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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1909-01-01 · 1 (1.1909) · p. Seite 34

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
21 (1909)
Issue
1 (1.1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 34 (sequence 39)
Language
German
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34 kennung der gleichen Rechte nicht nur durch Worte, sondern auch durch Taten!" — Solch' mannhafte Worte sind in unserer Kultusstube lange nicht gehört worden. Wenn der Kultusvorstand diesen Worten auch die Tat folgen lässt und in allen Belangen, auch in der Versorgung der Kranken, der WTaisen, der Findlinge und Armen von Staat, Land und Stadt die volle Gleichstellung der Juden fordern wird, dann wird er nicht nur das Budget entlasten und eine soziale Tat vollbringen, sondern auch die politische Geltung der Judenschaft wesentlich erhöhen. Das ist ein Teil des von der „Union" aufgestellten Kultusprogrammes, und wir danken Herrn Max Frank, dass dasselbe durch seine Initiative im Kultusvorstande doch zur Diskussion und hoffentlich auch zur Ausführung gelangt. Wien. (Antisemiten auf Zeit.) Dass es auch mit dem Antisemitismus unserer Christlich-Sozialen nicht weit her ist, sondern dass dieser nur mit zu dem Schwindel gehört, der das ganze ausmacht, ist von uns schon oft gesagt und von den Christlic h-S ozialen bewiesen worden. Eine bessere Beweisführung als diese es ist, gibt es nun nicht. Und das geht so fort. Jetzt zur Weihnachtszeit linden wieder „christliche" Versammlungen statt, in denen es heitst: „Kauft nur bei Christen!" Das gilt aber nur für die Hasse, sozusagen für die ganz Blöden, denn die Parteigrössen haben immer noch dort gekauft, wo es ihnen gepasst hat und auch — bei Juden! Wir könnten da mit Kamen dienen, haben darauf schon wiederholt veiwiesen und doch meldet sieh aus den Reihen der so viel „Christlichen" — kein Neugieriger. Die Herrschaften wissen schon warum. Die es angeht, fühlen sich betroffen und die zu fragen berechtigt wären, wollen nicht die Blamage. Also werden die Vernagelten weiter belämmert. Die neueste Sorte von „Anti" sind nun die. die sich einen Antisemitismus auf Zeit zurecht gelegt haben. Dieser ist zumeist zu finden — in den Sommerfrischen. Die Sorte fängt sozusagen schon vor den Toren von Wien an. Was wohl daher kommt, dass diese Leute un ihren Wiener „Gesinnungsgenossen" ein schlechtes Beispiel haben. Und was Wunder, wenn es mit dem Antisemitismus noch schäbiger wird, je weiter man von Wien weg ihn antrifft. — In Purkersdorf — kaum 16 Kilometer von Wien entfernt — wurde ein christlichsozialer Verein gegründet. Ein Schriftsetzer namens Kirsch erstattete „ein eingehendes Beferat" über die Vorarbeiten, die gemacht wurden, um einen ehiistlichsozialen Verein für den genannten Gerichtsbezirk zustande zu bringen. Der Absicht, einen solchen Verein zu gründen, sagte er, stellten sich „zahllose Schwierigkeiten" entgegen; vor allem „die indifferente Haltung der Bewohner der Gegend selbst. Im Winter allerdings haben sie gegen den Antisemitismus u i c h t s, mi t b e g i n n e n d e r Sommersaison aber machen sie wieder einem Semitismus Platz." Da hat man ihn also — den Antisemitismus auf Zeit! Einbekannt und eingestanden von einem christlic h s o z i a 1 e n „Redner". 0, unsere Christlich-Sozialen sind eine nette Gesellschaft. Wien. (Subskriptions-Einladung.) Unter Bezugnahme auf die Kundmachung Sr. Exzellenz des mit der Leitung des königlich ungarischen Finanzministeriums betrauten Herrn königlich ungarischen Minister-

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