Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 22 (1910)
- Issue
- 12 (12.1910)
- Date
- 1910-12-01
- Page
- Seite 17 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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17 danken dieselben ausschließlich nur einem arischen Einschlag, einer gütigen indogermanischen Rassenbeimischung. Wenn man aber nur ein bißchen anthropologisch schürft, so ergibt sich eine ganz, aber eine ganz andere Gruppierung. Die weiße [Rasse und (damit natürlich auch jene Völkergesellschaft, die man die Arier 'nennt, zerfällt in zwei ungleich große Teile. In eine nördliche, hellhaarige xantochroee Gruppe und in eine südliche, brünette, melanchroee. Die Xantochroen, das ist der islavisch-keltische-germanische Stamm. Die Melanochroen, dazu gehören die Völker des1 westlichen Asiens und diejenigen Völker Afrikas und Europas, die um das Mittelmeer [herum wohnen, darunter also auch die Inder, die Juden, die Aegypter, die Griechen usw. Diese Gegenüberstellung ergibt nun allerdings ein ganz anderes Bild, als es in der Schule gelehrt wird, als es heute für Axiom gilt: Alle diejenigen Völker, die die erwähnten großen Leistungen geschaffen haben, gehören zu derjenigen Rassengruppe, welcher auch die Juden angehören. Das würde, wenn wirklich die Ansicht der Rassentheoretiker zu Recht bestehen bliebe — sie besteht aber nicht zu recht — Schlüsse auf die Art der Verteilung der geistigen Begabungen zur Folge haben, auf die wir nur andeutungsweise hinweisen wollten. Aber ein semitischer Rassenstolz braucht nicht mit spekulativer Beweisführung und nicht mit logischen Deduktionen, die man ja vielleicht für Sophismen halten könnte, zu arbeiten. Die einfachen, gewaltigen Tatsachen der Geschichte selbst, die allerdings in allen gebräuchlichen Lehrbüchern der Geschichte kaum berücksichtigt sind, entheben jeder anderen Beweisführung. Der von allen Judengegnern erhobene .und fast unwidersprochene Grundvorwurf, daß die semitische Rasse keine Schöpferkraft besitze, steht in merkwürdigem Gegensatz zu dem Ergebnis der modernen Forschungen, die alle Kultur überhaupt auf den semitischen Ursprungsherd in Mesopotamien zurückleiten Keine Periode der Geschichte aber wurde mehr totgeschwiegen als die Glanzzeit semitischer Kultur in Spanien und {der Einfluß, den diese auf die Entwicklung des ganzen neuzeitlichen Europa zur Folge hatte. Es läßt sich lückenlos der Beweis erbringen, daß der Ursprung vom Humanismus' und der Renaissance, auf die sich das moderne Europa so viel zu gute tut, die mit Recht das große Wahrzeichen unserer derzeitigen Kulturepoche darstellen, daß diese auf die Semiten, Juden und Araber, in Spanien zurückzuführen sind. Der Jude ist «wirklich unter den Völkern, die aus seinem Vorrat schöpften und in deren Mitte er lebt, ein Erbe unter Erben seiner eigenen Vergangenheit. 'III. Wir wollen nun die jetzt gewonnenen allgemeinen Sätze kurz wiederholen: Ueber die Rassen läßt sich sagen, daß die Ouali-