Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 22 (1910)
- Issue
- 12 (12.1910)
- Date
- 1910-12-01
- Page
- Seite 25 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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25 der intellektuell und materiell mächtigern westjüdischen Kreise, für welche Annahme ja in letzter Zeit einige Anhaltspunkte vorhanden sind, der Zionismus doch über das Stadium des Apostolats hinüberkommen, und sollte ein Wiedererwachen, eine Regenerierung unseres alten Volkes voll und ganz wieder eintreten, der innere Wuchs nicht mehr gehemmt und entstellt sein durch die Fesseln einer unnatürlichen Entwicklung; dann natürlich ist für jeden, der sich den Stolz auf sein Volkstum wieder zurückgewonnen hat, dieser neugewordene Stolz keine Grabinschrift, kein Epitaph. Oder vielmehr ein Epitaph nur auf jenes Judentum, das wir hinter uns bringen wollen, auf das Judentum der ewigen Schicksalschläge, ein Epitaph auf diese seit zwanzig Jahrhunderten dauernde unaufhörliche trübselige Vergangenheit, auf das Judentum "der 'Diaspora; eine Verheißung zugleich aber und eine Bürgschaft berechtigter Hoffnungen für das auf eigenem Boden zu neuer 'Kraft-erwachende Judentum der Zukunft. Zur Kriminalität der Juden. Von Maximilian Paul-Schiff. (Wien.) Unter allen vulgären Versuchen, der Wirksamkeit sozialer und moralischer Einflüsse auf den menschlichen Geist aus dem Wege zu gehen, ist der vulgärste der, die Verschiedenheit von Lebensführung und Charakter verschiedener natürlicher Veranlagung zuzuschreiben". So John Stuart Mill. Es ist daher nur konsequent, wenn zu diesem „vulgären Versuch" gerade die Statistik, — mittelst welcher man, einem Worte Cannings gemäß, „alles, nur die Wahrheit nicht beweisen kann", — herangezogen wird. Vor alliem ihr fragwürdigstes Gebilde, die Kriminalstatistik, 'welche, — wie Högel richtig bemerkt — „von ihrem Anbeginn an eine unausgesetzte Quelle von Irrtümern bildet". Und es ist wiederum nur konsequent, wenn die Ziffern der Kriminalstatistik weiter verfälscht werden. Denn nicht anders kann man es bezeichnen, wenn die Feststellung von Menschenrassen, im Gegensatze zu Tierrassen, welche stets nur auf Grund von Zeugungsakten (Pedigrees) bestätigt werden, lediglich auf Grund von jedermann zugänglichen Konfessionsscheinen erfolgt. Ich will nun, durch einen Artikel von De Roos (Monatsschrift für Kriminal-Psychologie und Straf rechtsreform., Jahrgang VI, pag. 193 ff.) über die „Kriminalität der Juden" veranlaßt,, annehmen, daß eine so ermittelte Rassenfeststellung wirklich einwandfrei wäre. Was könnte sie erweisen? Nichts. De Roos, welcher selbst zugibt, daß „'die Unterscheidung und Abwägung, was von den geistigen Eigentümlichkeiten rein auf Rassenbewegung, was auf Tradition, auf die von frühester Kind-