechtliche Behandlung der christlichen und der jüdischen Bussen aus allgemeinen kulturellen Gründen auf das tiefste zu beklagen ist, s o müssen doch die ausländischen Staaten von Bußland verlangen, daß es ihre Staatsangehörigen, wie diese Staaten es selbst tun, gleichmäßig behandle. Bukarest. (Kongreß der eingeborenen Jude n.) Am ersten und zweiten Weihnachstage fand in Bukarest der Kongreß der eingeborenen Juden statt, an dem mehr als 120 Delegierte aus allen Teilten des Landes teilnahmen. Dr. Adolf Stern, der den Vorsitz führte, sagte, daß die von den eingeborenen Juden unternommene Bewegung den Zweck habe, vor dem ganzen Lande das gegenwärtige Stadium der Judenfrage in Bumänien darzulegen. Der Kongreß erteilte zunächst dem Zentralkomitee die Entlastung für seine Finanzgebarung. Es wurde beschlossen, daß die lokalen Komitees in der Provinz je nach den Umständen über die Tätigkeit und die Beiträge ihrer Mitglieder verfügen können. Ferner wurde beschlossen, eine Tageszeitung herauszugeben, die sich - mit der Erklärung der Judenfrage in Bumänien beschäftigen soll. Für die Herausgabe des Blattes wird dann eine Aktiengesellschaft gegründet werden und die Veröffentlichung des Blattes wird beginnen, sobald genügende Geldmittel aufgebracht sein werden. Es wurde b eschlossen, in Bukarest ein Bechtsbureau für die Verteidigung gerechter Streitfälle der Juden vor den Gerichtsinstanzen zu errichten. Ueberdies wird eine Anzahl von Broschüren veröffentlicht und in möglichst großer Anzahl verbreitet werden, um die Judenfrage aufzuklären. Der Kongreß wurde am Montag Xachmittag um 2 Uhr mit Worten des Dankes für Dr. Stern und für die Tätigkeit des Dr. Stern geschlossen. Xewyork. (Eine Bede des Bürgermeisters von Newy o r k.) Bürgermeister G a v n o r von Xewyork besuchte die erste rumänische israelitische Gemeinde anläßlich der zehnten Jahresfeier ihrer Gründung. Es war am dritten Tage der „Chanuka“-Feier, und die Ankunft des Bürgermeisters rief eine solche Begeisterung bei der jüdischen Einwohnerschaft hervor, daß man die drei Chanuka-Kerzen aus den tausend Fenstern der Armeleutwohnungen entfernte, um ihn besser sehen zu können. Der Bürgermeister hielt in der dichtgedrängten Synagoge eine Bede, welche unzähligemale von lebhaftem Applaus unterbrochen wurde. Mayor Gaynor rügte das Benehmen der Tempeldiener, welche die Beifallsäußerungen zu unterdrücken versuchten, mit den Worten: „Lasset sie doch! Dieser Applaus hat mir mehr wohlgetan, als irgend etwas, das ich seit einem Jahre erfahren.“ Er

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