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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1912-01-01 · 1/2 (Januar/Februar 1912) · p. Seite 29

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
24 (1912)
Issue
1/2 (Januar/Februar 1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 29 (sequence 32)
Language
German
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29- In einer Besprechung, die sich an die Versammlung angliederte, beschloß der Kreis der Einberuf er auf Antrag voi* Herrn Dr. W e 11 s c h ein größeres Komitee zu bilden, das aus zwei Sektionen bestehen wird. Die erste wird sich, unter Heranziehung finanzkräftiger und finanzkundiger Persönlichkeiten, mit der Unterstützung der kommerziellen Institute der A. J. K. O. befassen, während die zweite die Propaganda für die A. J. K. O. als humanitäre Organisation in Prag und in ande* ren jüdischen Gemeinden Böhmens in die Hand nehmen wird. Budapest. (Israelitische Landesversammlung.) Jm Monat Februar wird in Bukarest eine Landesversammlung der Israeliten stattfinden, die für die staatsrechtliche Lage des ungarischen Judentum es von entscheidender Bedeutung sein dürfte. Schon im Herbst ging diese Bewegung von der Szabadkaer israelitischen Kultusgemeinde aus, der sich bisher 70 Kultusgemeinden angeschlossen haben. Dieser Tage, entwickelte der Präsident der Szabadkaer Kultusgemeinde, Dr. Adolf Klein, in einer Konferenz den Plan der Landesversammlung. Es wurde beschlossen, am 20. Februar eine vorbereitende Konferenz abzuhalten. Außerdem hat der Präsident Dr. Moritz M e z e i für den 21. d. M. eine Versammlung der Distriktspräsidenten einberufen, damit auch diese zu der Vorkonferenz Stellung nehmen können. Der Zweck der Vorkonferenz wird sein, das Programm für die Landesversammlung festzustellen, in der die Einheit. der jüdischen Konfession deklariert, der Friede zwischen den Parteien hergestellt und für das Judentum die einheitliches, Autonomie gefordert werden soll. Berlin. (Der Zentr^lverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens) verbreitet ein Flugblatt, das gegen ein in vielen Hunderttausenden von Exemplaren verbreitetes Pamphlet von Theodor Fritsch gerichtet ist, in dem behauptet wird, daß die rabbinischen Schriften den Juden Kaub, Mord und Meineid vorschrieben. In diesem Flugblatt Werden durch Zitate aus den rabbinistischen Schriften die von Fritsch aufgestellten Behauptungen als grobe Irreführungen der öffentlichen Meinung gekennzeichnet. Berlin. (Jüdische Reisend.e in Rußland.) Zu der Frage der Behandlung ausländischer Handlungsreisender jüdischen Glaubens, in Rußland hat der Handelsminister den Altesten der Kaufmannschaft von Berlin mitgeteilt, daß dije vor einiger Zeit veröffentlichte Verfügung des Polizeimeisters von Kiew, die die Beschränkung des Wohnrechts ausländischer Juden innerhalb der Stadt Kiew aufhob, zu Unrecht erfolgt ist. Es behält vielmehr auch in Zukunft bei den bisherigen Paßvorschriften sein Bewenden, wonach auch nur vorübergehend nach Kiew kommende fremde Staatsangehörige mosaischer Konfession ihren Aufenthalt ebenso wie die russischen Reisenden dieser Konfession lediglich in den Stadtteilen Lybed und Plosski nehmen dürfen, falls ihnen nicht von seiten des zuständigen Ministeriumsdie Erlaubnis erteilt worden ist, auch in den übrigen Stadtvierteln,

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