Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 22 (1910)
- Issue
- 12 (12.1910)
- Date
- 1910-12-01
- Page
- Seite 18 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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18 täten ihrer Begabung sich vererben können, aber sich nicht vererben müssen; ihre Begabungsquote muß sich aber vererben,, primäre Differenzen der Rassenbegabung gibt es nicht, sekundäre Begabungsdifferenzen und sekundär verschiedener Wert der einzelnen Rassen für die Bereicherung der Kultur sind unstreitig. Und jetzt wollen wir zu diesen Sätzen nur noch eine »weitere sichere Erkenntnis hinzufügen: Die Reinheit der Rassen ist der'Kreuzung einander heterogener Rassen vorzuziehen. Das daraus sich ergebende politische Ziel würde lauten: Erhaltung der Rassenindividualitäten. Und wir wollen, bevor wir einige Worte darüber bringen, noch angeben, daß kein Volk sein Blut durch Jahrtausende so ungemischt erhalten hat, wie das jüdische Volk bisher. Worin liegt da ein Vorteil? Die Kreuzung und Verschmelzung nahe verwandter Rassen kann eine glückliche Potenzierung der beiderseitigen Eigenschaften ergeben, aber bei entfernten Rassen erzeugt Kreuzung, wie auch sonst in der belebten Welt, immer Defekte, ein unsicheres Hin- und Herschwanken zwischen .der einen und der anderen Charakteristik. Aber der Werl der 'Rassenreinheit besteht nicht nur darin, daß so derartige Schäden vermieden werden. Er ist viel größer: Rassenreinheit allein (ist der Mutterboden, aus dem in einzelnen Fällen die .höchstwertigen Typen der Menschheit, die Genies, erstehen ^können. Alles Große, Erhabene, das die Menschheit um Jahrtausende vorwärts bringt, entquillt dem reichen Fond von Instinkten, der nur in einer reinen Rasse vorhanden sein kann. Schillernde Intelligenzen, schlaue Köpfe können — die Gründe hiefür sind ja anderweitig angegeben — aus Rassenmischung entstehen. JNicfet — betrifft dies die breiten, nicht einer übersorgfältigen Erziehung zugänglichen Massen — aber profunde Intelligenzen, iGeistesheroen und Genies. Wenn ein Volk für sich und die Menschheit Großes und Mächtiges bedeuten soll, dann hätte demzufolge eine sub spezie aeternitatis handelnde Politik nur ein Ziel: von der Rassenlosigkeit zur Rassenreinheit, zu immer schärferer Betonung der Rassenreinheit durchzudringen. Das Genie, der Held — wie Chamberlain hier mit Recht sagt — sind die Quintessenz der Rasse. Und jetzt sehen wir, wenn wir wieder unseren Blick dahin wenden, wie sich bei der jüdischen Rasse gerade das Gegenteil dessen vollzieht, wie gerade das Judentum derjenigen Länder, die eine besonders glorreiche Vergangenheit haben, durch Mischung der Rasse sich fast schon aufgelöst hat; wenn wir unseren Blick darauf wenden, daß auch bei uns die Tendenz besteht, daß gerade alle die geistig und sozial hervorragenden Kreise durch die Mischung des Blutes verschwinden, ja, daß dieser Prozeß — da wir doch wünschen, daß auch die materielle, soziale und geistige Lage der östlichen Juden