Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Journal
- Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
- Volume
- 22 (1910)
- Issue
- 12 (12.1910)
- Date
- 1910-12-01
- Page
- Seite 13 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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13 testen Sinne definiert, sich die bisher fehlende, gemeinsame undunangreifbare theoretische Basis ergibt. Durch die Behandlung des Rassenmomentes haben, wir die Grundlage, durch die wir die sogenannten wissenschaftlichen Argumente des Antisemitismus restlos in ihr Nichts auflösen können. Die angeblich minderwertigen Rasseneigenschaften sind die letzte Ursache für die Massenflucht aus dem Judentum. Das Studium unserer anthropologischen und biologischen Eigenschaften zwingt uns zur Betrachtung des jüdischen Volkes als eines einheitlichen Rassenkörpers, erlaubt es uns, uns über den unfruchtbaren Streit, ob Religion oder Nation, hinwegzusetzen, zwingt uns, die politische Geschichte, die Wirtschaftsgeschichte, die Aeusserungen des g leistigen Lebens dieser Rasse zu verfolgen. Und so ergibt es sich ganz von selbst, daß auf diesem Fundamente alle diese verschiedenen Ideengebiete ihre natürliche Vereinigung finden. Wir gewinnen endlich einheitliche, allen Gruppen des Judentums gemeinsame Gesichtspunkte und damit auch die Mpg I i c h k e"i t gemeinsamer Ri cn11 inien f ü r d i e Aktionen nach Innen und n a c h;A u ß e n. Wie lautet denn nun eigentlich die jüdische Rassenfrage, welches ist ihr Inhalt? Die erste "Erwägung in cTer Jüdischen Rassenfrage ist natürlich die, ob die Juden überhaupt eine einheitliche Rasse darstellen. Zweitens, ob denn durch die Tatsache der Rassenzugehörigkeit etwas über die Wertigkeit der Juden ausgesagt ist. Wir kommen damit auf das Gebiet der allgemeinen Rassenfrage, die nicht nur eine körperliche, sondern auch eine geistige und seelische Wesensverschiedenheit der einzelnen Rassen annimmt. Nach dem Urteil dieser Schulen hätten die. Juden von Haus aus keinerlei außerordentliche Begabung, wohl aber arge Fehler. Ja kann denn überhaupt die Wertigkeit irgend eines Menschen beeinflußt sein durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rassengruppe? Selbst ist der Mann! Unser ganzes Kulturempfinden sträubt sich! wirklich mit Recht gegen die Konzedierung von Rassenkäfigen. Nur in der einen Rasse gäbe es angeblich solche, die Erfindungen und Entdeckungen machen, gewaltige Epen und Symphonien dichten und klassische Bildsäulen aushauen können; die hervorragenden Leute der einen Rasse sind nur Dichter, die der andern nur Philosophen, andere haben nur Fähigkeit zur Naturwissenschaft oder Mathematik oder für Musik, manche Rassen haben ausschließlich Dichter Und Denker, manche wieder Helden und große Feldherrn. Dann gibt es manche Rassen, die alle diese schönen Eigenschaften zusammen haben, dann wieder andere, die für gar nichts Hervorragendes begabt sind, höchstens, daß sie gute Krämer sind, daß sie überall, wo ihr unglückseliger Geist hindringt, zer-