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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1911-11-01 · 11 (11.1911) · p. Seite 37

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
23 (1911)
Issue
11 (11.1911)
Date
1911-11-01
Page
Seite 37 (sequence 49)
Language
German
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37 war. Seine rastlose Mitwirkung an der Verwirklichung der Mühlkreisbahn, der er durch eine Eeihe von Jahren und insbesondere in den schweren Zeiten ihrer Finanzierung und ihres Baues' mit dem Aufwande aller seiner Kräfte zur Seite stand. Nicht weniger ersprießlich war aber auch seine Tätigkeit in unserer Sparkasse; so lange sie besteht, ebensolange gehört er auch ihrer Leitung an! Seinem erfahrenen Bäte und seiner fürsorglichen Tätigkeit dankt das Institut seinen heutigen Umfang, seine heutige Blüte. Wir danken ihm, der auf dem Gebiete der öffentlichen Betätigung so viele und große Opfer gebracht, an dieser Stelle und ich beantrage, sich von den Sitzen zu erheben. (Geschieht unter lebhaftem Beifall.) Der Antrag auf Verleihung des Heimatsrechtes wurde einstimmig angenommen. — GB. kais'. Bat Mostnv sprach1 hierauf seinen allerbesten Dank ,aus. Budapest. (Die jüdische Autonomie.) Wie das Wochenblatt „Egyenlöseg“ in seiner letzten Nummer meldet, hat der Kultusminister für die Vorarbeiten der jüdischen Autonomie 120,000 Kr. in das Budget per 1912 eingestellt. Die Autonomie, welche der Minister ausarbeiten lassen will, wird — meint das genannte Blatt — den mißlichen Bechtsverhältnissfen der Judenschaft ein Ende zu machen und die jüdische Bezeption recht eigentlich erst zum Abschluß bringen. Diesbezüglich wird unter Zuziehung der Führer der Konfession schon demnächst eine Enquete einberufen werden. Die Autonomie wird die Eechte der Orthodoxen in kleiner Weise antasten und die religiösen Fragen ganz unberührt lassen, damit ein Zusammenwirken der fortschrittlichen Judenschaft mit den Orthodoxen ermöglicht werde. Berlin. (Hauptversammlung des Verbandes der Deutschen Juden.) Am 5. d. M. fand zu Berlin die vierte Hauptversammlung des Verbandes der Deutschen Juden statt, zu der über 500 Vertreter der jüdischen Gemeinden und Verbände ganz Deutschlands erschienen waren. Aus dem vom Justizrat Dr. Horwitz erstatteten Geschäftsbericht seit der dritten Hauptversammlung am 17. Oktober 1909 in Breslau sei hervorgehoben: in der Schächtfrage haben die Bemühungen des Verbandes zur Annahme eines vom Abgeordneten Gröber gestellten Antrages zur Beicbsstrafgesetznovelle im Beichstag geführt; wegen der Zurücksetzung der Juden im Heeresdienst sind auf Betreiben des Verbandes die wiederholten Erörterungen im Beichstage erfolgt. Des weiteren ist der Verband wegen der verfassungsmäßigen Heranziehung von Juden zum Schöffen- und Geschworenendienst und noch in mancher anderen Angelegenheiten allgemeinen jüdischen Interesses erfolgreich in Aktion getreten. Sodann sprach Babbiner Dr. Baeck über „Das Judentum unter den Beligionen“, Landtagsabgeordneter E.-A. Dr. Cohn- Dessau über „Der Staat und die Juden“. Die deutschen Juden glaubten, so führte er aus1, ihre Bechte innerhalb des deutschen Staates erworben zu haben durch die tausendjährige Treue, die sie dem deutschen Boden und der deutschen Sprache, den mehr als hundertjährigen Anteil, den sie seit der Eman-

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