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Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union · 1909-01-01 · 1 (1.1909) · p. Seite 18

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Journal
Monatschrift der Oesterreichisch-Israelitischen Union
Volume
21 (1909)
Issue
1 (1.1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 18 (sequence 23)
Language
German
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18 s c he s Zentru m bilden, das nicht gespalten auf ein einiges Ziel losgeht. Dr. Karl L i f c z i s nimmt es mit Befriedigung wahr, dass die „Oesterreichisch-Israelitische Union" zu ihren alten Traditionen zurückkehrt, dass sie zur Plattform werden soll, auf der alle jüdischen Schichten gemeinsam sich ihrer Bedrücker erwehren könnten. Und die „Oesterreichisch-Israelitische Union" hat auch ein Instrument dazu, nämlich ihr Rec'htsschutzbureau. Obwohl die Juden die ersten waren, welche für die Freiheit gekämpft haben, gewährt ihnen diese Freiheit jetzt nicht den mindesten Schutz. Die österreichischen Geschworenengerichte sind eine freiheitliche Institution, aber den Juden bieten sie keinen Schutz. Das Jahr 1859 hat während des ärgsten Absolutismus, der grössten Reaktion die Gewerbefreiheit geschaffen. Die Juden konnten ungehindert von einem Gewerbe zum anderen übergehen. Das Parlament hat uns den Befähigungsnachweis gebracht, welcher die Gewerbefreiheit wieder einschränkte. Was den Juden mangelt, das ist das spezifisch jüdische Bewusstsein. Es gibt für' die Juden nur e i n Mittel, gegen ihre Bedrücker aufzutreten, die Koalition aller Juden ohne Unterschied der Weltanschauung. Die Juden müssen sich verbinden, sie müssen alle Parteiungen fahren lassen und einig sein. Gegen den Boykott gibt es nur ein Mittel: Boykottieren aller anderen Gedanken und Vorherrschen des jüdischen Gedankens. Reichsratsabgeordneter Dr. Ofner entgegnet dem Vorredner, dass alle grossen Erfolge, welche die Juden in verschiedenen Reichen erzielt haben, gerade dadurch erzielt wurden, dass man ihnen das Zeugnis gab, sie seien mit Herz und Seele ihrem Staate und ihrer Nation, nicht der jüdischen, sondern der, welcher sie angehörten, ergeben gewesen. So hat der Präsident der Vereinigten Staaten Roosevelt erklärt, dass die Juden in den Vereinigten Staaten gleichberechtigte Staatsbürger seien und Anrecht auf vollen behördlichen Schutz haben, weil sie sich stets als treue Amerikaner gezeigt hätten. Vor kurzum erschien auch in den Mitteilungen der „Union" eine Rede, welche zur Zeit gehalten wurde, als die Juden in Ungarn die gleichen Staatsbürgerrechte erlangten, und da erklärte auch einer, dass es sich von selbst verstehe, dass die Juden gleiche Rechte haben sollen, denn sie haben sich im Jahre 1848 im grossen Freiheitskampfe auch als freiheitsliebende und gute Bürger bewiesen. Dass man dabei auch Jude sein kann, haben die Juden gezeigt zu Zeiten, wo es nationale Juden im Sinne des Vorredners noch gar nicht gegeben hat. Ich habe, trotzdem ich das schwarz - rot - goldene Band getragen habe, meine Gesinnung bewahrt und habe nicht aufaufgehört, mit den Juden zu empfinden und micK dort, wo

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