Mannheim
Compact Memory

Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1912-01-01 · 1/2 (Januar/Februar 1912) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
24 (1912)
Issue
1/2 (Januar/Februar 1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 8 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/9756662-9604469-9604470--2332-9604478
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

8 zuführen und sie nach dem vierzehnten Lebensjahre wieder zum Judentum zurückkehren lassen.” Nur ist es fraglich, ob dieser Vorsatz sodann auch ausgeführt wird und ob Eltern unid Vormünder es dann später ver> antworten wollen, den Kindern wieder die schweren Lasten, welche das Judentum in sozialer Hinsicht mit sich bringt, aufladen zu dürfen: es ist eher anzunehmen, daß die Kinder dann schon bei dem andern Glauben verbleiben.“ Wie schade, daß der gute Mann übersehen hat, daß ein solches Vorgehen in jedem Falle eine Nichtswürdigkeit wäre, zu der sich nur in der antisemitischen Moral ein Seitenstück finden ließe. Und diese, gelinde gesagt, unüberlegten Sätze haben zahlreiche Unterschriften gefunden; was könnte die Unzulänglichkeit des Religionsunterrichtes in Qualität und Umfang 'besser, beleuchten, und Lässigkeit und verfehlte Behandlung aur dem Gebiete der religiösen Unterweisung in solch schreiender Weise in Erinnerung bringen, als eine solche von Leuten, die es nicht schlecht meinen, ausgehende Kritelei?! Der Wahrheit die Ehre, auch wo sie von Irrtümern überwuchert: Die Unfreundlichkeit und Härte mancher Religionslehrer, sowie die Pflichtvergessenheit mancher Rabbiner verderben sehr viel. Leopold Mandl. Sind die galizischen Juden Wucherer? Von Dr. oec. publ. Jakob Sega 11, Berlin. In Heft VII der Zeitschrift „Das Deutschtum im Ausland“' veröffentlichte P. Georg Faust, Dornfeld-Galizien, Anwalt des Verbandes der landwirtschaftlichen (Genossenschaften in Galizien, eine Abhandlung über die deutschen Raiffeisenkassen in Galizien, in welcher die Entwicklung geschildert wurde', welche der wirtschaftliche Zusammenschluß der Deutschen in Galizien auf idem Gebiete der Kreditorganisation in den letzten drei Jahren genommen hat. Der Verfasser hält die Bedingungen für ein Vorwärtskommen der deutschen Landwirte Galiziens für (durchaus günstig, da der Boden durchweg sehr gut ist, die Arbeitskräfte nicht teuer sind und auch die Preise für die Erzeugnisse der Landwirtschaft im Steigen begriffen sind. Trotz alledem herrsche aber (kein, Wohlstand unter den Deutschen Galiziens. Als Ursache führt er folgendes ,an: „Der Grund liegt in den allgemeinen trostlosen Verhältnissen des Landes. Galizien war für (den Wucherer das gelobte Land und ist es zum Teil noch heute. Das jüdische Element im Lande, das (überwiegend vom Zwischenhandel und Darlehensgeschäft lebt’ ist fast eine Million stark, und bis vor kurzem strömten noch alljährlich aus Rußland und Rumänien

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.